tz. 81. Einleitung.
283
Aschcnurne. Thränenurne. (Glasplatte.
Kieselerde. 70,58 71,45 71,95
Thonerde. 1,80 2,25 Spur
Eisenorydul. . . . 0,53 1,02 3,45
Manganorydul. . 0,48 0,17 0,57
Kalk. 8,00 8,14 1,33
Magnesia. Spur Spur 0,60
Natron. 18,86 16,62 15,30
Kali. — — Spur
Eolladon führt an, daß er in einem mehrere Fuß tiefen Grabenganz weiches knetbares Glas gefunden habe, welches nach einiger Zeit ander Luft erhärtet und spröde geworden sei. Es kann dieses nur ein Was-fcrkicfel- oder Opalgebilde gewesen sein, unrichtigerweisc auch „Kicselerdc-hvdrat" genannt, von welchem legier» sich die ersteren durch den ganz un-bestimmten, in durchaus keinem stöchiometrischen Verhältnisse stehendenWassergehalt iiiiterscheiden.
Gegenwärtig steht unstreitig die Glasfabrikation in Deutschland, Bel-gien, England lind Frankreich am höchsten. Das einst durch diese Fabri-kation sich so auszeichnende Venedig ist von vielen andern Ländern längstschon überflügelt worden, obgleich noch mehrere Artikel, z. B. Avanturin-glaö, ausschließlich nur dort dargestellt werden. Ein gleiches Schicksalbedroht Deutschland , wenn dasselbe nicht alle Kraft aufbietet, um mit denauf dem Gebiete der Technik so gewaltig vorwärts eilenden Nachbarstaa-ten gleichen Schritt zu halten. Hatte früher Deutschland , namentlichBöhmen, nachdem sich die Glasfabrikation von Venedig dahin gezogenhatte, gleichsam daö Monopol für die Darstellung aller GlaSsorten, socmanzipirtcn sich bald die andern Länder, wie England lind Frankreich ,immer mcbr von dieser Abhängigkeit, indem sie selbst und zwar durchTeutsche Arbeiter, Glashütten einrichteten, die thcilwcise gegenwärtig nochvon den Nachkommen dieser Einwanderer betrieben werden, wie die Deut-schen Namen derselben in jenen Gegenden beweisen.
In England und zwar zu London wurde die erste Glashütte imJahre 1557 errichtet; zu Stourbridge, dem Fundorte des so vorzüglichenfeuerfesten ThonS, die erste schon im Jahre 1556 durch mehrere ausLotbringen gekommene Teutsche, unter Anführung eines gewissen Heu-sold, dessen Nachkommen noch jetzt unter dem Namen Enscll zu Stour-bridge wohnen. Diese Glasfabriken beschäftigen sich nur mit Erzeugunggewöhnlichen Hohl- und Schcibenglascs lMondglases), welches letzterewegen der kronenartigcn Form, die es vor dem Auslaufen zu Scheibenbesitzt, von den Engländern 0r»n» oder KronglaS benannt wird.Das feine weiße Flintglas auS Blciorpd, Kali und Flint - oder Feuerstei-nen wurde erst im 17ten Jahrhundert dargestellt und zwar, weil zu da-maliger Zeit schon die Steiukohlmfeueruiig eingeführt war, in bedecktenHäfen. Dieses Flintglas oder bleihaltige Krystallglas verfertigt man ge-