Band 
Dritter und letzter Theil.
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584
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584 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

tinopel zu Theil für eine reiche Sammlung von Bernstcinmundspitzen, welche,obwohl keine so kostbaren Eremplare enthaltend, als die vorher beschriebene, nichts-destoweniger immer noch fast nur aus den werthvolleren Sorten bestand. Sie warentheilweise mit kostbaren Steinen, namentlich mit künstlichem Avcnturin reich verziertund stiegen in. Preise von 35 Sch. 6 Pce. bis zu 35 Lstr. Derselbe Fabrikant hatteeine reiche Auswahl von ZaSmin-Pfeifenrohren ausgestellt. Eine dritte Sammlung,deren Verfertiger uns als Said Aga bezeichnet wurde, repräscntirte die gewöhn-licheren Artikel, welche in der Türkei gebräuchlich sind. Nebe» den Bernsteinspitzen,deren Preis von 10 Sch. bis zu 30 Sch. wechselte, fanden wir hier eine reicheAuswahl von gewöhnlicheren Holzspitzen, Pfeifenrohren u. s. w., für welche SaidAga die ehrenvolle Erwähnung zuerkannt wurde. °) BemerkenSwerth in dieserSammlung war auch eine Anzahl von Cigarrcnröhre», ein Beweis, daß sich Euro-päische Gebräuche immer mehr in einen, Lande ausbreiten, wo noch vor wenigJahren eine Cigarre etwas Unerhörtes war.

Die Türkische Ausstellung von Rauchapparaten ist in jeder Beziehung charakte-ristisch, und sowohl die Zahl als die Mannigfaltigkeit der eingesendeten Artikel zeigthinlänglich, in wie inniger Beziehung dieselben mit dem ganze» Lebe» eines Volkesstehen, bei welchem die Pfeife ein Symbol der Gastfreundschaft und ein Zeichen desSchutzes ist und welches die Länge eines Weges und die Dauer einer Reise durchdie Anzahl von Pfeifen anzudeuten pflegt, die man bis zur Vollendung derselben zurauchen vermag.

Aegypten hat ein Paar Wasserpfeife» von Zink und Silber ausgestellt, sowieeine kleine Anzahl von Pfeifenköpfen, welche den Türkischen in jeder Beziehunggleiche».

Die Ausstellung von Tunis enthält eine besondere Art von Rohr, welches zuPfeifenröhren verwendet wird, und außerdem einige gestickte Pfeifcndeckel.

Persien selbst hat nichts zur Ausstellung beigetragen, allein verschiedeneEngländer haben Persische Fabrikate eingesendet. Wir bemerken einige PersischeWasserpfeifen und eine Damen-Mundspitze von Bernstein , von I. B. Thomsonausgestellt; ferner eine Sanimlung von Persischen Pfeifen, welche I. Hudson mit-getheilt hatte.

E h i ii a.

Vielleicht in keinem Lande ist die Gewohnheit, zu rauche», allgemeiner verbrei-tet, als in China , wo alle Klaffen der Bevölkerung und aller Lebensalter diesen,Genusse ergeben sind. In allen Theilen des himmlischen Reiches wird die Tabacks-pflanze kultivirt, welche sowohl zu Ranch- als auch zn Schnupftaback verarbeitetwird. N. Rondot schätzt die Zahl der Raucher in China auf wenigstens 100 Mil-lionen. Pfeifen werden in ungeheurer Anzahl und von großer Mannigfaltigkeitfabrizirt. Die Köpfe sind in der Regel von Argenta». Trotz dieser großen Ver-breitung war China nur schwach in diesem Industriezweige vertreten. Der einzigeArtikel, welcher genannt zu werden verdient, ist eine Opiumpfcise nebst Zubehör,welche Dr. Berncastle ausgestellt hat.

') Ein sehr schönes Eremplar eines so bearbeiteten Meerschaumblocks war inder Oesterreichischen Abtheilung von Ludwig Hermann ausgestellt worden. —Griechenland hatte eine Kiste Meerschaumerde eingesendet.

2) Siehe einen trefflichen Artikel in Prechtls technologischer Encyclopädie;demselben sind einige der vorstehenden Bemerkungen entlehnt.

Die Oesterreichische Abtheilung enthielt einige recht schöne Proben, welcheden Unterschied im äußeren Ansehen von Land- und Seebernstcin gut erläuterten.In der Zollvereins-Ausstellnng waren schöne Stücke von Landbernstein, die, nebstdem fossilen Holze, mit welchem derselbe vorkommt, E. L. Teßler in Stolp einge-