Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 111. Tapeten.

C. H. und E. Potter in Lver Darwen bei Blackburn windet Maschinen-und Blockdrnck zusammen an; die ausgestellten Tapeten zeigten bis zu lO Farbe»und standen denen der vorigen Firma in Reinheit und Schärfe des Drucks nicht nach.

N. Hinchliff und Comp. in London Maschinen- »nd Blockdruck; Tapetenin Pompejanischem Stnl, Renaissance und Roccoco, in Farbe und Zeichnung gefäl-lig, insbesondere eine sehr freundliche Tapete mit grünem Grund, mit Silberfäde»durchzogen; ferner Tapeten mit großen Füllungen, Rahmen und Friesen. Die Far-be» erschienen nur durchgehend« etwas zu matt.

W. B. Simpson in London Tapeten und EmscmbleS in Griechischem nndPompejanischem Styl, welche sich insbesondere durch getreue Nachahmung der denPompejanischen Malereien eignen Farbe» anszeichneten.

H. Turner und Comp. in London Tapctenmuster, Blockdrnck, in besonderszarten Farben, wenn auch älteren Mustern; insbesondere zeichnete sich ein Damast-muster aus in braun Velours auf grün veloutirtem Grunde.

I. WollamS und Comp. in London Tapetenmustcr in Maurischem Styl,reich an Gold in rothem, blauem und braunem Grund; ein Dessin in Gran aufkrapprothei» Grund zeichnete sich besonders a»S.

W. WollamS und Comp. in London verschiedene Muster, unter denen sichinsbesondre die in Italienischen! und mittelalterlichen Stylen auszeichneten, welchea»S der Königlichen Schule in Somerset-House hervorgegangen waren.

Von sonstigen besseren Britischen Tapetenfabrikanten nennen wir »och Scott,Cnthbertson und Comp., reiche Tapeten in gothischen und Roccoco-Stylen; Th.Arthur Tapete» mit besonders gelungene» Nachahmungen von Holzarten, die manin England meistens zur Dekorirung von Treppenhäusern nnd Gängen verwendet;anch Purkiß und Söhne zeichneten sich in diesem Genre aus; Jeffrey, Allenund Comp. schöne Jagdstücke, die fast der Malerei gleichkommen. Alle diese Fa-brikanten sind aus London , welches überhaupt der eigentliche Sitz der Englische»Tapetendruckerei ist.

Ganz besonderer Erwähnung verdienen noch die gepreßten Lederreliefs für Ta-peten und sonstige dekorative Zwecke von F. Leake in London . In Zeichnung,Schärfe des Reliefs, Reinheit der Vergoldung, Färbnng und Lackirung waren diesel-be» dem Schönste» gleichzustellen, was die Französische Abtheilung hierin auswies.

Von Seiten des Zollvereins waren wenige Aussteller in Tapeten aufgetre-ten und viele der berühmtesten Firmen wurden vermißt. Es ist selbstredend, daßin Deutschland ein solcher Lurus in derartigen AuSschmückungSgegenständen nichterwartet werden darf, wie in England und Frankreich , so daß die Beurtheilung hiereinen andern Maßstab festzuhalten hat.

Von den vereinsländischen Aussteller» erwähnen wir vorerst W. FlammerS-h eim in Köln , drei kostbare Tapeten in Preisen von 4 bis 6 Rthlr. die Rolle, mitOriginal-Zeichnungen, die sich den Französischen vollkommen an die Seite stellendürften. Auch die Farbenkomposition war äußerst glücklich getroffen. Die Leistungenvon Fr. van Lipp aus Düsseldorf , obgleich nicht zu so hohen Preisen hinaufstei-gend, find gleichfalls lobend hervorzuheben. Ferner von I. C. Arnold Söhnein Kassel eine Wandstäche mit Preußische» Wappen nnd Ordensdekorationen, sowieMuster von Jagddekorationen n. s. w.; Engelhard und Karth in Mannheim sechs Tapetenmustcr von guter Zeichnung nnd schöner Ausführung. Aus Lureni-burg hatte der Papier- und Tapetcnfabrikant Lamort eine schöne Sammlung or-dinärer, satinirter und veloutirter Tapeten eingesandt.

AuS dem nördlichen Deutschland (Hannover) hatte C. Herting in Eimbeck recht schöne feine Tapeten zu 4 Rthlr. pro Stück ausgestellt.