tz. 78. DcimciScirte ober eingelegte Arbeiten von Metall in Metall. 265
Auch die erstere Kunst ist dem Oriente entsprungen, aber gewiß vielälterer Abkunft. Sie besteht darin, Verzierungen und Zeichnungen durchGold oder Silber, das in einen Grund von Eisen oder Bronze einge-lassen wird, wiederzugeben. Bisweilen kommen auch Arbeiten vor, beiwelchen Silber in Gold, oder Gold in Silber eingelegt ist.
Zu diesem Behufe verfuhr man, je nach der verschiedenen Härte desals Grund dienenden Metalls, auf zwei verschiedene Weisen. Sollte Eisendamascirt werden, so versah man die Oberfläche desselben mit außerordent-lich vielen Einschnitten, so daß sie der feinsten Feile glich, und preßte mit-telst einer starken Last oder eines Hammers seinen Gold- oder Silbcrdraht,den man in die gewünschte Form gebogen, darauf fest, worauf man mitdem Polirstahle theils das edle Metall noch fester in die Einschnitte ein-drückte, theils den Grund wieder glättete. Sollte die Zeichnung erhabenbleiben, so wurde dieselbe vertieft in das Eisen geschnitten und stärkererGold- oder Silberdraht hineingepreßt.
llm damascirte Arbeit in einem weicheren Metalle als Eisen anzu-bringen, wurde die Zeichnung leicht in den Grund geschnitten, in denSchnitt dünne Gold- oder Silbcrplättchen gebracht und das Metall dcöGrundes an beiden Seiten über die Umrisse gedrückt, um die Verzierun-gen festzuhalten. Auf letzteren konnten dann weitere Gravirungcn ange-bracht werden.
Die Erfindung dieser Art von Damaöcirung ist jedenfalls sehr alt,und wurde schon in Aegypten zu einer boben Vollkommenheit ausgebildet,am allgemeinsten wurde jedoch diese Kunst in dem 16. Jahrhundert ange-wendet, wo die Waffen und Rüstungen aller bedeutenden Krieger damitverziert wurden.
Ein Beispiel der auf Eisen angebrachten Damascirung hat uns dieKönigl. Eisengießerei in Berlin geliefert; Arbeiten der letzteren Gattunghingegen fanden sich in der Ausstellung von Falloise aus Paris .
1. Zollverein.
Der Ruf der Z ollvereins-Staaten, welche in diesem Fach sehr wenig ge-boten, was der Erwähnung würdig wäre, ist durch die schon genannte» Kandelaberund Schale gerettet, welche für eine ganze Ausstellung gelten können.
Es ist zu bedauern, daß eine so schöne Kunst, wie das DamaSciren oder Einle-gen der verschiedenen Metalle da so wenig betrieben wird, wo eine sonst so thätigeProduktion der zierlichsten Eiscnwaaren stattfindet. Durch eine solche Zusammen-stellung könnte vielleicht dem abnehmenden Verlangen nach derartigen Dingen einneuer Aufschwung gegeben werden.
2. Britisches Reich.
Auch England hat für diesen Kunstzweig nichts auszuweisen und die Arbeitendarin, mit Ausnahme der des Orients, gehören Frankreich, Belgien und Spanien an;für den Orient werden wir unsere eigene Abtheilung haben.
stellte unter seinen köstlichen Werken im Fache der Waffen einige sehr vorzüglichedamascirte Arbeiten aus.