tz. 79. Gold-, Silber- u. Juwelierwaaren aus Indien u. d. Orient. 267
Noch ist von Herrn Zuluaga der Einband eines Diploms in getriebenem Eisenmit Goldeinlagcn ausgestellt, dessen Arbeit große Schwierigkeiten geboten haben muß.Vielleicht ist nicht hinreichende Goldverzierung darauf.
Die Königliche Gewehrfabrik ;n Toledo hat eine zahlreiche Sanimlung verzier-ter Massen aller Gattungen ausgestellt, von denen mehrere reich mit damaScirterArbeit und Email ausgestattet find, denen jedoch die von Don Manuel de Mast ein-gesandten Fabrikate gleicher Gattung kcineswegcs nachstehen. (Vcrgl. den Berichtüber die Waffen Th. I. S. 670.)
Abschnitt V.
Gold-, Silber- und Juwelierwaaren, auch Schmucksachenverwandter Art, aus Indien und dem Orient.
§. 79.
Ehe wir vorstehenden Bericht schließen, haben wir nur noch einige Bemerkungenüber die aus Ostindien eingesandten unter gegenwärtige Klaffe gehörigen Artikel hin-zuzufügen, die durch ihre Neuheit, Harmonie und guten Geschmack die Bewunderungaller Beschauer sich erwarben. Wir hielten es nicht für gut, die Gegenstände derIndischen Ausstellung zu trennen und sie in den verschiedenen Nnterabtheilungcn die-ses Berichts einzeln zu betrachten, sondern zogen vor, sie hier in ihrem allgemeinenCharakter, gleichsam als Repräsentanten der Kunst und Kunstfertigkeit der Orients,zusammen vorzuführen und daran einige Bemerkungen zu knüpfen, um auf die Vor-theile und den günstigen Einfluß aufmerksam zu machen, die ein gründlicheres Stu-dium der Ursachen der an denselben bemerkbaren Borzüge auch vielleicht auf dieEuropäischen Werke dieser Art ausüben würde.
Jede der vielen Provinzen Indiens hat ihre eignen Erzeugnisse und Vollkom-menheiten, es scheint aber als ob die des Nordens den Süden in Dingen des Ge-schmacks übertreffen. Bon den ersteren zeichnet sich vor Allen Cachemire, Lahore undPanjub aus. Die Schönheit und Harmonie der Shawls von Cachemire, die Gold-stickereien von Dacca und Lahore sind weltberühmt und wurden in ihren schönstenProduktionen durch die Ausstellung uns vor die Augen geführt.
Hier haben wir es jedoch ausschließlich mit den Juwelierarbeiten und andernZweigen der Goldschmiedekunst zu thun, die in dem Lande, welches alle Edelsteineerzeugt, natürlich eine sehr hohe Ausbildung erlangen mußte. Der Besitz kostbarerSteine ist in Indien eine so wesentliche Bedingung der Eristcnz für die höherenKlaffen, daß jeder Souverain, jeder kleine Fürst seine eignen Juweliere besoldet unddaß durch geistliche und weltliche Gesetze für jede Rangstufe, für jeden Grad dieGattung und Menge des Schmucks genau vorgeschrieben ist. Die Leidenschaft,Schmuck zu besitzen, geht so weit, daß die ärmeren Klaffen sich wenigstens unechtesaus den aller werthloscsten Materialien und Metallen gearbeitetes Geschmeide an-schaffen, und wenn selbst dazu vie Mittel nicht zureichen, sich mit der Nachahmungdes Goldes durch goldgelbes Stroh und der Edelsteine durch Käferflügel und schön-farbige Saamenkörner begnüge».
Wenn man die außerordentliche Vollendung einiger Stücke und die Schwierig-keit der Bearbeitung anderer sieht, so muß man über die Einfachheit der hierzu ver-wendeten Werkzeuge erstaunen, die vielleicht seit Jahrtausenden dieselben geblieben