H. 142. Stöcke.
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so weich wie rothglühendes Eise» geworden ist, wird er herausgenommen und solange, erst in der einen, dann in der andern Richtung, durch eine in einen starkenPfosten cingcschnittene Kerbe gezogen, bis er ganz gerade geworden ist. Der gedachtePfosten ist 3 Zoll stark, ungefähr 6 Fuß lang und l Fuß breit, und neigt sich vondem Arbeiter, der au einem Ende steht, in einem Winkel Von 30 Graden nach demBoden, in welchem das andere Ende befestigt ist.
Fazonnirei, des Stocks. Knotige Auswüchse, bambuSartige Ansätze »udspiralförmige Windungen gelten, je nach den Anforderungen einer launenhaftenMode in den Augen des Publikums für schön. Diese Formen, welche nur in eini-gen Fälle» Naturbildungen sind, werde» zum großen Theile durch Raspeln und Fei-len hervorgebracht. Ebenso verschiedenartige Ansprüche werden an die Stockknöpfegestelll, welche mit den mannigfaltigsten Schnitzereien verziert sein müssen, um demGeschmacke des Publikums zu entsprechen. Die Ausstellung brachte alle möglichenSorte» von Thier- und Menscheiiköpfcn, von Pferdefüßen und Vogelklauen u. s. w.,die nicht selten bedeutende Kunstfertigkeit verriethe». Namentlich zeichneten sich i»dieser Beziehung die Erzeugnisse der Deutschen Fabrikanten aus, die nebenbei nichtselten den köstlichsten Humor bekundeten. Wir können diesen kleine» Kunstwer-ken unsere Anerkennung um so weniger versagen, wenn wir hören, daß sie, selbstin größeren Stockfabriken, a»S den Händen von nur wenigen, in der Regel von dreibis vier Arbeitern hervorgehen, die, ohne irgend welche künstlerische Vorbildung zubesitzen, die Formen von Menschen und Thieren »nd selbst den verschiedenen Aus-druck und Charakter in den Physiognomie» mit seltener Wahrheit »nd oft mit vie-len, Geschmack wiederzugeben verstehen.
Färbe» des Stocks. Nachdem die Stöcke in der beschriebenen Art gestrecktund fa?onnirt worden, muß die Oberfläche in viele» Fällen noch durch Schmirgel-papier oder Fischhaut geglättet »nd in verschiedenen Tinten gefärbt werde», eheschließlich der Firniß oder Lack aufgetragen werde» kann. Manchmal wird die Ober-fläche theilweise verkohlt und die Kohle wieder hier und da abgeschabt, wodurch manein eigenthümlich geflecktes Ansehen erzielt; in andern Fällen werden die Stöcke mitlithographirte» Muster» bedruckt, namentlich ist dies auf dem Kontinente üblich, wodie Handarbeit nicht so theuer ist, als in England. Die Spanischen Rohre, wennsie nicht lang genug sind zwischen zwei Knoten, werden öfters an dem dickeren Endeabgedreht, und alsdann muß diesen, Theile die natürliche Farbe des Rohres wieder-gegeben werden. Dies geschieht mit solcher Geschicklichkeit, daß es unmöglich ist,den gefärbte» Theil des Stocks von demjenigen, der seine natürliche Farbe behaltenhat, zu unterscheiden.
Wir haben bis jetzt ausschließlich von Stöcke» vegetabilischen Ursprungs gere-det, aber auch Substanzen, welche aus den, Thierreiche stammen, wie z. B. Fischbein,Schildpatt, Widderhorn, RhinozeroShorn nnv RhinozcroShant werden häufig undWalflschknochen, Haifisch-Rückgrat, Narwalhorn und Elfenbein zuweilen für dieZwecke dieser Industrie verwendet. Das Horn wird durch Hitze erweicht und ver-mittelst besonderer mechanischer Vorrichtungen in lange Evlinder ausgezogen undselbst Raspelspäne von Schildpatt, durch Hitze und Druck z» konsistenter Masse vereinigt,lassen sich ohne Schwierigkeit zu langen Stäben formen. Die Rhinozeroshant isteine durchsichtige hornartige Masse, deren Elastizität und Dichtigkeit sie in, hohenGrade zur Fabrikation von Spazicrstöcken eignet. Die Hirschkalbfüße, die man nichtselten zu Handgriffen verwendet sieht, werden einer mäßigen Hitze ausgesetzt, undhalten sich dann, ohne die geringste Veränderung z» erleiden. Ruch Elfenbein, Hornund Knochen werden häufig z»r Verfertigung der Stockgriffe benutzt, und eine großeAnzahl Arbeiter findet in der Vorbereitung dieser Stoffe für den gedachte» ZweckBeschäftigung. Metalle werden weniger znr Herstellung ganzer Stöcke, als zurFabrikation einzelner Theile, namentlich der Handgriffe »nd Zwingen benutzt. Doch
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