Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 81. Einleitung.

') Ueber den Begriff von Glas und dessen Eigenschaften habe ich mich in. Nach-stehende» absichtlich etwas weiter verbreitet, indem in den verschiedenen HhalurgischenSchriften häufig noch sehr unrichtige Definitionen von Glas gegeben werden,

2 ) Selten finden sich jedoch ganz reine amorphe Massen von Glas, sondern meistsind der amorphen Masse einige krhsiallisirte Silikate beigemengt, wie sich das beimNetzen des Glases mit gasförmiger Flnßsäure zu erkenne» giebt. Durch das Netzenmit gasförmiger Flußsäure werden nämlich die amorphen Silikate schneller undstärker angegriffen, als die krhsiallisirte», welche letztere aus diesem Grunde Erhaben-heiten bilden, und dadurch einen eigenthümlichen silberartigen Schein hervorbringen,wovon weiter unten ein Mehrercs. Aehnliche Wirkungen bringt Nctzkalilauge hervor,besonders bei reinen Kieselerden, indem durch Kochen in Aetzkalilange die amorpheKieselerde ausgelöst, die krhsiallisirte aber fast gar nicht angegriffen wird. Solche Ge-menge zeichnen sich stets durch besondere Schncidigkeit aus.

Die Duodczimal-Härtcskala besteht aus:

Talk — 1, Gyps oder Steinsalz — 2, Glimmer (von Jinnwald) — 3, Kalk-spath — 4, Flußspat!) — 5, Apatit — 6, Sodalit oder grasgrüner Strahlstein (ausThrol) — 7, Adular --- 8, Quarz — 9, Topas — 10, Korund — l l, Demant - 12.

Bei den Härtebestimmnngen der Gläser ist die Schneibigkcit zn berücksichtigen,welche, wollte man die Ritzversnche nur mit dem Glase anstelle», oft Veranlassungzur Attnahme einer größere» Härte geben würde. Gläser sowohl, wie auch die Opaleund Ehaleedone, haben nämlich die Eigenthümlichkeit, wenn sie außer der amorphenMasse zugleich krhstallinische Parthieen beigemengt enthalten, eine besondere Stnei-digkeit, ähnlich der Damaseenerklinge» zu besitzen. Die größere Schneidigkeit scheinthierbei von der Nebeneinanderlage ungleich harter Theile herzurühren, welche bei demSchneiden einen Widerstand von verschiedener Stärke leisten und dadurch sägenartigwirken. Bei der Verfertigung von Schneidwerkzeugen dürfte diese Nebcnaneinander-lage ungleich harter Theile sehr zn berücksichtigen sei», indem sich hieraus wohl schonschließen läßt, daß die Schneidigkeit keineswegs von großer Härte allein abhängt.

Diese Gläser stammen aus Theben in Aegypten , und befinden sich in meinenSammlungen zu Jena.

ülannors anst Onstoms ok tlio -dncicnt I'lgvptians, Vol. III. p. 89.

Drei Scarabäen mit Königsnamen in dem Museum des Bergraths Schuelerzn Jena, beschrieben vom Pros. Seyffarth zu Leipzig , Jahresbericht der DeutschenMorgenländischen Gesellschaft für d. I. 1846, Leipzig 1847, S. 226.

Jnrhbericht der XXIV. Klaffe.

Natürliche solcher Kieselgallerten, Wasserkiesel- oder Opalgebilde habe ichvielfach in den Opaldistrikten deS Sohler Komitats in Ungarn , namentlich zu Pc-sadka und Schaiba zn beobachten Gelegenheit gehabt. Die dortigen Gebirge bestehenaus Trachvt und die Thäler sind mit Fragmenten dieser Felsart ausgefüllt. DurchZersetzung der in diesen Fragmenten enthaltenen Feldspäthe und Amphibole bildensich kugelförmige Konkretionen von noch ganz weicher Opalmasse, dann kugelförmigeAusscheidungen von weichem Brauneisenerz, welche Opal- und Brauneisenkugeln, von3" bis 15" Durchmesser, unregelmäßig nebeneinander liegen. Die Zwischenränmesind durch plastischen Thon ausgefüllt. An dez' Lust erhärten sowohl die Opal-, wieauch die Brauncisencrzbildungen. In den Gegenden, wo die Amphibole statt desEiscnorpduls Talkcrde enthalten, wie z. B. bei Schaiba, schied sich statt des Braun-eisenerzes Meerschaum aus. Die Opalmassen waren dann weniger gefärbt, durch-sichtiger ttnv reiner, und vermochten Holzstücke, die sich zwischen den Trachyttrümmernfanden, zn durchdringen, und auf diese Weise in Holzopal umzuändern. In dem zuHeidelberg von mir gestifteten mineralogischen Museum befindet sich ein i» Opal