Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
541
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§. 140. Toiletten, Schreib- und Arbeitskäsichcn. 541

Die Französische Abtheilung enthielt eine Art Firniß für Stiefel und Schuhe,welcher von L. A. Hebert eingesendet worden war.

Die Stiefelwichsfabrikanten des Zollvereins waren durch Cäsar Teich-mann aus Erfurt vertreten, in dessen Ausstellung die Wichse jedoch nur einen se-kundären Rang einnahm.

Die Nordamerikanisch en Aussteller waren E. Steere, W. R. Bakerund T. Turner. Ihre Produkte beanspruchen keine besondere Erwähnung.

Die Aussteller von Stiefelwichse haben keinen Preis davon getragen.

>) «ist. Xat. XXXV. 0. (25).

2) «ist. Xat. XV. 8.

3) Jmtigmties ok tlie ko^al «xclian-e 1848. p. 56.

') Dies war vor 50 Jahren ganz allgemein der Fall. Die Wichse bestand ausgelbem Wachs, Kienruß und Terpentinöl D. Red

Abschnitt II.

Mechanische Fabrikate.

Gegenstände zum persönlichen Gebrauche.

§. 140.

Toiletten, Schreib- und Arbeitskästcheu rc.

Die folgenden Notizen beziehen sich vorzugsweise auf Toiletten, welche dieEnglischen und Französischen Fabrikanten in großer Auswahl eingesendet hatten.Die Schreibkästchen waren eigentlich Klaffe XVI. zugetheilt worden, in welcher auchdie wichtigeren Artikel, z. B. sämmtliche mit Saffian und anderen Lederarten über-zogene Kästchen und namentlich alle hierher gehörigen Buchbiuderarbeiten zur Be-urtheilung gekommen sind; allein da sehr viele von den eingesendeten Toiletten auchSchreibzcnge enthielten und da ferner i» den Schreibkästchen sich vielfach Gegen-stände der Toilette vorfanden, so hatten, der nahen Verwandtschaft halber, auch einigeSchreibkästchen ihren Weg in Klaffe XXIX. gefunden. Ans ähnlichen GründenWare» die Arbeitskästcheu in Klaffe XXIX. aufgenommen worden. Letztere warenaber in verhältnißmäßig geringer Anzahl vorhanden und fast ausschließlich vonBelgien eingesendet worden.

Toiletten (llressinA-cases), Schrcibzeuge und Arbeitskästcheu in der geschmack-vollen und kompakten Form, in welcher sie von der gegenwärtigen Industrie geliefertwerden, gehören offenbar einer sehr modernen Periode an, und es ist fast zu bezwei-feln, ob die Fabrikation derselben, namentlich was Zweckmäßigkeit der inneren An-ordnung und Portabilität betrifft, bereits ihren Höhepunkt erreicht hat. Allein esist eben so gewiß, daß die entsprechenden Artikel, obwohl von primitiverer Art, be-reits ini Alterthume im Gebrauche waren, und daß namentlich die Kästchen und über-haupt die Geräthe, in denen man Toilette-Gegenstände aufbewahrte, schon damals nichtselten mit lururiösem Reichthum ausgestattet wurden. Die Nachrichten, welche dieheilige Schrift und die Bücher der klassischen Schriftsteller geben, obwohl keines-wegs selten, sind nichtsdestoweniger meist zu allgemein gehalten, als daß sie unsüber die fraglichen Artikel vielen Aufschluß gäben, allem die Ausgrabungen in Rom und anderen Orten haben uns mehrfach in den Besitz antiker Toiletten u. s. w. ge.