Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
452
JPEG-Download
 

452 XXVII. Klasse. Fabrikate aus Mincralstoffen.

Verbandstücken zusammengesetzt; indeß kommen auch ganze Röhren von 7 dir 9 FußLänge vor. Die Wanddicke betrug 3 bis 4 Zoll. Der Preis 18füßiger Retorte» dererst bemerkte» Art wurde zu 9 bis 10 Lstr. angegeben.

Während gußeiserne Retorten eine Dauer von 8 bis 9 Monaten habe», haltendergleichen Retorten aus feuerfestem Thone 18 bis 24 Monate aus; überdies sollendieselben, unter fast gleichen Umstände», anch eine größere Produktion an Gas veranlassen. (?)

Zu erwähnen ist noch: F. T. Rnsford, Stonrbridge (89), insbesondere wegeneiner Badewanne für Erwachsene, mit Porzeklanmasse überzogen und glafirt.

Von nichtenglischen Ziegelfabriken zeichneten sich insbesondere die Leistungen derbereits oben erwähnten Fabrik von AloiS Miesbach, in Wien und Pesth (10),sowohl hinsichtlich der Mannigfaltigkeit (Dachziegel, Ban- und Ornamenten-Ziegel,Wafferleitungsröhren, Hohlziegel für Gewölbe), als auch der Güte der Fabrikaterühmlich aus. Die betreffenden Werke dieses Ausstellers zu Jnzersdorff bei Wien und Rakos bei Pesth gehören vielleicht zu den ausgedehntesten ihrer Art in der gan-zen Welt, was man einigermaßen daraus entnehmen kann, daß derselbe allein 43Brennöfen besitzt, in welchen je 45,000 bis l 10,000 Ziegel, oder zu gleicher Zeitgegen 3^ Millionen derselben gebrannt werden können. Das jährliche Umsatzkapitalbeträgt etwa 1,800,000 Gulden und beschäftigt dieser Fabrikant etwa 4800 Menschen.

2. Arbeiten aus Terra Cotta (buchstäblich gebackener Thon), als:Vase», Statuen, Ornamente und verschiedene andere architektonische Dekorationen,waren in ziemlicher Menge ausgestellt.

Bekanntlich werden derartige Gegenstände aus einem Teige geformt, der ausPfeifen- oder feinem Töpferthone, mit farblosem, geschlcmmte» Sande, gepulvertenScherben gemengt ist, langsam in der Hitze getrocknet und nachher in besonders ein-gerichteten Oefcn steinhart gebrannt. Letztere Arbeit muß mit ganz besonderer Sorg-falt geschehen, indem, wenn dies zu rasch erfolgt, das Material leicht Riffe erhält,die Formen und Zeichnungen verdorben werden. In der Regel giebt man anfäng-lich geringes Feuer, steigert es nach und nach und erstreckt die Brennzeit oft aufacht bis zehn Tage.

Von den Ausstellern dieser Abtheilung sind wegen besonders gelungener, meist sehrgeschmackvoller Arbeiten besonders anzuführen: Dnlton und Comp., London (Nr. 23), Vasen und andere Knnstgefäße, Effenaufsätze w. M. H. Blanchard, London (Nr. 92), Ionisches Kapitäl, gothische Ornamente. Die Grangemouth Coal-Conip. in Schottland (Nr. 99), Vasen, Kaminverzicrnngen w. Ferguson, Mil-ler und Comp., Heathfield bei Glasgow (Nr. 93, 129), Kopie einer Warwik-Vase. I. Pulham (Nr. 108) verschiedene Ornamente. I. P. Holstein, St.Etienne, Departement dc la Loire (Nr. 879), Simswerk. Staib »nd Wasscrottzu Ravensburg (Nr. 09 Württemberg) gothisches Fenster. E. March, Thier-gartenfeld bei Charlottenburg (Nr. 240), Vasen ic.

Hierbei kann nicht unerwähnt bleibe» die in England neuerdings vielfach mitGlück versuchte Nachahmung der sogenannten l'esserao ^) (von tk88ara, vier; beiden Griechen »nd Römern eigentlich jeder viereckige Gegenstand) zu Fnßplatten(Mosaik-Pflaster), von denen Boch zu SeptfontaineS bei Lmembnrg, Singerund Comp., Vaurhall Pottcry London (Nr. 88) und R. W. Kcene, VanrhallWalk London (Nr. 27) wohlgelungcne Proben ausgestellt hatten.

3. Arbeiten aus sogenanntem Steinzeng.

Obwohl eigentlich zn den Töpferwaaren gehörig, waren die Englische» unterdie Gegenstände der XXVII. Klaffe aufgenommen, andererseits enthielten die vorge-nannten Artikel Arbeiten, welche gemeinhin von den Töpfern nicht geliefert werden,welches letztere »m so wichtiger erschien, als den Deutschen Fabriken ähnlicher Waa-ren, insbesondere denen Preußens (Lausitz, Bnnzlau, Hohen-Lcipisch) und Sachsens