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XXVII. Klasse. Fabrikate aus Mineralstoffe».
Englischer Steine. Bedauern mußte gewiß jeder Sachverständige, daß weder darberühmte Porphyrwerk von Elsdahl ') in Schweden, noch das zu Kolyvan im Rus-sischen Asten die AnSstellnng beschickt hatten.
') Nach dem illustrirtcn Katalog Seite l353 soll unter Nr. öl eine kolossalePorphyrurne aus Elsdahl durch Se. Majestät dem König von Schweden zur Aus-stellung gekommen sein; ebenso von dem Porphyrwerk selbst unter Nr. 47 zwei der-artige Vase» ausgestellt worden sein. D. Red.
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Arbeiten aus Flußspats), Malachit und Jaspis.
1. Arbeiten aus Flnßspath.
Bei Betrachtung der eben so eigenthümlichen, als ausgezeichnet schöne» Arbei-ten aus Flnßspath, welche allein der Englische Theil der Ausstellung auszuweisenhatte, wurde der Sachkenner unwillkührlich an die berühmten »inrrhinischen Gefäße,meist Prachtvase» der Alten, erinnert, von denen jetzt außer Zweifel gesetzt ist,daß die kostbarsten derselben aus Flnßspath gefertigt wurden. Bekanntlich brachtePompejus ') aus dem Schatze des überwundenen Königs MithridateS die erstensechs muiilii»» „ach Rom und heiligte sie dem kapitolischcn Jupiter. Nero bezahlte eine mnrrhinisch« Schale von besonderer Schönheit mit ungefähr dreißig-tansend Gulden, ja eine lange Zeit hindurch schätzte man diese Gefäße beinah demGolde gleich. Wen» letzteres gegenwärtig auch nicht mehr der Fall ist, so bezahltman die Englischen Flußspathgefäße demungeachtet sehr hoch. Die meisten der aus-gestellten Vasen und Trinkschalen erinnerten an die Erzählung des Plinius, wonachein vornehmer Römer, der beim Mahle aus einem mnrrhinischen Kelche trank, demDränge nicht widerstehen konnte, dessen Rand zu benagen, so lüstern machte ihn dieSchönheit des Gefäßes.
Dergleichen an Verschiedenartjgkeit, Farbe, Durchscheinen oder Durchsichtigkeitgleich vorzüglichem krystallinischen (stänglichen) Flnßspath liefern zur Zeit einzig dieGrube» und Brüche in Derbyshire . Zu den seltensten Vorkommnissen insbesonderegehören die, welche ein amethystartigeS (dnrchsicbtigeS) Aussehen.haben; sie werden sebrhoch bezahlt. Die Arbeiter nennen sie „blne-3olin." Sehr oft soll man jedoch dieFärbungen künstlich (Behandlung mit Säuren unter 'Anwendung von Hitze) hervor-bringen oder wenigstens dieselben zu erhöhen suchen.
Von den sechs Ausstellern derartiger Gegenstände verdient zuerst I. Vallancezu Matlock, Bath (Nr. 40) aufgeführt zu werden. Seine nach schönen GriechischenMustern gearbeitete Flnßspathvase sollte zugleich das größte Gefäß sein, was ausdieser seltenen Masse jemals hergestellt worden ist. Die ganze Höhe der Vase betrug,vom Fuße bis zur höchsten Stelle der Henkel gemessen, 3 Fuß 5 Zoll, ihr Umfangan der weitesten Stelle mindestens 40 Zoll. Die Gefäßmaffe war »ngemein rein,fast durchsichtig, glänzcndblau und röthlichwciß; die ganze Ausführung ein wahresKunstprodukt. Ebenfalls schön war eine zweite glockenförmige Vase aus „blue-ckokin"Flußspath von 12 Zoll Durchmesser und 24 Zoll Höhe. Es fanden sich überhauptunter dem ganzen reichhaltigen Sortimente von kleineren Vasen und Schalen aus-gezeichnete Eremplare der verschiedensten Farben, als licht und dunkel violet, blau,grün, weingrün u. s. w. vor.
In Bezug auf Reichhaltigkeit eingesandter Flnßspathsachen sind, diesem Ausstel-ler am nächsten stehend, I. F. Hall in Derby und I. Tenand (Nr. 37, 38) inLondon anzuführen, sowie wegen ebenfalls einer ungewöhnlichen großen Vase in„bl,ie-.l»bn" W. Jepson ;n Edensor in Derbyshire (Nr. 132).