Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
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XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirtc Waaren.

Mit der Beschreibung der Britischen Ausstellung beginnend, so ist es von denEnglische » Möbeln re. zunächst das Büffet (Seitentisch, 8i>Iol,oar,I), welches dieAufmerksamkeit des Ausländers auf sich ziehen muß, indem man dasselbe auf demKontinent, insbesondere in Deutschland , ebenso selten antrifft, als man es in denSpeisezimmern (ilinmg rnnnni) der Engländer vermissen wird. Man kann daherdieses Möbel vorzugsweise als ein ächt Englisches bezeichnen. Insofern man dasselbeaber auch auf dem Kontinent, insbesondere in Frankreich und Deutschland eingeführthat, unterscheidet sich doch im Allgemeinen der Englische Sideboard auf charakteri-stische Weise von den dortigen Büffets. Das Hanptkritcriuni dieser Unterscheidungist die Einfachheit des Englischen Sideboard. Es soll bekanntlich dieses Möbelals Seitentisch dienen, um beim Servilen einer Tafel die Tischgeräthschaften, Spei-sen oder Getränke irgendwo placiren zu können. In England, wo die wohlhabende-ren Familien für die verschiedenen Tageszeiten oder häuslichen Verrichtungen ihrebesonderen entsprechend möblirte» Zimmer, sowie für die Aufbewahrung von Vorrä-the» ihre besonderen Räumlichkeiten haben, ist demnach auch der Sideboard einzigauf den oben erwähnten Zweck berechnet. Sein Haupttheil ist das Tischblatt, wel-ches durch zwei Füße oder entsprechende Untersätze getragen wird; alle übrigen Theile,z. B. die hohen Aufsätze mit Sviegelwänden, erfüllen nur dekorative Zwecke. DieFranzösischen und auch die bei uns angefertigten Büffets dagegen dienen in der Regelnoch anderweitigen Zwecken oder Bedürfnissen. Sehr häufig, fast durchschnittlich, istder Theil unter dem Tischblatte als Kommode, Silberspinde n. dgl. eingerichtet, »ndbefindet sich außerdem auf dem Tisch ein hoher Aufsatz mit Schränken, um Gläser,Silbersachen u. s. w. aufzubewahren. Man nennt daher auch znm Unterschied dieEnglischen: 0 >>on oder tzeetrstal 8i>lobvar>Is, die Französischen eneloseä 8isteboar<1^.Bon letzteren befand sich nur einer in der Englischen Abtheilung. Wenn überhauptalle Englischen Möbel sehr massiv gearbeitet werden, so gilt dies im höchsten Gradvom Sideboard. Das Tischblatt ist gewöhnlich 2x bis 3 Zoll stark (»nd zwar nichtfonrnirt, sonder» massiv), bei einer Länge des Tisches von 8 bis 12 Fuß >znd einerTiefe von 2 bis 3 Fuß. Das Eichenholz wird in immer steigender Ausdehnung fürdie Büffets verwandt. Unter dem Tisch wird gewöhnlich ein kleiner hölzerner, inwendig mit polirtem Blech ausgeschlagencr Flaschenkeller, mit kunstvoll geschnitztemDeckel, placirt.

AehnlicheS wie von den Büffets würde sich von den Schreibtische» und Sekre-tairen sagen lassen. Auch hierbei liebt der Engländer größere Einfachheit und hatblos den einen Zweck des Schreibens im Auge, während bei uns der Sekretair nochals Repofitorium für die verschiedenartigsten Dinge dienen muß.

Die Konstruktion der übrigen Möbel, so weit sie nicht durch den Styl bedingtwird, enthält keine so charakteristischen Abweichungen als wir beim Sideboard undSekretair fanden, wenn auch die Bette» breiter, Tischplatten und Füße massiver alsin Frankreich und in Deutschland angefertigt werden.

Bei der außerordentlich großen Zahl von Ausstellern in Möbeln können wirnatürlich nur das Bemerkenswcrtheste hervorheben. ES muß dabei erwähnt werden,daß der Umfang des in Styl, Konstruktion oder Ausführung ganz Verwerflichen inder Britischen Möbelabthcilung nicht klein war, verhältnißmäßig weit bedeutender alsbei Frankreich .

Bon den Sideboards müssen wir zuerst des von Coocke und Söhnen, inWarwick, ausgestellten Kenilworth Büffets erwähne». ES gehörte dasselbe, seinerkunstvollen Holzskulpturen halber, eigentlich mehrzn den Kunstgegenständen (KlaffeXXX.),worunter eS auch im Katalog aufgeführt ist. Da die Ertheilung einer Preismcdaillegleichwohl in der gegenwärtige» Klasse erfolgt ist, so haben wir seiner hier Erwäh-nung zu thn». DaS Büffet bestand aus dem Holze einer ungeheuren Eiche von 10Fuß Durchmesser, die in der Nähe des alten berühmten Schlosses Kenilworth in der