544 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
holz, die Ecke» mit Silber garnirt und der Deckel reich eingelegt mit demselbenMetalle. Die Kasette enthielt alle Erfordernisse einer vollständigen Toilette, sämmt-liche Artikel ebenfalls in Silber, Spiegel und Leuchter mit einbegriffen, Preis300 Lstr. Außerdem erwähne» wir »och eine wirklich äußerst bequeme Reisetaschefür einen Herrn, von einfachem Maroccoleder, und ein Safstanctuis, welches einenfür die Reise eingerichteten kompleten Theeapparat, Theekanne, Vorrichtung zumWafferkochen, Messer und Gabel u. s. w. enthielt, Preis 18 Lstr.
Ehrenvoll erwähnt wurden:
Charles Asprey, 166 New Bond Street, London ; Thomas Strudwick,14 New Bond Street, London, und George Austin, Dublin. >
Asprey für Toiletten und Schreibzeuge und außerdem für eine schöne Reihevon in Ormolu und Malachit gearbeiteten Tafelornamenten. Strudwick für wohl-feilere Toiletten, die aber immer noch vortrefflich gefertigt waren, und Austin eben-falls für Toiletten und Schreibzeuge in Holz, von trefflicher Arbeit.
Die Einsendungen von den Britischen Kolonien in diesem Fache waren sehrzahlreich, erwiesen sich aber in der größeren Zahl von Fällen mehr als Kuriositäten,denn als Erzeugnisse einer regelmäßigen Industrie. Ceylon hatte ein Schreibkästchenausgestellt, aus den Stacheln eines Stachelschweins gefertigt, die parallel nebeneinander gelegt und von einem geschnitzten Elfenbeinrahmen umschlossen waren, des-sen vertiefte Ornamente verschiedene Farben zeigten. Die Ostindische Abtheilungenthielt eine große Anzahl von Kasetten aller Art, welche aus den mannigfaltigstenMaterialien bestanden, und von denen einige mit ausgezeichnetem Geschmack verziertwaren. Wir erwähnen besonders ein Schreibzeug nebst einem Kästchen für Envelop-pen, anS Elfenbein und Sandelholz, sowie ein ähnliches aus Stachelschweinstachelnvon Kalkntta; ferner eine Mehrzahl eingelegter Kästchen von Bombay. — Neu-Süd-WaleS hatte ein Schreibzeug aus verschiedenen polirten Hölzern und Neu See-land ein Kästchen geliefert, welches als eine australische Toilette betrachtet werdenkonnte, insofern es zur Aufbewahrung des Haarschmucks der Eingeborenen diente.Auch Van DiemenSland und das Kap waren nicht zurückgeblieben; von beiden O>te» waren Schreibzcuge und ArbeitSkästcheu aus verschiedenen Zierhölzern mitgetheiltworden.
Zollverein.
Die Staaten des Zollvereins waren nur schwach vertreten in derjenigen Sortevon Toiletten, welche eine Begutachtung vor Jury XXIX. zuließen; dagegen wareneinige hierher gehörige Artikel ausgestellt, die des Materials wegen in andern Klaffenznr Beurtheilung kamen. Wir haben daher nur zwei Aussteller in dieser Abtheilungzu nennen, nämlich Wilhelm Rockhausen von Johanngeorgenstadt in Sachsen und G. Weber und Comp. von Eßlingcn in Württemberg. Ersterer hatte einigerecht schöne hölzerne Haudschuhkästchen eingesendet, welche theilweise mit Perlmuttereingelegt und in dem Kataloge zu den billigen Preisen von 14, 15 und 20 Rthlrn.das Dutzend verzeichnet waren. Derselbe Aussteller hatte auch eine Damentoiletteim Preise von 20 Rthlrn. geliefert, welche die einfachen Ansprüche unserer schönenLandsmänninnen, den Anforderungen ihrer Britischen Schwestern gegenüber, inerfreulicher Weise dokmnentirt. Ucbrigcns bemerkt schon Böttiger gelegentlich derBeschreibung der Römischen Damentoilette, deren wir im Eingänge gedacht hatten:„Unsere Damen begnügen sich in der Regel mit Rosenholz- oder Atlaskästchen, diehöchstens mit Messing oder Silber eingelegt sind, während die Römische Schöne keinMaterial von niederem Werthe als Silber, keine Arbeit geringer als die Kunstleistungdes Bildhauers zufriedenzustellen vermochte."
Der Württembergische Aussteller hatte Arbeitskästchen von Sykamoreholz ein-gesendet, welchen durch Eintanchen in eine Eisenlösnng eine eigenthümliche Farbe