Band 
Dritter und letzter Theil.
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414 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirtc Waaren.

mußten. Bet der länglichen Tafel ini Speisezimmer fiel dies weit weniger auf. Derreizenden Armsessel nnd Stichle ist bereits rühmend gedacht. Ein ganz originellesMöbel war der Gemäldeständer (lita-chro -> tal-le-mx), welcher die Rahmen znr Anf-»ahme von Gemälde» enthielt, die man zur Anficht ausstellen will. Der Obertheildes Möbels ließ sich auf dem Untergestell drehen; außerdem saß im Rücken jedesRahmens ein Charnier, welches gestattete, demselben jede beliebige Neigung gegenden Horizont zn geben. Auf diese Weise läßt sich mit größter Leichtigkeit für jedesGemälde die günstigste Stellung »nd Beleuchtung aufsuchen. Was den Styl diesesKunstwerks betrifft, so waren die Ansichten der Künstler hierüber sehr getheilt; jedenfalls lag aber hierin eine so schwierige Aufgabe für den Möbclarchitckten vor, daßdie Weise, wie sie gelöst worden, die vollste Anerkennung verdient, sowie auch dieHolzschnitzerei ganz bewunderungswürdig war. Den aus eigenthümlich verschlunge-nen Schnörkeln kvmponirtcn Fuß eines kleinen runden Nnßbaumtischeö vermochte»wir nicht schön zn finden.

Das vierte Zimmer war die Bibliothek. Dasselbe war möblirt mit einem gro-ßen Bücherschränke, einem Tische, einem Lehnsessel nnd 6 Stühlen. Der Bücherschrank, zugleich als Damen-Schrcibbürcau eingerichtet, war im Renaiffance-stnl aus Ungarische», Eichenholz angefertigt; die innere Einrichtung dagegen,sowie die aufgelegten Ornamente bestanden aus Oesterreichischcr Esche. ErstereHolzart ist bräunlich und recht schön gezeichnet, letztere schlicht weiß; die Jnsamnien-stellnng machte einen recht guten Effekt, und die Schnitzarbeit war meisterhaft.UebrigenS war der Obcrtheil etwas zu sehr mit Verzierungen überladen, wogegender Untertheil etwas nackt erschien. Ein Schreibfantenil sowie ein Lehnsessel wareneigenthümlich konstrnirt, gleichsam mit doppelter Rücklehne, wovon sich die kleinereauf die größere äußere anlehnte. Der Tisch bestand gleichfalls aus Oesterreichischcrnnd Ungarischer Esche.

In diesem Bibliothckzimmer hatte Leistler noch ein anderes, »ichtzu dem Amenble-ment gehöriges Meisterwerk ausgestellt, nämlich eine kolossale Bibliothek mit Bureauvon Eichenholz, ein Geschenk des Kaisers von Oesterreich an die Königin von England. Das ganze war in gothischen. Style gehalten, wiewohl derselbe, in der An-wendung auf derartige Sujets, sich nicht wohl ganz rciu nach architektonischen Re-geln durchführen läßt. Dies war auch an dem hier erwähnten Möbel auszusetzen;gleichwohl machte es i». Ganzen einen imposanten Eindruck und zeigte bewunde-rungswürdig gearbeitete Einzelheiten. Leider war die Arbeit trotz aller Beschleuni-gung nicht vollkommen fertig geworden. Den schönsten Theil bildeten unstreitig diebeiden großen Bücherschränke für Prachtwerke zur Linken »nd Rechten des Bürea»raumeS. Dieselben waren in der Form gothischer Thürme gebaut »nd ließen sichbegncin drehen, so daß der Schreibende, ohne seine Stellung zn ändern, mit Leich-tigkeit zu jedem Fach gelangen konnte. Zn den gleichfalls in der Form kleinererThürme gebauten äußersten Behälter» fände» Vasen und Blumen ihre Stelle. Zmuntern Theile waren vier Reihen langer, schmaler Schubfächer, mit gothischen Schil-dern, angebracht.

Das Speisezimmer war das fünfte und letzte. Auch hier begegnete manden ausgezeichnetsten Arbeiten. ES war möblirt mit einem lange» Ausziehtisch,36 Stühlen und eine», Büffet von Cnrbaril. Der Tisch war insbesondere benier-kenSwcrth wegen der unübertrefflichen Genauigkeit, mit welcher die verschiebbarenTheile und Einlagen ineinander paßten. Die beiden Hälfte», welche den normalenTisch bildeten, waren jeder mit vier geschweiften Füßen versehe»; in ihren Forme»,sowie in den VerbindnngSstegen war eine außerordentlich schwierige Aufgabe mitgroßem Glück gelöst. Insbesondere die Stege find sehr schwierig z» konstrniren,wenn sie nicht entweder plump oder „„graziös erscheinen sollen, »nd diese Schwie-rigkeit wird noch größer, wen» sie, wie es bei dem in Rede stehende» „nd bei dem