Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXIX. Klaffe. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

struktion. Wir erwähnen besonders eine neue Art sich von selbst öffnender Regen-schirme. Der Mechanismus besteht einfach in der Einsetzung zweier Reihen vonSpannern (während der gewöhnliche Schirm nur eine hat), welche so zu einandergeordnet sind, daß die eine sich beim Schließen des Schirmes in einem Zustande derSpannung befindet, in welchem sie durch eine Springfeder erhalten werden. Drücktman diese Feder, so springt der Schirm auf. Ferner einen Regenschirm, der so ein-gerichtet war, daß man den Stock nach Abnahme des Schirmes als Spazierstock ge-brauchen konnte. Die Preise der Regenschirme waren jedoch etwas hoch, nämlichzwischen 40 bis 125 Frcs. Derselbe Aussteller hatte außerdem »och eine Samm-lung von Spazierstöcken, theils aus RhinozeroShaut, theils aus weißen« Fischbein,theils aus besonders zubereitetem Horn eingesendet.

E. Eharageat, Paris . Regen- und Sonnenschirme von ausgezeichneter Ar-beit. Die Zeichnung und Schnitzerei der Griffe ganz vorzüglich. Die Preise diesesAusstellers waren geringer, betrugen aber immer noch zwischen 25 und 75 Frcs. füreinen Regen- und 10 Frcs. 25 Cent. für den einfachsten Sonnenschirm, während diePreise für die eleganteren sich bis auf 100 Frcs. beliefen. Die angegebenen Preisebeziehen sich nur auf den Verkauf cn gras.

Belgien

hatte nur Sonnenschirme geliefert und war eigentlich nur durch einen Aussteller ver-treten, denn die von demselben Lande eingesendeten mit reichen Spitzen überzogenenSonnenschirme, die auf der Gallerte zu sehen waren, kann man kaum als zu dieserAbtheilung gehörig betrachten, weil sie hauptsächlich dazu bestimmt waren, die Fort-schritte der Spitzenweberei zu erläutern. Die eingesendeten Sonnenschirme warennicht so gut, als die Französischen und theurer als die Englischen. Ihre Preise variirtenzwischen 25 Frcs. und 3l Frcs. 25 Cents.

Ebenso waren die aus

Portugal

eingesendeten hierher gehörigen Fabrikate ganz ancrkennenswerth, aber in keiner Weiseausgezeichnet. Die Regenschirme hatte» theils Fischbein-, theils Stahlrippen,hölzerne oder Elfenbeingriffe, und waren mit schwarzer Seide überzogen. Die Son-nenschirme, theils für Frauen, theils für Kinder, hatten ebenfalls metallene Gestelle,und waren mit einfachen oder gestreiften Seidenstoffe» überzogen.

Obgleich die

Türkei

in diesem Fache nichts ausgestellt hatte, so interessirt es doch vielleicht unsere Leser,wenn wir beiläufig bemerken, daß der Gebrauch des Schirmes, früher ein ausschließ-liches Attribut fürstlicher Hoheit, gegenwärtig unter den mittleren Klaffen der Tür-kischen Bevölkerung allgemein geworden ist. Als einzige Erinnerung an das alteVorrecht ist die Sitte übrig geblieben, den Regenschirm zu senken, wenn man beidem Palaste das Sultans vorbeipassirt, und die Schildwache verfehlt nicht, selbst denvorübergehenden Fremden, dem diese Sitte unbekannt geblieben sein sollte, zur Er-weisung dieser Ehrenbezeugung höflichst einzuladen.

China .

Obscho» das Tragen des Sonnenschirmes in China nicht mehr ausschließlichein Vorrecht der höheren Stände ist, so muß man doch nicht glauben, daß derselbeunter den mittlere» Klaffen so gebräuchlich ist, als in den Europäische » Ländern.Der Chinese verläßt sich meist auf den Schutz, den ihm seine Kleidung gegen dieWitterung darbietet. So ist z. B. die Tracht der Matrosen ganz geeignet, denKörper trocken zu erhalten, denn der aus Stroh geflochtene Rock und der aus Strohund Bambusrohr gefertigte Hut des Chinesischen Bootsmannes vermag dem heftigstenRegengüsse Trotz zu bieten. Außerdem sind Kleider von Thierfelle», die rauhe Seite