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tz. 77. Email auf Gold und Silber.
Im 13ten Jahrhundert wurde die Manier der ellnmpz leves ver-vollkommnet, indem man auf den Grund derselben Zeichnungen in Reliefschnitt, die innern Umrisse wegließ und eine Mannigfaltigkeit dcö Koloritsbewirkte, zu welchem die Farben mit großer Sorgfalt mit einem Spatelneben einander gesetzt wurden. Man verwendete hierzu nur durchsichtigeFarben. Dieser Zweig der Emailirkunst gehörte ursprünglich Italien anund wurde in Frankreich , wo er später Eingang fand, liusso taille genannt.
Auch die zweite Hauptgattung, die wahrscheinlich zu derselben Zeitin Anwendung kam, als man anfing in der Glasmalerei die Blcifassun-gen wegzulassen, zerfällt in mehrere Unterabtheilungen. Während manin Limoges , das auch in dieser Branche der Emailirkunst voranging,kupferne Gefäße von allen Formen ganz mit Email überzog und oft diereichsten Kompositionen darauf anbrachte, emailirte man in Italien dieFassungen kostbarer Steine rc. aus Gold, und diese zwei außerdem völligverschiedenen Lerfahrungsartcn kommen nur darin übcrein, daß beide fürerhabne Arbeiten, im Gegensatze zur ersten und dritten Klasse, welche nurFlächen zum Grund hatten, Verwendung fanden.
In Limoges überzog man das Kupsergefäß mit einem sehr dunkelnvioletblaucn Email und malte darauf mit mehr oder weniger durchsichtigenEmailfarben, so daß der theilwcise durchscheinende dunkle Grund die Schat-ten der dargestellten Gegenstände bildete. Haare, Falten der Gewänderund andere Details wurden mit Goldfarbc gehöht und das Ganze harteein sehr konventionelles rein dekoratives Ansehen. In dieselbe Zeitfallen auch die schönsten Grisailles-Arbeiten, bei denen man sich der Vor.bildcr der Schule Raphael's mit vielem Vortheil bediente.
Die Italienischen Arbeiten auf runden Gegenständen wurden stetsauf edlem Metalle ausgeführt und man malte auf weißem Grunde meistmit undurchsichtigen Farben. Bcnvcnuto Eellini hat in dieser Gattungdie vorzüglichsten Meisterwerke geliefert.
Es war endlich Tontin, welcP'r 1632 die Erfindung der völligundurchsichtigen Farbenskala machte. Der schwarze Grund wurde dadurchentbehrlich und der eigentlichen Miniaturmalerei mit Emailfarben aufweißem Emailgrund die Bahn eröffnet. Tontin war zugleich der Erste,der sich der Goldplatten für diese Art von Malerei bediente, für welcheman bis dahin nur Kupfer verwendet hatte. Das Portrait oder kleinehistorische Gemälde wurde nun der Hauptgcgenstand dieser Gattung vonEmailmalerei, in welcher Petitot aus Genf bis jetzt unübertroffen dasteht.
Die meisten der emailirten Werke haben wir bereits in andern Abtheilungendieser Klaffe aufgeführt; wie z. B. die Preisvase», Uhrgehäuse, das Schachspiel undviele Schmucksachen. Hier bleiben uns nur nach wenige zu betrachten übrig, beidenen die Emailirung die Hauptsache bildet.
Für Email ausschließlich sind die Emailproben der Fabrik Jak. JüngerWwe. in Hanau der ehrenvollen Erwähnung würdig erachtet worden.