Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
445
JPEG-Download
 

tz. 116. Arbeiten aus Granit, Serpentin und Porphyr. 445

Kapital betrug 29 Fuß 5 Zoll. DaS Gewicht des GranitblockcS, woraus allein derSäulenschaft gehauen wurde, soll 400 Tons (8000 Ctnr.) betragen habe».

Ein anderes ähnliches Stück war der GrauitobeliSk mit Fuß von R. Hosten(Westende, Nordseite Nr. 75) von 20 Fuß Höhe und 15 Tonnen Gewicht, aus denBruche» in Carnseu bei Penrhyn, bekanntlich die ausgedehntesten in Cornwall .

Mac-Donald und LeSlie. in Aberdeen (74), hatten eine schöne Auswahlvon Gegenständen aus Schottischem Granit, als Vasen, Fußgestclle, Tischplattenausgestellt, wobei Schärft der Arbeit, sowie Politur gleich lobenswerth waren,h) Nichtcnglischc Aussteller.

Von den uichtenglischen Granitarbeiten verdient ganz besonders Kullgren'Saus Uddewalla in Schweden (Nr. 100) eingesandtes kolossales Grauitmonnment, einFußgestell mit hohem Kreuze (Totalhöhe ungefähr 16 Fuß) aufgeführt zu werden.DaS Ganze aus einem einzigen Granitblocke gearbeitet, zeigte sowohl die Vortreff-lichkeit des Materials, wie Gcschicklichkeit der Ausführung.

Cantian S ans Berlin (Zollverein Nr. 235) ausgestellten Granitarbeiten,ein säulenartiges Postament, an welchem der Säulenstamm ans gncuSartigem Gra-nit, mit eingesprengten Granaten; eine runde Tischplatte aus hochrothem Granit,aus der Gegend von Oderberg , wurde dieselbe Anerkennung zu Theil, welche sichdie ähnliche» Arbeiten desselben Ausstellers bereits seit längerer Zeit in Preußen,insbesondere bei der großen Deutsche » Gewerbe-Ausstellung 1844, zu erfreuen hatten.

2 Arbeiten aus Serpentin und Porphyr.

Während auf dem Kontinente bereits seit längerer Zeit die aus Serpentin bear-beiteten Gegenstände wenig Bcisall sinden und die reichhaltigen Sächsischen (Zöblitzer)Serpentinwerke sich gegenwärtig hauptsächlich auf chemische Geräthschaften und Spiel-waaren beschränken, scheint man neuerdings in England die alten Griechen undRömer nachahmen zu wollen, welche bekanntlich Serpentin zu allerhand artistischenZwecken verwendeten, wovon insbesondere die prachtvollen Serpentinsäulen, womitdie Römischen Tempel und Amphitheater der Stadt Limoges geschmückt Ware», ganzbesonders Zeugniß gaben.

Die beiden Engländer W. Pearce (Nr. 75) und I. Organ (Nr. 85) warendie Einzigen der ganzen Ausstellung, welche Serpentinarbeiten eingesandt hatten. Dervon ihnen verarbeitete Serpentin war den berühmten reichhaltigen Brüchen desLizard-Distrikts in Cornwall entnommen. Als besonders ausgezeichnet, sowohl we-gen der schönen dunkel- und röthlichgrünen Farbe des Steins, als der trefflichenFormen, nicht minder durch die Schärfe der Arbeit nnd Güte der Politur, erschie-nen von Organ (keurance Serpentine-Iwinpa»)) zwei schone Obelisken, ein vonSäulen getragener Taufstein in Norniäiinischem Stvle, eine Kaminbekleidung undVasen, nach guten antiken Mustern gearbeitet. Alle diese Gegenstände hatten einwunderhübsches Aussehen, was denselben als LuruSartikel gewiß Absatz verschafft.(Abbildungen ini illustcirten Kataloge.)

Von welcher Große völlig untadelhafte Stücke in den genannten Brüchen vor-kommen müssen, läßt sich nach den eben erwähnten Obelisken beurtheilen, von de-nen jeder gewiß 10 Fuß Höhe haben mochte. Als etwas Eigenthümliches erschie-nen hierbei ferner die regelmäßigen, freien Zeichnungen, ähnliche Adern aus weißemAsbest (nicht Speckstein oder Steatit, wie von dem Englischen Aussteller angegebenwurde), womit die Grundmaffe der Obelisken durchzogen war und wodurch die Schön-heit des Ganzen ungemein erhöht wurde.

Gleiches Lob ließ sich von den Serpentinsänlensüßen sagen, welche Pearceausgestellt hatte. Bei Letzterem fanden sich auch Gegenstände aus sehr schönemCornwall -Porphyr vor. Ebenfalls schöne Arbeiten aus derartigem Porphyr (Withielin Cornwall ) hatte Meredith (Nr. 141 Klaffe I.) ausgestellt, nämlich Plattenaus schwarzem, rothem und grünem Porphyr, sowie einen Porphyrtisch aus 54 Arten