542 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waare».
setzt, weiche sowohl hinsichtlick, der artistischen Ausschmückung, als auch hinsichtlichder methodischen Anordnung der darin enthaltenen Gegenstände, keinen Zweisel lassen.Ein interessanter Fund dieser Art wurde im Jahre 1794 im Garten des Nonnen-klosters von Sän Paolo in Nom gemacht. Derselbe bestand in einer silbernenKasctte von keilförmiger Gestalt, 2 Fnß lang, 1^ Fuß breit und 1 Fuß hoch undeinem andern sechszehncckigen Kästchen ebenfalls von Silber und mit Ketten ver-sehen, welche anzudeuten scheinen, daß es am Arme getragen wurde. Inschrift, Ver-zierungen und Inhalt dieser Kästchen (verschiedene Büchsen, Fläschchen, Schalen undLeuchter, ebenfalls sämmtlich i» Silber getrieben), welche von C. A. Völliger inseinem bekannten Buche') genau beschrieben worden sind, lassen keinen Zweifel, daßsie z»r Toilette einer vornehmen Nömcrin gehörten.
Im Mittelalter und den zunächst folgende» Jahrhunderten finde» wir der Toilettehäufig gedacht. Vor uns liegt die Beschreibung einer Toilettenkasette, welche SirJohn Alce im Jahre 1502 der Königin Elisabeth z»m Neujahrsgeschenk überreichte;sie war von Holz geschnitzt, gemalt und vergoldet und enthielt Flaschen, Gläser,Kamine u. s. w.; und von den humoristischen Dichtern Englands im darauffolgende»Jahrhunderte wird der mamiigfaltigci, Dinge, welche eine Toilette zur damaligenZeit enthalten mußte, häufig gedacht. Allein die Kasetten dieser Periode warenmehr LuruSgegcnstande, die in der 'Kegel nur in den Häusern der Reichen zu findenwaren, wo sie in dem Nnkleidezimmer der Dame ihre» Platz einnahmen, von welchemsie selten oder nie wieder entfernt wurden. Eine neue Zeit stellt neue Anforderungenan die Industrie. Die Gegenwart will neben eleganter Ausstattung mäßige Preise,um den Komfort einer möglichst großen Anzahl zugänglich zu machen und nament-lich Portabilität, damit derselbe unser,n reisenden Jahrhunderte in jedem Augenblickzur Hand sei, ein Element, welches bei den Toiletten früherer Perioden kaum inBetracht kam.
Die Zahl der Aussteller aus den verschiedenen Ländern war 50. Sie vertheil-ten sich wir folgt:
und Irland nebst den
Uebertrag .
. . 43
Kolonien
.29
. . 1
Zollverein . .
. 3
. . 1
Oesterreich . . .
. 3
Aegypten. .
. . 1
. 9
Perficn. . .
. . 1
. . 3
43
50
Preismedaille» .
Ehrenvolle Erwähnung.
... 5.
Großbritannien und Irland nebst den Britischen Kolonien.
Außer den in der obigen Zusammenstellung angeführten 19 Britischen Ausstel-ler» von Toiletten, Schrcibzeuge» und Arbeitskästchen, welche den Klassen XXIX.und XVI. zugetheilt worden waren, aber von der Jury der XXIX. Klaffe begutach-tet wurden, sind noch 14 andere Aussteller anzuführen, deren Artikel in Folge desMaterials oder der besonderen Behandlungsweisc in den Klaffen XVII., XXII.,XX VI., XXVIII. und XXX. zur Beurtheilung gekommen sind.
Es ist bereits oben bemerkt worden, daß die zu dieser Abtheilung gehörigen Ar-tikel vorzugsweise von England und Frankreich eingesendet worden sind, und wirkönnen hier sogleich hinzufügen, daß sowohl, was die Zahl der Einsender, als auchwas die Mannigfaltigkeit, den Reichthum, die vollendete Ausführung und die Zweck-mäßigkeit der gelieferten Artikel anbetrifft, die Englische Ausstellung den ersten Rangeinnahm.
Die gewöhnlichen Englischen Toilettekästche» von Holz und Leder zeichnen sich