Band 
Dritter und letzter Theil.
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434
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434 XXVI. Klasse. Möbel, Dekorationen und lackirtc Waaren.

Die Artikel von T. Lane aus Birmingham mochten nicht so sehr in'S Augefallen, als die von Jen neuS und Bettridge, allein sie waren von, technischenund künstlerischen Standpunkte eher höher als niedriger zu schätzen. Zu seine»schönsten Arbeiten gehörten ein Tisch, ein Damenarbeitstisch, ein Schachtisch, einSchirm ». s. w. Alle diese Gegenstände waren auf eine eigenthümliche Weise de-korirt, welche großen Effekt machte; das Verfahren ist dem Fabrikanten patentirt(patent pearl glasses). Hierbei wird nämlich hinter «in bemaltes Glas eine Perl-mutterschaalc eingelegt, die bemalte Seite ihr zugewandt: es bringt dies die pracht-vollsten Lichtcffektc hervor. Die architektonischen und Landschaftsbilder auf denLaneschc» Möbeln erregten deshalb allgemeine Bewunderung. Dabei waren Aus-führung und vorzüglich die Politur ganz meisterhaft.

Die Papiermache-Arbeiten von H. Clah und Comp. in London , Chiffoniere,Toilettentisch, Feuerschirm ». s. w., waren zwar untadelhast ausgeführt und reichdekorirt, standen jedoch vom technischen wie vom künstlerischen Standpunkte betrach-tet, den Arbeite» der beide» vorgenannten Firmen etwas nach.

Die Möbel, Albums, Portefeuilles, Thcebretter u. s. w. von Halbeard undWcllings in Birmingham verdienen der ehrenvollsten Erwähnung. Dasselbe giltvon den Leistungen von Spiers und Sohn in Orford, unter denen sich vorAllem ein im Styl Ludwigs XVI. gehaltener Feuerschirm mit einer herrlichen An-sicht des Märtyrcrdcukmals in Orford auszeichnete.

Walton und Comp. aus Wolverhampton , besonders schöne lackirtc Präsen-tirbretter mit sehr lebhaften, Gold; der Lack dürfte indeß glätter sein, auch zeigendie Zeichnungen vielfach einen nicht besonders reinen Geschmack.

Jackson und Söhne aus London hatten eine ganze Saalwand aus Stein-pappe mit Thüre, Spiegel- »nd Kamincinfassung u. s. w. ausgestellt; die Thüre,gelb im Grund mit weißen Leisten, nahm sich besonders gut aus, sowie überhauptdie ganze Arbeit den schönsten Eindruck machte. Ferner von denselben Ausstellern:Decken mit Sculptnren, Kronleuchter u. s. w., alles sehr gut ausgeführt.

Von sonstigen Britischen Aussteller» von Papiermache'- und lackirtc» Waarenerwähnen wir noch: Schoolbred, Laveridge u. Schoolbred sowie E^Perry,Beide in Wolverhampton , Mac Callum u. Had.ron und R. Purley, Beide ausBirmingham n. s. w.

Aus dem Zollverein haben wir vorerst der großen Sammlung von Waarenaus Papiermache und Steinpappe zu erwähnen, welche P. GropiuS aus Berlin ausgestellt hatte. Es waren meistens Knnstsachen, Statuetten und Ornamente, fernerRahmen, Leisten und ähnliche Gegenstände in den verschiedenartigsten Farben, meistens weiß mit Gold. Ganz besonders zeichneten sich durch Schönheit der Zeichnungwie durch meisterhafte Ausführung aus: eine Statuette des Prinzen von Preuße»mit Konsole zu 12 Rthlr., mehrere Deutsche Kaiser und verschiedene weibliche Fi-guren mit Konsolen im Preise von li.bis 14 Rthlr., zwei Spiegelrahmen mit Glaszu 55 und 100 Rthlr. u. s. w. In der Darstellung künstlerischer Sujets aus demin Rede stehenden Material, dürfte die Sammlung von GropiuS wohl den erstenRang auf der ganzen Ausstellung behaupten.

Aus Berlin waren ferner aufgetreten in Artikeln anS Steinpappe oder Papier-mache: A. Koppe, verschiedene Kartonagen und Steinpappwaren; C. H. Stob-wasscr, schöne lackirtc Kaffcebretter und ähnliche Gegenstände mit feinen Zeichniingen; A. Kirsten, Steinpapprahmcn und Einfassungen; ferner A. Bonge inPotsdam , sehr schone vergoldete Statuetten, Konsolen u. dergl. Fast alle Fabrikateaus dieser Gegend bekundeten die bedeutende Ausbildung, welche der in Rede stehendeIndustriezweig dort erlangt hat.