Band 
Dritter und letzter Theil.
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416
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416 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirte Waare».

Von Speluzzi aus Mailand ein vorzüglich gearbeiteter Tisch in Bnhl mitBronzrverziernngrn.

V. Palhnber, in Wien , ein ausgezeichneter Arbeitstisch »>it sehr künstlicherEinlegearbeit in gothischem Geschmack, zum Preise von 720 Fl,

Ein ovaler, reichvergoldcter Spiegel- oder Gemälderahmen i» nicht allzngroßc»Dimensionen von B, Kölbl in Wie» war im reinsten Geschmack »nd in solcherBollendung ausgeführt, daß auf der ganzen Ausstellung keiner gewesen sei» dürste,der in künstlerischer Beziehung höheres Lob verdiente. Der Preis von 1000 Fl. warin der That diesem Meisterwerke nur entsprechend.

Auch des Billards und der Qncue's von Z. Knill in Wien habe» wir hieraufs Rühmendstc zu erwähnen ; der Tisch war mit Messing »nd Perlmutter reichausgelegt und sollte mit Zubehör 300 Lstr. kosten.

Noch erwähnen wir aus der Ocsterreichischcn Abtheilung des schönen mit Mo-saik und sonstiger Einlegearbeit verzierten Tischblattes (die Füße waren geschmacklos)von A. Kitschelt i» Wien , des reich ausgelegten Spieltisches von G Eolomboans Mailand (für den Preis von 12,000 Frs. allerdings sehr theuer), der kleinerenMöbel, Ehatonllen ». s. w. von Frz. Klanner in Wien ; ferner der Arbeiten vonP. Moschini in Eremona, Gebrüder P. und B. Nosani in Mailand (Sekrctair zn 0000 Oesterr. Lire), reich aber ziemlich geschmacklos, u. s. w.

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F r ankrei cli.

So wenig behauptet werden kann, daß die Französische Ausstellung in jedereinzelnen Richtnng des Möbelfaches das Ausgezeichnetste geleistet habe, was derKrhstallpalast überhaupt enthielt, so bestimmt und einstimmig war das Urtheil allerKunstkenner, daß im Allgemeinen den Franzosen die Palme in diesem Wettkampfegebühre. Reinheit des Styls, harmonische Verbindung der Architektur und der Or-namentik, paffende Auswahl des Materials nach Farbe, Zeichnung und sonstigenEigenthümlichkeiten, wie sie mit der Bestimmung oder dem Styl des Möbels in Ein-klang waren, unnbertrcfstiche Genauigkeit und Schärfe in der Schreinerarbeit wie inder Holzsknlptnr, eine zweckmäßige Vertheilnng der Ornamente, welche selbst bei derreichste» Verzierung jede Ucbcrladmig ausschloß, — alles dies machte die Franzö-sische Möbelabtheilnng zn einer der herrlichsten Parthiecn der großen Jndnstric-Ans-steklnng. Ueberdieß ist das Verdienst der Originalität mit in Anschlag zu bringen, in-dem die Franzose» als die eigentlichen Vorbilder in dieser Kunstrichtung zn betrach-ten sind; ein großer Theil der Möbel in andere» Abtheilungen war in der That nurals Nachahmung Französischer Muster anzusehen.

Dabei ist nicht zu verkennen, daß der neue Französische Styl eine Richtung ge-nommen hat, welche sich immer mehr von den vielfachen Verirrungcn des Geschmacksin den Zeiten Ludwigs XIV., XV. und XVI., sowie des Noccoco entfernt. SeitZahrhnnderten vielleicht sind keine reineren Darstellungen des Rcnaissancestyls auf-getaucht, als sie gerade die Londoner Industrie-Ausstellung auswies, und selbst inner-halb dieses Styls war vielfach eine Reinigung von solchen Elementen vorgenom-men worden, die dem Schönheitssinn der Neuzeit nicht mehr entsprechen; wir rechnenz. B. dahin die Ersetzung der Karyatiden durch Figuren auö dem Leben, sowie überhanpt die Neigung, der Natur selbst die Sujets der Ornamente zu entnehmen.

Das erste Möbel, nicht bloß der Französischen Abtheilung, sondern unstreitig derganzen Ausstellung, war ein großes Bnfset in Renaiffauce von A. G. Fonrdi-nois in Paris . Selten hat sich bei Gelegenheit der Ausstellung das Urtheil der