Band 
Dritter und letzter Theil.
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8> 140. Toiletten, Schreib- und Arbeitskästchen. 545

ertheilt worden war. Eine ähnliche, aber mannigfaltigere Ausstellung hatte dieBeurtheilungs-Kommission in der Belgische » Abtheilung zu begutachten.

Oesterreich.

Die Hauptsendung aus Oesterreich in dieser Abtheilung bestand in einer Toilettenebst Ankleidetisch, welche mit rothem Sammet überzogen und mit durchbrochenen Elfen-bein-Ornamenten ausgestattet waren. Diese Gegenstände waren ininitten eines derOesterreichischen Seitenhöfe aufgestellt nnd fesselten durch ihre reiche Verzierung dieAufmerksamkeit der Beschauer. Allein nach der Ansicht der Beurtheilungs-Kom-mission war sowohl das Material, als auch die Art der Ornamentirmig, welchedein, Gebrauche keinen Augenblick zu widerstehen vermag, sehr unglücklich gewählt.Im klebrigen waren noch Toiletten und Arbeitskästchen in Hol; und Papiermache ausgestellt, welche aber weder hinsichtlich der Arbeit, noch hinsichtlich der Preise, mitden Englischen auch nur entfernt konkurrircn konnten.

Frankreich .

Die Französischen Aussteller, obwohl von geringer Anzahl im Vergleich mit denEnglischen, hatten nichtsdestoweniger eine höchst prachtvolle und kostbare Sammlungvon Artikeln, besonders Toilette», eingesendet, davon einzelne Nummern in geschmack-voller Arbeit und Mannigfaltigkeit der Verzierung miteinander wetteiferten. Es istallgemein anerkannt, daß der Pariser Knnstschreincr, was die Leichtigkeit seiner For-men und die ausgezeichnete Vollendung seiner Arbeit anlangt, den ersten Rang ein-nimmt, und dasselbe gilt von den Arbeiten in Buhl und Margneterie. Kein Wunderdaher, daß die Form und Verzierung der einfachen Französischen Kasette unübertrof-fen, die der feineren Sorten bis jetzt unerreicht geblieben sind. Was die innereAusstattung der Toiletten anlangt, so kann man ebenfalls nicht umhin, dem Ge-schmacke, der sich in der Zeichnung der Ornamente, in der kecken Garnirung, in dersicheren Handhabung des Emails und in der richtigen Adjustirung des glänzendenim Verhältniß zum matten Silber kund giebt, alle Gerechtigkeit widerfahren zulassen. Gleichwohl darf nicht unbemerkt bleibe», daß die Silbergeräthe der Franzö-sischen Toiletten in der Regel den Grad vollendeter Ausführung nicht erreichten,welche fast alle Einsendungen der Englischen Ausstattung charakterisirte. Die Ursachescheint darin zu liegen, daß die Französischen Arbeiter eine ganze Reihe vorbereiten-der Manipulationen unterlassen, welche in den Englischen Fabriken, zur Herstellungvon ebenen Fläche», mit großer Sorgfalt ausgeführt werden, ehe die eigentlichePolitur beginnt. Daher denn die kleinen, aber nichtsdestoweniger bemerklichen Undu-lationen, welche die flachen Französischen Silbergeräthe zeigen »nd die keineswegs inder Absicht des Musters liege». Auch die Messerschmiedearbeitc» und Glasgefäßebleiben hinter cen Englischen zurück. Es muß aber auf der anderen Seite auchwieder zugestanden werde», daß die Preise durchschnittlich viel niedriger waren, alsdie der Englischen Toiletten. Dies ist nicht etwa einem geringeren Silbergewichtezuzuschreiben, den» obwohl die einzelnen Artikel in der Regel etwas leichter nnddünner gearbeitet waren, als die Englischen, so wurde dieser Unterschied durch dieGröße derselben und ihre Zahl wieder mehr als ausgewogen; die Französischen Toiletten enthielten gewöhnlich ein silbernes Waschbecken nebst Wafferkrug, welchebeide in den Englischen fehlte». Bis zu einem gewissen Grade niag dieser geringerePreis von dem Umstände herrühren, daß auf dem Silber in Frankreich eine fastnominelle Steuer liegt, nämlich 1l Franken für das Kilogramme oder 35 Cent. fürdie Unze von 480 Grains. Was die Zusammensetzung des Französischen Silbersanlangt, so enthält dasselbe gesetzlich l00 Theile Kupfer in lOOO Theilen der Legirung,es werden aber noch 11 Theile tolerirt.

Toilettekästchen in Leder scheinen in Frankreich kaum fabrizirt zu werden, wenig-stens bemerkte man nicht ein einziges in der Ausstellung.

III.

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