356 XXIV. Klasse. Glaswaaren.
Das spezifische Gewicht LeS FlintglaseS von Daguet ist nahe --- 4,0, desKrouglases zwischen 3,5 und 3,6 gefunden worden, während das spezifische Gewichtdes FlintglaseS von Gebr. Chance — 3,56 bis 3,58 war.
Dagnet hat Scheiben in Flintglas von 27 bis 38 Centimeter Durchmesser, inKronglaS von lO bis 16 Ccntim.; Bvntemps eine solche in Flintglas von sogar29 bis 29^ Zoll und 200 Pfr. wiegend, und eine in KronglaS von 20 Zoll Durch-messer geliefert.
Optische Gläser in kleinen Diineufionen fabrizirt in ausgezeichneter Qualitätimmer noch die berühmte Fraunhofersche Fabrik in München , die sie aber nur zuihren eigenen optischen Instrumenten verwendet und nicht in den Handel bringt.
Bvntemps hat sich früher erboten, Linsen von 22 Zoll Durchmesser in Flint-glas zu 550 Fr., in KronglaS zu 400 Fr. zu liefern, die früher selbst mit 40,000 Fr.bezahlt wurden.
Das von Gebr. Chance ausgestellte dünne Glas ist so dünn, wie feinesPapier, und dient zur Bedeckung der Gegenstände bei mikroskopischen Untersuchungen.
Unter Beihülse des Franzosen Tabonret haben die Gebrüder Chance seitetwa 3 Jahren die Anfertigung von Lenchtapparaten zu Lcnchtthürmcn aus Glas-platten, Prismen und Linsen unternommen und einen solchen Apparat ausgestellt.Die Färbung des Glases ist etwas dunkel, was aus dem Bestreben, das Glas mög-lichst wenig hygroskopisch darzustellen, hervorgegangen ist; sie bezweifeln nicht, einweißeres Glas gleicher Güte zn diesem Zwecke darstellen zu können. Einen ähnlichenApparat hat Wilkins aus London ausgestellt, dessen Glas weißer ist. Vergleichehiermit, was in dem Berichte über die ausgestellten Gegenstände in Kl. X. im Bd. I.S. 840 u. f. bereits erwähnt ist.
Schon oben ist die Rede von den Mails scheu zinkhaltigen Krongläser» gewe-sen, welche nach dem Zeugniß des Optikers A. Roß zn London als die besten ge-rühmt werden. Eine vorläufige Untersuchung dieses Glases ergab:
Kieselerde.56,613
Zinkoryd.13,495
Bleioxyd.4,108
Eiseuoryd, Spuren von > 0 400
Manganoryd u. etwas Thonerde)
Kalk.0,700
Arsenik.Spur
Alkalien, Borsäure und Verlust . 24,684
100 , 000 .
Magnesia konnte nicht gefunden werden.
Anhangsweise dürste auch noch der Glasüberzug erwähnt werden, welcher aufGußeisen (Platten, Röhren und anderen hohlen Gegenständen), sowie auf Blech an-gebracht werden kaun, um das Eise» dichter und glätter zn machen, sowie vor derEinwirkung des Sauerstoffs und der Säuren zu schützen. Ferner die Anwendung deralkalireichen und deshalb in Wasser auslöSlichen Gläser (Wasserglas), welche gewis-sermaßen den Uebcrgang aus den Gläsern in die Opalgebilde vermitteln, zur glas-artigen Opalisirnng von Ziegeln und andern Kunststeinen, zum Ueberzug von natür-lichen Steinen, von Mörteln und gemalten Kalkwänden (Stereochromie). Durch diesenglasartigen Opalüberzng wird nicht nur ein danerhafter Schutz gegen atmosphärischeEinwirkungen hervorgebracht, sondern es wird auch die Dichtigkeit und Tragkraft derMasse» hierdurch vermehrt, wie man sich an Ziegelsteinen, welche in Wasserglas-auflösung getaucht wurden, in, Vergleich zu nicht eingetauchten zu überzeuge» mehrfachGelegenheit gehabt hat.