8- 119. Arbeiten aus Tcrra-Cotta und sog. Stci'nzcug. 453
(Kamenz, Pulsnitz ie) nicht genug empfohlen werden könn, sich an den Engländernein Beispiel zu nehmen, wie außerordentlich vielseitig ein Gegenstand der Gewcrbs-Jndnstrie gemacht werden kann, der, wenigstens an den genannte» Orten, bisher»»gemein einseitig betrieben worden ist.
Die größte Auswahl der verschiedenartigsten Artikel hatte S. Grecn undEomp. i» London (Nr, 125) geliefert. (Bergt, das unter Klasse XXV, Seite 375 bereitsErwähnte,) Bon der Richtigkeit der Behauptung, daß ein besonderes Dichtungsmit-tel (Lutnm) für die konisch gestalteten und genau cingeschlissenen Röhren für Dcstillir-nnd Kühlapparate völlig entbehrt werden könne, hat sich Referent beim Besuche derGrcensche» Fabrik (Lambeth, Prinzeß Street), überzeugt, Empfehlenswerth sindGreen's Pumpen aus Steiuzeug (Kolben, Ventile und deren Sitze aus derselbe»Masse) für chemische Zwecke, wenn Säuren gehoben oder entsprechend durch PumpentranSportin werden sollen. Der Preis einer derartigen Pumpe, mit Kolben vonlZoll Durchmesser, wurde zu 2 Gninecn angegeben.
Die Mannigfaltigkeit der Gegenstände, welche Green aus Steinzeug und Thonanfertigt, ist überhaupt fast unzählig zu nennen; man erhält ein Bild dieser außer-ordentlichen Fülle von Artikeln, wenn man nur die Prciskvnrante anblickt, welchediese Fabrik übrigens sehr gern abgicbt. Bis zu welchen Dimensionen GreenStciuzeuggcfäße liefert, zeigte unter Andern, ein ausgestellter Krug mit patentirtcmluftdichten Verschlüsse von gewiß lO Fuß Höhe, 120 Gallons — 1675 PreußischeQuart Inhalt, 8 Ccntiicr Gewicht und b Zoll dicken Wände»,
Von ebenfalls bedeutende», II»,fange ist Green's Verfertigung von Rohrenaller Art (WasserleitnngSröhre», Gasrohren, Retorten, Waterklosets ic,), wozu der-selbe die betreffenden Preßmaschincn wesentlich verbessert hat, (Vergl, vorn S. 376.)
Beim eben erwähnten Besuche der Greenschc» Fabrik fanden wir daselbstzwölf Brennöfen, elf von 12 Fuß Durchmesser und lO Fuß Höhe, einen von 16 FußDurchmesser und 14 Fuß 6 Zoll Höhe, den Green zugleich als den größte» seinerArt in ganz England bezeichnete.
Nächst diesem Aussteller sind H, Doultou und Comp., Lambeth (Nr. 23)und Doultou u, Watts daselbst (Nr. 05) als Einsender tüchtiger Steinzeugwaarenmannigfaltiger Art, sowie von Ornamenten, Vasen in Terra Cotta aufzuführen.
Hier reihet sich am zweckmäßigsten die folgende Notiz über eine von Ran so mund Pasons, Jpswich, ausgestellte Probe einer künstlichen Steinmaffe, sowieüber daraus gefertigte Gegenstände an. Diese Masse schien Festigkeit, gutes Aus-sehen und wahrscheinlich auch Wohlfcilhcit in sich zu vereinigen, und dürfte deshalbeiner mehrseitigen Anwendung fähig sein. Das Hauptmaterial derselben soll Feuer-stein und Sand und die Bereitung einfach folgende sein. Unter gleichzeitiger An-wendung von Druck und Hitze wird der gepulverte Feuerstein in Aezkalilauge aufge-löst und mit der Auflösung Sand oder anderes ähnlich wirkendes Material in derArt verbünde», daß eine tcigartige Masse entsteht, die nach hinreichendem Festwerdender Wirkung des Feuers ausgesetzt wird. Mit andern Worten, es ist eine mittelstWasserglas und Sand gefertigte Masse,
Als etwas eben so Neues als Eigenthümliches erschienen die mit Glas- oderSchlackenüberzügen versehenen gußeiscrnen Kaminbekleidnngen der Mirror - Marble -Komp anie, SouthwarkLondon (18) und von E. I, Coates, London (IO), von denEinsendern ausdrücklich mit den Worte» angeführt: „malle entirelg- atz ioo» aollzlass''. Das Aussehen dieser Gegenstände war derartig, daß man verführt wurdeanzunehmen, dieselben wäre» aus Obsidian gemacht. Wenn man bedenkt, daß aufdiesem Wege das Eisen durch einen glänzend schwarzen und gut aussehenden, festenIlcberzug vor Rost geschützt wird und die Grundmaffe doch eine größere Widerstands-fähigkeit und Dauer besitzt, als wenn sie aus Stein oder Thon besteht, so dürfte demganzen Verfahren wohl einige Aufmerksamkeit zu schenken sein.