588 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
Folgende sind die Namen der Aussteller, welche Preise davon trugen:
Gebrüder Adt, Ensheim, Bayern , deren reiche Sammlung kleiner Waaren,namentlich SchnupftabackSdcsen, die PreiSmedaille erhielt. Sämmtliche Artikel dieserFabrikanten waren bei ganz anerkennenswerther Arbeit außerordentlich billig.
I. G. Frank, Offenbach , Rhein-Hessen. Der Hauptartikel dieses Ausstellersbestand in Spazierstöckcn, für welche er ehrenvoll erwähnt wurde (siehe Seite 566,Stöcke). Die SchnupftabackSdosen, welche derselbe eingesendet hatte, waren von Pa-piermache.
Oesterreich.
Oesterreich ist nur durch zwei Aussteller vertreten, von denen in der That nureiner zur Klaffe XXIX. gehörte. Dieser ist C. Hofrichter, Reichen«», dessen um-fassender Ausstellung kleiner Papiermache-Artikel die PreiSmedaille zu Theil ward.Die Zahl der eingesendeten Varietäten war nicht geringer als 167, welche sich so-wohl durch gute Arbeit, als auch durch ganz außerordentlich billige Preise auszeich-neten. Als Beispiel führen wir ganz nette Nachahmungen Schottischer Schnupf-tabacködosen in Papiermache an, im Preise von 9 bis 18 Kreuzer K.-M.
Der andere Oesterreichische Aussteller von SchnupftabackSdosen gehörte eigentlichin Klaffe XXIV. Es ist P. Bigaglia, Venedig , welcher prachtvolle Dosen vonkünstlichem Aventurin geliefert hat. Der künstliche Aventurin ist bekanntlich einSilikat von Kali, Natron, Kalk und Eise», in welchem eine kleine Menge Kupfer(etwa 4 Prozent) in metallisch-krystallinischem Zustande ausgeschieden ist, das derMasse ein äußerst schönes Ansehen giebt, und sich besonders unter dem Mikroskopegut auSnimnit. Es ist nicht mit Sicherheit bekannt, in welcher Weise das Kupferreduzirt wird, wahrscheinlich aber geschieht dies mittelst Zinn , wenigstens findetman stets eine gewisse Menge Zinnoryd in künstlichem Aventurin.
Die Französische Abtheilung zeigte eine Reihe von SchnupftabackSdosen, welcheeben so eigenthümlich in ihrer Art sind, als die Schottischen, und deren Fabrikationsich auf Frankreich, und wahrscheinlich beinahe ausschließlich auf Paris beschränkt.Diese Dosen zeichnen sich, wie die Schottischen, durch die Sorgfalt aus, mit der dasCharnier gearbeit»« und der Deckel aufgepaßt ist, allein sie sind niemals gemalt,sondern zeigen stets das Material selbst, aus welchem sie gefertigt sind, im Zustandeder feinste» Bearbeitung. Die eingesendeten Proben waren a»S Elfenbein, Schild-patt, Rhinozeroshorn, Ahorn, Olivcnholz, Rosenholz und dem Holze verschiedenerPalmenarten, sowie aus versteinertem Holze verfertigt. Sie hatte» sgmmtlich einendünnen Schildpattüberzug. Einige waren höchst geschmackvoll mit Gold und Silbereingelegt. Die Aussteller dieser Dosen, Colletta-Lefebvre, und C. V. Mkr-eier, beide aus Paris , erhielten die PreiSmedaille.
Von den übrigen Ländern haben wir nur noch ganz kurz zu erwähnen:
welches durch einen Fabrikanten vertreten war. Derselbe hatte Papiermache -Schnupf-tabacksdosen geliefert, von ziemlich guter Arbeit, aber zu enormen Preise». Die ge-wöhnlichste Dose war zu 2 Sch. 10 Pce. verzeichnet; die theuerste zu 38 Sch. DieCigarrendosen waren zu 22 bis 38 Sch. angegeben.
Von den Einsendungen der
erwähnen wir eine aus bituminösem Schiefer geschnittene Dose, ferner eine sehrschön geschnitzte Schnupftabacksdose von Bethlehem , endlich eine Dose von emailir-tem Silber, welche letztere jedoch nicht zu Klaffe XXIX. gehört.