Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIV. Klasse. Glaswaarcn.

Metalle .oder einer Metall-Legirung werden mehrere Metalle angewendet, indem z. B.mit Platin ei» Theil der Spiegelplatte belegt wird und zwar so, daß die Platinbcle-gung regelmäßige Zeichnungen hervorbringt. Wird dann der übrige leer gebliebene Theildes Glases mit Zinnamalgam, wie dieses bei der gewöhnlichen Belegung in Anwen-dung kommt, belegt, so ist für den Beschauer, der sich in gerader Richtung vor demSpiegel befindet, nur eine einzige gleichartige Spiegelfläche sichtbar, die sich aber alsaus verschiedenen Figuren zusammengesetzt ergicbt, wenn die Spiegelfläche von derSeite betrachtet wird. Durch Aufmalen von verschiedenen Farben auf das Spiegel-glas vor dem Belegen desselben hat Reinsch diese Spiegel noch mehr verziert, wiean einem zur Ausstellung eingesendeten Crcmplarc zu sehen war.

') Gegenwärtig errichtet eine Aktiengesellschaft, an deren Spitze der Französische Fiuaiizminister Herr Fould, sowie einige Belgier stehe», eine Gußglas- und Spiegel-fabrik auf der zu diesem Zwecke von der Gesellschaft angekauften Glashütte zu Stol-berg bei Aachen . Das Aktienkapital soll 2 Millionen Thaler betragen.

Abschnitt IV.

§. »tt.

B n t l e l § l a s.

Diese Glassorte begreift in sich: I. gewöhnliche Gläser in fast schwarzer, dunkel-nnd hellgrüner, braungctbcr und fast weißer Farbe, oistinai v Ilottle 61>iss; 2. Medizinund Parfümerie-Gläser aus freier Hand und i» Formen geblasen, illosticinal I!»tt><-Olass; 3. weißes Hohlglaö (»Inte Iluttle lllass) aus freier Hand und in Formen ge-blasen oder gepreßt; 4. WafferleitnngS- uns GaSröhren, bValer piges anst tulstng.

Die Verarbeitung des Buttclglase^ geschieht allenthalben in den ersten Stadienauf dieselbe Weise; in England, Frankreich und Belgien bedient man sich zum er-sten Formen der Massen ausschließlich des Marbels (einer Stein- oder Eiscnplatte),in Deutschland meist eines ausgehöhlten Holzblockes, oder einer solchen Vorrichtungaus Gußeisen.

In England sind nur Modelle von Metall, welche die ganze Flasche umfaffcnund in welchen auch die Boden derselben zugleich mit den übrigen Theilen geformtwerden, üblich und sind, wenn die Flaschen Inschriften erhalten sollen, viertheiligznm Ocssncn, wen» die Flasche ausgcblasen ist; dreitheilig, wenn sie keine Inschrift-e.haben soll, wo dann der untere Theil bis an den Hals der Flasche ein offner, ausdem Ganzen bestehender Cylinder ist, an welchem zwei, den Hals bildende Theile,mit Charnieren angebracht sind, die sich vermittelst angebrachter Gewichte von selbstaufklappen, wenn der Arbeiter den Druck, den er mit einem Fuße auf einen Hebelzum Schließen dieser beiden Stücke ausübt, aufhören läßt. Zn Frankreich, Belgien und Deutschland gebraucht man hauptsächlich cylindrische nur bis an den Hals derFlasche reichende Modelle aus Metall oder aus Thon, sowie auch aus Rothbuchenholz.

Die Bearbeitung der Glasmasse auf dem Marbel und in ganz geschlossenenMetallmodellen erfordert zwar weniger Zeitaufwand, es wird aber die gleichmäßigeVerthcilung der Masse dadurch sehr erschwert und verliert das Glas an seinemGlänze. Die Nähte, welche durch die Formen an den sich öffnenden Theilen im Glaseentstehen, vermindern dessen Widerstandsfähigkeit, so daß für moussirende Flüssigkeitengrößere auf diese Art fabrizirte Gefäße nicht so gut anwendbar sind. Der Glassatzfür ordinaires Buttelglas besteht aus Sand, Pottasche oder Soda, Seifensiederasche,Holzasche, Glaubersalz, Kochsalz, dem Rückstände aus Leuchtgas -Fabriken, Kalk,Lehm, Grünstein, Basalt und andern feldspathhaltigen Mineralien. Zu Medizin-gläsern nimmt man die cisenfreieren Materialien, die noch reineren zum weißen