Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIII. Klasse. Arbeiten in edlen Metallen.

Montier le Page (Paris ). Unter dessen sehr schönen (von Vechte) geschnit-tenen Waffen war besonders ein Jagdmesser in Email und damaseirter Arbeit aus-gezeichnet. Den Knopf am Griff bildet ein Wappen: ei» Löwe auf rothem Grund.Als Wappenhalter dienen wilde Männer in Arabesken ausgehend, Alles in verschie-denfarbigem Gold gearbeitet; dieselben halten goldene Keulen mit silbernen Spitzen.Auf dem Schild sitzt ei» stählerner Helm. Das Werk ist tief in Stahl geschnittenund mit verschiedenen farbigen Metallen ausgelegt.

A. Carron (Paris ) stellte sehr schöne damascirte Pistolen aus, wofür ihm diePrcismedaille zu Theil wurde.

Pro tat (Paris ). Von den mannigfachen ausgestellten Waffen heben wir be-sonders einige reich verzierte Pistolen hervor, in welchen die Einlage in Gold vonvorzüglicher Arbeit ist, was Herrn Prelat die Prcismedaille verschaffte.

Lefaucheur (Paris ). Unter andern Artikeln erwarben ein in Gold mcntirtcrKarabiner und eine Flinte mit eingelegten in Gold geschnittenen Hunden nach LecheSneauch Herrn Lefaucheur die Preismedaille.

B. Houllicr (Paris ). Für damascirte Pistolen, mit Gold von verschiedenerFarbe ausgelegt, wurde diesem Künstler die ehrenvolle Erwähnung zu Theil, währender, unserer Meinung nach, die Preismedaille hätte erhalten sollen.

-t. Belgien .

I. Falloise (Lüttieb). Die Schränke dieses Hauses gehörten zu den anziehendstenPunkten der Ausstellung. Seine zahlreichen Artikel zeugten, so verschieden sie auchunter sich waren, durchgängig von durchgebildetem Geschmack und sorgfältiger Arbeit.Die Preismedaille wurde ihm namentlich für ein Armband ertheilt, welches, vonStahl gearbeitet, eine Nereide in Hochrelief von Silber zeigte, deren Gewänder ausGold von verschiedenen Schattirungen bestanden; ferner für zwei Gefäße in orydirtemKupfer, im orientalischen Geschmack, mit Silber ausgelegt; für drei Vasen im StylFranyois I., welche sehr reich, völlig im Charakter ausgeführt und mit Silber aus-gelegt sind, und endlich für einen stählernen Kelch mit viele» geschnittenen und ein-gelegten Verzierungen in Silber und Gold.

Aber auch sein großer radförmiger, 2 Fuß st Zoll im Durchmesser haltenderSchild, mit Arabesken in Silber und in braun orydirtem Stahl, in der Mitte denheiligen Georg tragend, verdient seiner Größe wegen genannt zu werden.

Wir müssen gestehen, daß uns diese Arbeiten für kleinere Gegenstände wenigerangemessen scheinen, da sich dann Schwerfälligkeit kaum vermeiden läßt.

5. Spanien .

E. Zuluaga (Madrid und Eibar in Guipuzcoa ) hat zunächst mit den Werk-stätten in Toledo den alten Ruf der Güte und Schönheit Spanischer Waffen ge-rechtfertigt.

Unter einer Menge anderer kostbarer Arbeiten stellte Herr Zuluaga zwei Etuismit Pistolen und völligem Zubehör aus, für welche ihm namentlich die Preismedailleertheilt wurde.

Diese Pistolen und Etuis sind nach zwei völlig verschiedenen Prinzipien verziert.Das erste Paar hat reiche aus Eisen geschnittene Relief-Verzierungen (Figuren,Arabesken w), der Grund aber ist mit Gold ausgelegt. Die andere Gattung hatdie Ornamente meist aus gewundenem Golddraht auf getriebenem schwarzen Eisen-grund. Beide Gattungen find so stark mit Verzierungen versehen, daß sich keine halb-zollgroße Stelle findet, die nicht damit bedeckt wäre. Die Eisen-Verzierungen erinnernstark an die Arbeiten des letzten Jahrhunderts und es scheint, daß mau die Vorbilderaus jener Zeit benutzt habe. Die zweite Art, wo die meisten Verzierungen in Goldfind, bietet daher größere Mannigfaltigkeit und mehr Geschmack. Die Arbeit ist inbeiden Fällen verdienstvoll.