Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIV. Klaffe. Glaswaarc».

chen, von welchen ich selbst mehrere aus Thüringen und dem Harze be-sitze, ob solche aber in diesen Gegenden gefertigt oder durch den Handeldahin gebracht wurden, wage ich nicht zu entscheiden. Später, alö Me-talle in Deutschland verarbeitet wurden, dürste man auch das Glas dar-gestellt haben, und vielleicht sind die großen braunen Glasperlen, die manvor mehreren Jabrcn bei Sondershausen auSgrub, wo auch die bekannteBronzcsigur, der Püstrich, gefunden wurde, solche Germanische Fabrikate.

Aehnlichcs dürfte auch von den Slavischen Völkern gelten, wenig-stens von den Stämmen, die Deutschland mit bewohnten. Es scheint je-doch, daß die Sorben und Wenden daS Glas früher darstellten, als dieMetalle; es finden sich nämlich in den Slavischen Gräbern, so unterandern in denen von mir bei Jena geöffneten, mit den steinernen Waffenund thöncrncn Urnen, welche theils Knochcnüberreste von Menschen, theilsvon Pferden enthielten, auch Glasringe von bräunlicher und rothbraunerFarbe. Erstere zeigten ein spez. Gewicht von 2,486 und eine Härte von4^, letztere 2,498 spez. Gewicht und 4 !, Härte. Die Färbung rührtevon Eisen und sehr vielem Mangan her. Die Ringe, die sehr roh gear-beitet sind und wohl als Fingerringe gedient haben mochten, waren zumTheil mit einer starken Kruste von Kalk überzogen. Nach dem Einlegenin Salzsäure wurden sie ganz mürbe und zum Theil ausgeschlossen. Eszeigte sich dabei, daß sie Kali enthielten, welches aber zum Theil schon aus-gelaugt sein mußte. Mit obigen Urnen und diesen Ringen fanden sich,wie erwähnt, noch Waffen, nämlich Strcitärte und Beile, aus feinkörni-ger Grauwacke und Messer von Feuerstein vor; Arbeiten aus Metall aberhabe ich dabei nicht auffinden können. Auch diese Glasringe erinnern andie jetzigen Glasarbeiten von Asbanti und der Gvldküste, so daß die Ge-schichte des Glases in seinen verschiedenen Ausbilrungöperioden auch jetztnoch an den Erzeugnissen der verschiedenen Völker studirt werden kann,und giebt dies einen neuen Beleg, daß zwar die Bildungsstufen der ein-zelnen Völker sich ändern, die Kulturgeschichte selbst aber in ihren man-nigfachen Entwicklungömomcntcn bei den verschiedenen Völkern stets ge-genwärtig bleibt.

Es dürsten die erwähnten Slavischen Kaligläscr wohl zu den selte-nern Vorkommnissen mit gehören, da die älteren Gläser meist nur Natronenthalten.

Die chemische Untersuchung einer 18 Zoll hohen Aschcnurne ausdurchsichtigem grünlichwcißem Glase, die im Jahre 1842 von Sir Pa-ri sh in einem Grabe bei Pnzzuoli unweit Neapel gefunden wurde, Münzenvon Titus enthielt und sich mit mehreren dort ausgegrabenen Thränen-fläschchcn unv anderen Gläsern gegenwärtig in der Sammlung des Mu-seums für praktische Geologie zu London befindet, ferner einer der dortgefundenen Thränenurncn und einer zugleich mit diesen gefundenen Glas-platte von 5 Zoll Länge, 4 Zoll Breite und 1 Linie Stärke von grünlich-weißer Farbe ergab: