Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
583
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tz. 144. Meerschaum- und Bernstein -Fabrikate. 583

Oesterreichischen an die Seite gestellt zu werden verdienen. I. Strauß erhielt diePreismedaillc.

T o s k a n a

hat nur eine schön geschnitzte Ebenholz-Pfeifen röhre ausgestellt, deren Einsender,Luigi Romoli, Pork-Terrace Chelsea, ehrenvoll erwähnt wird.

T ü r k c i.

Nächst der Deutschen war die Türkische Ausstellung am reichlichste» mit Rauch-apparaten ausgestattet. Beim Eintreten in den Türkische» Seitenhof wurde die Auf-merksamkeit alsbald durch eine beträchtliche Anzahl prachtvoller Margilehs oderWasserpfeifen in Anspruch genommen, von denen einige in Silber getrieben und mitkostbaren Steinen verziert waren. Die Schlangenröhren, durch welche die Margilehsgeraucht werden, glänzten in allen Farben; sie bestehen aus Lederschläuchcn, welcheüber Drahtspiralen gezogen sind; über dem Lcdcrschlanche befindet sich eine zweiteDrahtspiralc, die genau in die Schaubenwindungeu darunter einfällt. In gleicherMannigfaltigkeit war die gewöhnliche Pfeife vertreten, die kurze ((.'liilmgue) sowohlals die lange (llsliliua). Die langen Röhren, aus welchen man die letztere macht,werden aus dem Holze des Kirschbaums, des wilden Pflanmenbaums, aus Jasmin-und Ebenholz gefertigt. Die Türkische Sammlung brachte sogar die rohen Bohrer,mit welchen diese Röhren, die oft fünf Fuß und länger sind, gebohrt werden. Beider gedachten Operation find die Bohrer in vertikaler Stellung festgeschraubt, wäh-rend die Röhre gedreht wird; auf diese Weise werden die Drehspähne entfernt, ohnedaß der Bohrer herausgenommen zu werden braucht. Zst die Röhre sehr lang, somuß an beiden Seiten gebohrt werden. Bei der Anfertigung der langen Kirsch-baumröhren kommt es besonders darauf an, entweder knvtenfreie Stämmchen zuerhalten oder die Schnittflächen, welche durch Entfernung der Aeste entstehen, künst-lich zu verdecken. Zu ersterem Zwecke werden die Stämmchen an der Stelle, wo sichZweige bilden wollen, sorgfältig mit Tuch umwickelt; sind Aeste wirklich ausgeschnit-ten worden, so muß ein Stück Rinde künstlich eingesetzt werden. Die TürkischenDrechsler haben in letzterer Kunst so große Fertigkeit, daß die Stellen, wo falscheRinde an die wahre anstößt, kaum entdeckt werden können. Die zahlreichen Kirsch-banniröhren, welche die Türkische Sammlung enthielt, erlaubten der BeurtheilungS-Kommission, sich von dieser Thatsache zu überzeugen. Die Pfeifcnköpfe, welche ausdiesen Röhren geraucht werden, sind von rothen, oder gelbem Thon und zeichnen sichin der Regel durch leichte, aumuthige Formen aus. Die Ausstellung brachte einegroße Menge dieser Köpfe. Einige derselben waren theilweise vergoldet und dieeigenthümliche Goldzeichnung auf rothem Grunde war fast immer sehr geschmackvoll.Die meisten aber waren unverzicrt und einfach aus Thon geformt; es ist bekannt,daß die Türken vorziehen, ihre Pfeisenköpfc oft zu wechseln, was die Abwesenheiteiner größeren Anzahl reich verzierter Eremplare hinreichend erklärt. Noch müssenwir der mannigfaltigen Auswahl von Zmamehs oder Bernsteinspitzen gedenken, aufwelche bereits in der Einleitung hingewiesen worden ist. Unter diesen fanden sichvier ausgesuchte Eremplare von der eigenthümlichen Forni, wie sie im Oriente imGebrauche ist, nämlich abgerundet, so daß sie nur an die Lippen angelehnt werden,welche zusammen den ungeheuren Preis von 1000 Lstr. erreichten. Diese Spitzenwaren in dem eigenthümlichen Bernstein gearbeitet, welcher, nach Türkischen Begrif-fen, den höchsten Werth besitzt. Die beiden kürzesten wurden uns von den TürkischenKommissaren als Ideale von Zmamehs bezeichnet; sie waren reich in Brillantengefaßt und zu 305 Lstr. das Stück veranschlagt; die beiden längeren zeigten dieeigenthümliche Bernsteinfarbe in geringerem Grade und waren minder reich mitkostbaren Steinen besetzt, sollten aber nichtsdestoweniger immer noch 200 Lstr. dasStück kosten. Der Einsender dieser Prachtemplare, Hadji Miram Dugoglou,erhielt die Preismedaille. Dieselbe Auszeichnung wurde Na im Effendi in Konstan-