430 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirte Waaren.
Einlegearbeit. Nicht bloß war die Zusammensetzung höchst geschmackvoll, sonderndie ausgezeichnete und solide Struktur bewährte sich auch durch die schwierigeProbe, so viele Monate lang nicht etwa bloß zur Schau ausgestellt, sondern in denvon Leistler möblirten Zimmern wirklich in Gebrauch gewesen zu sein, wo Tau-sende von Menschen täglich ein- und ausgingen und wo überdies der Fußboden vonder unteren Seite der feuchte», kühlen Atmosphäre des llnterraums und von obeneiner in» 10 bis 15 Grad höhere» Temperatur ausgesetzt war. Obgleich Monate langin dieser Lage ini Gebrauch, zeigte sich nicht die mindeste Spur von Abnutzung,Werfen oder Ziehe». Besonders geschmackvoll war der Boden in dem Bücherzim-mer. Diese Leistungen vervollständigten das Verdienst, welches sich der Ausstellerim Möbelfache überhaupt erworben hat.
Von den Französische » Einsendungen waren insbesondere bemerkenswerth dieMosaik- und Einlegearbeit in Fußböden von F. Laurent in Paris .
Aus Belgien hatten Convert und Lucas in Brüssel und Gebr. DeKey» in I. St. Joffe-ten-Novde (Brabant) Meisterstücke in Mosaikparqnetböde»geliefert.
Aus Rußland waren eingelegte Pargnetböde» von Georg Miller jun.in Petersburg in vielen Muster» eingesandt, die in Zeichnung und präciser Ausfüh-rung mit zn den besten auf der ganzen Ausstellung gehörten.
Abschnitt IN.
L a p e t e n.
§. 111.
Die Ausstellung wies eine reiche Sammlung von Tapeten und ähnlichen be-druckten oder bemalten Artikeln zur Wand- oder Zimnierverzierung anf, die jedochder Hauptsache nach nur von zwei Länder», England und Frankreich , eingesandtwaren. Insbesondere überragte die Französische Abtheilung alle anderen in reizen-der, geschmackvoller Komposition der Muster und in essektreicher Farbenzusammen-stellung, während die Englische den großen Fortschritt im Maschinendrnck vorzugs-weise veranschaulichte.
Mit der Groß britannischen Ausstellung beginnend, haben wir zuerst derBlockdruck-Tapeten von Townsend, Parker und Townsend in London zu er-wähnen, insbesondere zweier Ensembles in Velours, Gold und Satin, wovon daseine in zarter und heiterer Färbung und Ornamentik, das andere dagegen dunkelund reich gehalten war. Den Dimensionen der Wand entsprechend, zerfiele» sie ingroße Füllungen und zeichneten sich insbesondere die Pilaster, wodurch die verschiede-nen Felder getrennt wurden, in Zeichnung und Farbenzusammenstellung aus, wäh-rend die Arabesken in der Mitte der Füllungen etwas steif erschienen.
In Maschinendrnck hatten unstreitig He y Wood, Higginbottoms, Smithund Conip. in Manchester und London das Höchste geleistet, was im Fach derTapetenfabrikation jemals erreicht wurde. Unter den von ihnen ausgestellten Musternbefanden sich einzelne, welche mit nicht weniger als 1-1 Cylindern in 16 Farben ge-druckt waren. Die Muster, meistens in Nvccoco, waren nicht besonders, jedoch indem Punkt, worauf es hier ankam, nämlich in der Präcision deS Drucks und dem ge-naue» Zusammenfallen der verschiedene» Farben, blieb nicht das Mindeste zn wünschenübrig, so daß diese Leistungen als wahre Triumphe der Mechanik zu betrachten waren.