Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
355
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8. 93. Optische Gläser, Flint- und KronglaS. 355

') Nähere Angaben über die Fabriken und die Fabrikate dieser Herren wird dererweiterte Bericht enthalten.

') Daß Schwefel Glas schwarz färbt, hat bereit« vor inehrercn Jahre» Splitt-gerber in Poggendorff'S Annalen nachgewiesen.

Nach einer in England mit den, von T. Gray und Conip. zu Boston ausgestellten Sande vorgenommenen Analyse enthielt derselbe in 2500 Theilen0,08 Eiscnoryd, während der beste Englische Sand 100 mal mehr enthalten soll.

Abschnitt VII.

Optische Siäser, Mnt- und Ärouglas.

8. 93.

1. Scheiben au« Flint- und KronglaS zur Anfertigung von Linse» für Teleskope, Mikroskope, Dagnerreotype und Kalotyp-Apparate.

2. In Platten geblasenes oder gegossenes Flint- und KronglaS für Optiker.

3. Dünne Gläser zu mikroskopischen Untersuchungen (Dkin Klass).

4. LichtbrechungS- und Leucht-Apparate, Prismen und Linsen für Lenchtthürme.

Die Fabrikation guter optischer Gläser, besonders in größere» Dimensionen, ist

so schwierig, daß selbst durch vie unermüdlichsten und ausdauerndsten Arbeiten dermit allen wissenschaftlichen Vorkenntniffen ausgerüsteten Männer, wie Dollond ,Fraunhofer, Utzschneider, Gninand, Dagnet, BontempS, Chance undMaos, es denselben doch noch nicht gelungen ist, sie immer in der Weise herzustellen,wie sie der Optiker und der Astronom bedarf. Die Fortschritte in diesem Zweige derGlasfabrikation, welche die neuere Zeit auszuweisen hat, sind indessen sehr groß,und haben sich besonders Bontemps und Maos durch Anfertigung großer Gläserverdient gemacht. Die Schwierigkeit liegt bei deren Darstellung besonders darin,dieselbe» in allen ihren Theilen von gleicher Dichtigkeit, ohne Blasen und Streifenund von möglichster Farblosigkeit zu erhalten. Durch häufige Veränderung derGlassätze und aufmerksamste Behandlung während ihrer Schmelzung und Abküh-lung ist es in neuester Zeit Dagnet in Solothurn , Bontemps, Associe der Ge-brüder Chance zu Birmingham, und Maes zu Clichy bei Paris gelungen,sehr große Gläser darzustellen, die nach dem Urtheile berühmter Astronomen, Physikerund Optiker, wir nennen einen Herschet, Brewster, A. Roß, eine» hohen Gradvon Vollkommenheit erreicht haben.

Die Herstellung solcher Scheiben in KronglaS ist noch weit schwieriger, als inFlintglas, weil es härter und schwerer zu schmelzen ist. Wird der Glassatz zu leichtschmelzend gemacht, so wird das Glas oft hygroskopisch und dadurch ungeeignetzu Fernrohren; setzt man ihn zu hartschmelzend, dann krystallisirt das Glas leichtund entglaset bei der Abkühlung. Diesen« letzteren Fehler ist das Flintglas wenigerunterworfen.

Beide Glassorten, das bleihaltige Flint- und das bleifreie KronglaS sind aberzu achromatischen Instrumenten durchaus nöthig; bei dem ersteren ist die Farbenzer-streuung im Verhältniß zur Lichtbrechung viel stärker. Man schleift deshalb einLinsenglas aus KronglaS und setzt es mit einem planconcaven Flintglasc, oder zweiLinsen ersteren Glases mlt einer biconcave» Flintglaslinse zusammen, um ei» Ob-jektivglaS für ein Fernrohr oder Mikroskop zu bilden.

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