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XXIII. Klasse. Arbeite» in eble» Metallen.
sind, unveränderlich gleich den Gesetze», »ach denen der Arbeiter seine Produkte er-zeugt und ihre Harmonie hervorbringt. Statt mit bedauerndem Lächeln, wie eS oftselbst bei Verständigeren der Fall war, darauf herabzublicken, sollte man mit Achtungdiese Einfachheit der Bcrfabruiigswcife ansehen, die oft anfs innigste mit der Güteder Erzeugnisse selbst zusammenhängt.
Wir wollen damit nicht gesagt haben, daß das Detail der Indischen Arbeiten injedem Falle eine skrupulöse Untersuchung aushalten könne — können dies aber auchdie Europäischen Produkte? — Wir behaupten nur so viel, daß in den Werken desOrients das Detail niemals zur Hauptsache wird, sich nirgends störend aufdringt,stets seinen rechten Platz einnimmt und erst wenn man untersucht, welches die Ur-sache der schönen Wirkung des Ganzen sei, seine Würdigung findet.
Wir glauben, es wird nicht uninteressant sein, die in vielen Stücken von derEuropäischen abweichende Verfahrungsweise einiger Gewerbe in Indien kenne» zulernen, und wir lassen daher eine kurze Beschreibung der von dem Indische» Stein-schneider, Filgranarbeiter ic. beobachtete» Methoden folgen.
Zum Schneiden von Gefäßen aus Krystall und andern Steinen gebraucht maneine» ganz einfachen Arbeitstisch, dessen Platte 16 Zoll zu 6 Zoll groß und 3 Zolldick ist. Auf derselben sind zwischen zwei aufrecht stehenden Hölzern vier 8 Zolllange und 3 Zoll im Durchmesser haltende Walzen angebracht, an deren einer Achsedas Schleifrad mittelst einer Nuß festgeschraubt ist. Diese Schleifrädcr bestehen auszwei mit Lack »nd gröber oder feiner gestoßenem Korund-Pulver bestreuten Scheiben,einer kupfernen zum Polireu sehr harter Steingattnngen und einer hölzerne» fürweichere. Die Walzen werden vermittelst eines Bogens, dessen Sehne um letztereherumgeschlungen wird, in vor und rückwärts drehende Bewegung versetzt. Der Ar-beiter sitzt dabei auf den Schenkeln und hält in der einen Hand den Bogen, in derandern das Gefäß und richtet mit deni Fuße das Rad, welches die ganze einfacheMaschinerie in Bewegung setzt.
Tiefer auszuhöhlende Gefäße werden zu diesem Behufe mit Zoll tiefen Löcherndicht neben einander, gleich den Zellen einer Honigscheibe, versehen, dann die Zwischenräume ausgesprengt, und dieser Prozeß noch ein- oder mehrercmal wiederholt, bisdie Vertiefung so weit fertig ist, daß sie auf der Drehbank vollendet werden kann.
Die schönsten Gefäße dieser Art werden noch jetzt in Cambay (Lahore ) gear-beitet, und viele derselben mit geschmackvollen Verzierungen in Edelsteinen und Goldbald flach, bald hervorstehend versehen. Reinheit der Arbeit und gute Wahl derEdelsteine zeichnen die Werke dieser Gattung aus. Gefäße dieser Art sind meist inJade (Nephrit, ckafle nöpl»>-tig»e Hang-) gearbeitet, ein Stein, der vor den zuWerken gleicher Art sonst verwendeten, dureb seine außerordentliche und gleichmäßigeHärte vorzüglich für fleißige Sknlpturarbeiten geeignet ist.
Von dem Verfahren bei der Erzeugung von Filigranarbeiten, das in der Haupt-sache dem in Europa gebräuchlichen gleichkommt, haben wir bereits oben gesprochen.Wir erwähnen daher nur, daß ein Paar Schmelztiegel, ein Stück als Löthrohr die-nendes Bambusrohr, einige kleine Hämmer, um den Draht flach zu schlagen, undeinige Zangen z»m Drehen desselben die einzigen Instrumente sind, deren man sichin Indien, China und Sumatra zur Ausführung selbst der künstlichsten Gegenständein Filigran bedient. Goldsiligran wird hauptsächlich in Tritchinapaly, Silberfiligranin Hyder-Abad (Cuttack und Dacca) verfertigt.
Eine in Indien vielfach zu Gefäßen benutzte und Bidery (auch Vidrh) genanntemetallische Legirnng, die von Biber, in der Nähe von Hpder-Abad, ihren Namen hat,war lange Zeit, ihrer Zusammensetzung nach, unbekannt. Die Masse besteht nachDr. Heyne aus 16 Unzen Kupfer, 4 Unzen Blei und 2 Unzen Zinn. Dies wirdzusammengeschmolzen, und zu je 3 Unzen dieser Substanz 16 Unzen Zink Hinzuge-