Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 89. Gegossenes Platten- und Spiegelglas.

schrieben worden, nur von größeren Dimensionen. Das Schleifen (grinstmz) geschiehtnoch immer mittelst an horizontalen Armen angebrachten röhrenden Schleifkäsien.Diese Arme, deren man vier an einem gekreuzten Quadratrahmen znn, Schleifenkleiner Spiegel anbringt, zum Schleifen größerer Stücke deren zwei und bei ganzgroßen nur einen solchen Arm, erhalten ihre Bewegung durch eine horizontale, im Bo-den des Gebäudes liegende Welle, mit welcher sie durch konische Räder und Krnmm-zapfen verbunden sind. Vier in den Ecken des Rahmens angebrachte Krummzapfcndienen als Träger und Leiter des Rahmens. Auch bei den eben im Bau be-griffenen Schleifereien war noch immer die mangelhafte Konstruktion zu bemerken,daß die von dem Rahmen ausgehenden Arme durch an dem Deckengcwölbe befestigteKetten getragen wurden, wodurch der Schleisapparat, der doch eine vollkommenhorizontale Fläche erzeugen soll, eine mehr oder weniger konkave hervorbringt, dienur durch das öftere Verändern des SchlcifkastcnS einigermaßen ausgeglichen werdenkann. Die Glasplatten werden vermittelst GyPS auf die oft 20 Fuß langen undebenso breiten Unterlagen aus Sandstein, welche in der Gegend von London brechen,ausgekittet; an den oberen hölzernen Rahmen befindet sich eine Menge mittelstSchrauben befestigter, auf Sandsteinen genau abgeschliffener eiserner Lineale, derenZwischenräume mit GyPS, welcher die oberen Glasplatten festhält, ausgefüllt werden.

Von Bessern er ist der Vorschlag gemacht worden, die Glasplatte zum Schlei-fen und Poliren auf eine siebartig durchbohrte Schieferplatte zu legen, welche denDeckel eines Kastens bildet, i» welchem durch Säugpumpen die Luft verdünnt undso die Glasplatte auf der Schiefertafel festgehalten würde. Ein solcher Apparat warunter Nr. 400 Klaffe VI. der Britischen Abtheilung ausgestellt, eine Anwendung hataber, so viel mir bekannt geworden, noch nicht stattgefunden.

Das Schleifen der beiden Seite» einer größeren Glasplatte mit grobem Sandedauert zwei Tage, das Nachschleifen uiit zweierlei gröberem und feinerem Smirgclaus freier Hand 1^ und das Poliren 1); Tag. Der Smirgel wird aus Smyrnabezogen und kostet die Tonne bis London 12 Lstr. Das Belegen der Spiegelgläsergeschieht in bekannter Weise und kostet, je nach der Größe von 3 bis 35 (ZFuß,8 Pce. bis 2^ Sch. pr. Hst Fuß.

Die Farbe der Englischen Spiegelgläser ist nicht so weiß, wie die der Franzö-sischen. Einige Fabrikanten bemerkten mir, man verlange keine größere Weiße undbezahle die weißen Gläser nicht um so viel hoher, als der zur Darstellung weißerGläser erforderliche Mehraufwand betragen würde.

Die gepreßten Tafelgläser (pressest klicke) werden in derselbe» Art, wie Preß-Hohlgläser, durch Eingießen und Auspressen in gußeisernen plattenförmigen offenenFormen, die glatt oder sigurirt sind, dargestellt. Die Pressen bestehen zum Theilnoch aus den bekannten Spindel- und Hebel-Pressen, doch bedient man sich aucheiner neuern, aus beiden kombinirten. Der Hebel ist an der Seite des Rahmensangebracht und die in dessen Mitte stehende Schraube dient nur dazu, die Preß-scheibe für hohe Gegenstände auswärts, für flache niederwärts zu schrauben, so daßder Hebel in beiden Fällen nur dieselbe kurze Bewegung zu,machen hat.

Die Farbe des Glases ist gewöhnlich grünlich oder bläulich; die eingepreßten Figurenwerden durch Einbrennen verschiedener Metalloryde auch bunt gefärbt, bei den glattenStellen werden die Farben zuweilen durch Duplirungen mit farbigen Tafelgläsernhergestellt. Die Täfelchen sind theils quadratisch, theils rhombisch, theils rund, vonetwa 6 Zoll Durchmesser und werden mittelst Blei zu Kirchen- und andern Fensternzusammengesetzt, die einen ganz guten Effekt machen. Der Qnadratsuß kostet ein-schließlich Verbleiung 3 bis 10 Sch.

Hierher gehören anch die von Engländern und Franzosen ausgestellten ge-preßten Dachziegel in verschiedenen Formen »nd Stärken.

Das gewalzte Glas (rollest klate) wird in der Weise fabrizirt, daß das in