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tz. 106. Oesterreich.
Verzierungen überladenen Gemälderahmcn bildeten Meisterstücke der Holzsknlptnr;mir war bei ersteren, zu bedancrn, daß so viele Mühe n»d Kunst auf einen Theilverwandt werden, den daS Tischblatt größtentheils verdeckte »nd dessen Details nichtuntersucht werden konnten, ohne die »»bequemste Stellung annehme,> zn müsse».Auch bestand einiger Widerspruch zwischen der reichen Ornamentik des Fußes »ndden, ganz einfach gehaltenen Tischblatte.
Das anstoßende Schlafzimmer bildete den Glanzpunkt der Leistler'sche» Aus-stellung. Es war möbtirt mit einem großen Staatsbett. 2 Nachttische», eine», Bet-stuhl, 2 Lchnftühlcn, 2 Kaunitzsessetn, 8 Stühlen, eine», Sopha „nd Sophatisch, einerKonsole, einem Blumenständer und l Spiegclrahmen. Das Himmelbett aus Cnrbaril(Zcbrahotz) war unstreitig das reichste und geschmackvollste Möbel dieser Art auf derganze» Ausstellung. 2» monniuentalem Style gebaut, »nd auch in der Zusammensetzung der einzelne» Theile den, entsprechend gearbeitet, war die Feinheit und Schärfeder Skulptur eben so bewunderungswürdig, als der Reichthum der »üt Goldfransenverzierten saiumtcncn und seidenen Draperien und des Bettwcrks (a»S der Fabrikvon Franz Hubcr in Wien ) dem Auge imponirtc. Die ganze Ornamentik undinsbesondere die Reliefs und Statuetten versinnlichten die Geschichte und Bedeutungdes ehelichen Lagers. Der größte Reichthum der Skulptur war insbesondere an derAußenseite des Fußendes »nd an der inneren Seite des Kopfendes entfaltet. DasFußende trug in der Mitte einen Bogen, auf welchem das Wappenschild des Inha-bers angebracht war. Zu den Füllungen waren zwei Nische» mit den Statuettenvon Adam und Eva. In der Mitte des Kopfendes in einer Nische stand die präch-tig geschnitzte Statuette eines Schuhe,Igels, der die Schlafende» bewacht. Die Tisch-chen »eben dem Kopfende des Bettes waren etwas zu massiv, sonst vorzüglich ge-zeichnet und gearbeitet. Auch das Betpnlt mit hohem Aufsatz, in kirchlichem, wie-wohl ganz originelle», Baustyl gehalten, war ganz vortrefflich. Die Armsessel indiese», »nd dem anstoßenden Gesellschaftszimmer wurden von Viele» für das schönsteerklärt, was in dieser Art auf der ganzen Ausstellung vorhanden sei. Wie dasSopha, waren sie mit rothe», Seidcndamast überzogen und mit den reichsten Franzen besetzt; graziöse Form und vollendete Ausführung machten sie zn wahre» Mei-sterwerken und fanden sie insbesondere den »„getheilten Beifall auch solcher Kunst-kenner, die in dem Styl anderer Möbel von Leistler (z. B. des Bettes »nd derbeide» Bibliotheken) manches aussetzen wollte». Der Blumenständer dürfte, obgleichin den Einzelheiten bewunderungswürdig geschnitzt, von, künstlerischen Standpunkteaus das mindest werthvolle Möbel dieses Prachtzimmers gewesen sein, indem er in,Verhältniß zu seinem Zwecke wirklich z» massiv und steif gehalten war. Was indeßin einer solchen Zusammenstellung als weniger gut erschien, durfte sich immer nochin anderen Abtheilungen der Ausstellung »lit dem Besten vergleichen.
Aus dem Schlafzimmer führte in das dritte, das Gesellschaftszimmer, eine Flü-gelthür aus Mahagoni, die, obwohl einfach, dennoch ihrer schönen Verhältnisse »ndvollendete» Ausführung halber, das größte Lob verdient. In diesem Zimmer befandsich vorerst ei» großer runder Tisch aus Zcbraholz von 8 Fuß 10 Zoll Durchmesser,ferner ein kleiner runder Tisch von 0 Fuß 3 Zoll Durchmesser, ein Ecktisch, Konsol-tisch, 2 kleine Tischchen, ein Sopha, 2 große Lehnsessel, 4 Armstühlc, 8 Stühle undei» Gemäldeständer. Der große Tisch ist insbesondere als ein Meisterstück der Schrei-nerei hervorzuheben; die große Fläche hatte sich nicht im Geringsten geworfen. DerTisch hatte vier geschweifte Füße, die unten durch höchst geschmackvoll geformte undkünstlich geschnitzte Stege verbunden wurde». Hierbei müssen wir übrigens bemer-ken, daß uns die Auswahl des Holzes für so große, durch keine Verzierungen unter-brochene Flächen als die beiden Tischblätter darboten, nicht die glücklichste schien,indem die Zebrastreifen des EurbarilholzeS, welche geradlinig und unter sich parallelüber die großen runden Flächen wegliefe», den Eindruck des Monotonen mache»