Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
276
JPEG-Download
 

276

XXIV. Klafft. Glaswaare».

Die Strahlenbrechung ist bei langsam gekühlten Gläsern cinfacb,bei rasch gekühlten ober gepreßten, die wohl deshalb auch uicht mehr ab-solut amorph sind, doppelt. Die Grade der Strahlenbrechung sind sehrverschieden; bleihaltige Gläser brechen das Licht am stärksten, erreichenaber nie den Grad der Stärke, wie dcmantglänzcnde Körper. Wähltman den luftleeren Raum als Einheit, so ist der Brechungserponentdes glasglänzcnden Bcrgkrvstalls — >,547, der des Demants aber2,506. Am Fraunhofer'sebcn Kronglasc, von 2,52 spezifischem Ge-wichte, wurde der Brechungserponent — 1,534 bis 1,544 und dasZerstrcuungSvermögcn — 0,036 gesunden, an dessen Mntglase, von3,723 spcz. Gcw., der Brechungserponent — 1,639 und das Zer-strcuungsvcrmögcn — 0,05. An dem von M ai-'s ausgestellten Kron-glas von 2,65 spcz. Gew. fand der Optiker Herr Roß zu London denBrcchungserpvnenten — 1,5285; an dessen Flintglaö von 3,55 spez.Gew. den Brechungserpvncnten — <,6105. An zwei anderen Paarenvon Krön- und Flintglas, wie solche im Handel vorkommen, fand HerrRoß am KronglaS von 2,51 spez. Gew. den Breebungscrponenten —l,523, am Flintglas von 3,588 spez. Gcw. — l,6l5; am zweitenKronglase von 2,534 spcz. Gew. den Brechungscrponcnten — l,523, a>»zweiten Fliutglasc von 3,192 spcz. Gew. — 1,600.

Glas reslcktirt von einem Lichtstrablc, welcher senkrecht aus der Luftauf dasselbe fällt — 0,025 Theile. Die Menge des von Glas resleklirten Lichtes bei den Einfallswinkeln von15" ist — 0,483;

20« „ — 0,367;

25« „ ^ 0,297;

30» „ — 0,210;wobei von der Trennungsflächc der beiden Medien an gerechnet wird.Grünliche Glasplatten absorbiren bei 41« Einfallswinkel des einfal-lenden Lichtes. Ein Lichtstrabl, der von Luft auf Glas, unter einen,Winkel von 54" 35 ^ gegen das Einfallöloth fällt, wird durch das Glasvollständig polarisirt. Durch Sprünge im Glase entsteht oft ein Jrisire»desselben, sowie durch chemische Zersetzung und Auslaugung des Alkali's,wodurch die Kieselerde in dünnen Schuppen auf der Oberfläche des Glases sich abscheidet, entstellen bunt angelaufene Stellen, die oft ein prächti-ges Farbenspiel zeigen. Ein Opalisiren bringt man im Glase durch Zu-satz von Phosphorsauren Kalk hervor.

Die thermischen Eigenschaften des Glases anlangend, wird dassell-evon der Wärme nach allen Richtungen gleichmäßig ausgedehnt, jedoch nurin sehr geringem Grade, weshalb dasselbe zu Instrumenten, die der Aus-dehnung möglichst wenig unterworfen sein sollen, wie z. B. zu Maaßstäbcn, Skalen, Pendeln und dergl. sich vorzüglich eignet. Die Ausdehnungdes Kronglases beträgt von 0« bis 100« E. nur die des Flintgla-

35« ist40« „45° „50« „

— 0,165;

— 0,136;

— 0,1 15;

— 0,098;