Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
277
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§. 81. Einleitung. 277

ses — Das Wärmestrahlungs- und Absorptionsvermögen des

Glases ist — 90; das Wärmc-Rcflcrionsvermögeit — ! 0.

Die Wärinelcitungsfähigkcit des Glases vcrbält sich zu der des ge-brannten Thones und der dcS HolzeS wie l : 0,9884 : 0,0750. Glashält ^ von den Wärmestrablcn aus, welche von einem bis zu 180" E.erhitzten Körper kommen, aber nur " von einem bis auf 400" crbitzten,und nur 2 von denen, welche die Flamme einer Lampe aussendet. Wärme-strahlen, die schon einmal durch einen Glasschirm gegangen, durchdringcnleichter einen zweiten und dritten. Lichtblaugcsärbtes Glas, wie die Farbeder Vcrgißmcinnichte, läßt bei dem Zurückbalten der meisten Wärmesirah-len die meisten Lichtstrahlen durch, und ist deshalb bei Konstruktion vonStudirlampcn zur Schonung der Augen am zweckmäßigsten. Die Wärme-kapazität des Glases ist von 0" — 100" E. — 0,1770, von 0" —800" C. — 0,1900.

Das Glas ist ein Nichtleiter der Elektrizität und positiv elektrisch,wenn eS mit Tuch oder Seide gerieben wird, dagegen negativ elektrisch,wenn man es mit einem Katzenfell reibt. Wird glattgeschliffcnes Glasauf mattem Glase gerieben, so nehmen die beiden Gläser entgegengesetzteElektrizitäten an. Ein Glasstab langsam über einer Weingeist- oder an-deren Flamme erwärmt, wird negativ elektrisch; ein Gleiches erfolgt,wenn ein Glasstab in konzcntrirtc Schwefelsäure, Salzsäure oder Salpe-tersäure getaucht, dann mit destillirtcm Wasser abgespült und nach erfolg-ten« Trocknen an der Luft mit Tuch, Seide, Leder, Siegellack oder Stan-niol schwach gerieben wird; bei stärkerem Reiben wird derselbe Glasstabpositiv elektrisch.

Je nach der verschiedenen Zusammensetzung des Glases ist dessenHärte verschieden, Bleigläser sind weicher wie Kalkgläser; stets ist dieHärte dcS Glases aber unter Härte 9 nach der Duodczimalskala, oderunter der Härte des Quarzes.

Ebenso ist nach der chemischen Mischung das spezifische Gewicht desGlases verschieden, welches jedoch nicht unter 1,5 hcrabsinkt und 7,0nicht übersteigt.

Die chemische Mischung desselben ist sehr mannigfaltig, sowohl inBezug der verschiedenen chemischen Elemente, als der stöchiomctrischcnVerhältnisse. Es scheint mir aber zu den, Charakteristischen aller amor-phen Körper zu gebären, daß solche nach stöchiometrischen Verhältnissennicht nothwendig gemischt zu sein brauchen, wogegen krystallifirte Körperstets nach bestimmten stöchiometrischen Verhältnissen zusammengesetzt seinmüssen. Dieses Zusammentreten der Mischungsthcilc zu gleichartigenchemischen Massen ohne bestimmte stöchiometrische Verhältnisse findet so-wohl bei den Gläsern, wie bei den Opalbildungen Statt, die beide in derNatur sich vielfach vorfinden; erstere als Obsidian , Marekanit, Moldavit,Bouteillenstein, Sphärolith, Fluolitb und andere Laven- und Schlacken-