Band 
Dritter und letzter Theil.
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§. 147. Kraftspiclc und Spielwaarcn.

Was von Britisch Guiana ausgestellt worden war, ist kaum der Rede werth;dagegen enthielt die Indische Abtheilung eine reichhaltige Sammlung von Spielsachen,hauptsächlich aus Bengalen und Madras, Mit grellen Farben bemalte rohe Nach-bildungen von Bögeln und Vierfüßlern waren in überwiegender Menge vorhanden,und es ist bcmcrkenswerth, daß wir desselben Spielzeuges bereits in der Sacrntola,deren Dichter vor Christi Geburt blühte, erwähnt finden, „Geh' nach meiner Hütte,"sagt ein Diener im V, Akt, „dort wirst du Spielzeug finden für das EremitenkindSaneara, einen Pfau aus Thon gebrannt, in reichen Farben glänzend," Bon denin Europa bekannte» Spielen waren in der Sammlung nur wenige enthalten, dochbemerkten wir einen Brnmintopf, sowie eine kleine Anzahl von Balauzirfiguren.Dagegen waren einige Malahischc Verirspicle (zui/.rlos) vorhanden, von denen zwei,die in Flaschen mit engem Halse eingeschlossen waren, besonders erwähnt zu werdenverdienen. Außerdem enthielt diese Sammlung viele aus Pstanzenmark geschnitzteFiguren, deren Verfertigung viele Geschicklichkeit verrieth. Die Indischen Spiel-waaren, obgleich bei weitem nicht so gut gearbeitet, als die Europäischen , warennichtsdestoweniger ein höchst willkommener Beitrag znr Ausstellung, indem fie unsdie in Znbicn wirklich gebräuchlichen Dinge vorführten und das Bilv des dortigenLebens vervollständigten, das uns die Ostindische Kompanie durch ihre eben so reich-haltige, als sinnreich ausgewählte und geordnete Ausstellung darzubieten bemühtgewesen ist und wofür den Beamten derselben von Seiten des Publikums der wärmsteDank gebühre. Die Einsendung dieser einfachen Spiclwaareu liefert neben so manchenandern Dingen einen schlagenden Beweis, wie richtig die Kompanie von dem erstenAugenblicke an Zweck und Wesen der Ausstellung erkannt hatte.

Zollverein und Norddeutsche Staaten.

Rächst Großbritannien hatte sich der Deutsche Zollverein am reichlichsten beider Ausstellung von Spiclwaareu bctheiligt. Die besten Spielsachcn aus Preußenwaren die von G, Söhlke auS Berlin eingesendeten, weiter unten näher besproche-nen Zinnfiguren, wofür derselbe die Preismcdaille erhielt. Ferner waren Puppenmit und ohne Anzüge von A, E, Bohn aus Berlin , sowie eine Ziege und einkleines Pferd, beide mit dem Naturfell überzogen, von R in ge lmann in Hirschbergausgestellt. Außerdem hatte A, Fleisch mann von Sonnenberg (der Verfertigerdes oben erwähnten Modells von Gulliver) unter der Benennung „PhilharmonischerKronleuchter" eine humoristische Gruppe von Figuren eingesendet, die den wohlbe-kannten Konzertmeister Jnllien, in der Spitze des Kronleuchters sitzend, umgeben vonseinen Orchestermitgliedrru, die in verschiedenen Posituren, ein jeder mit seinem Instru-mente, auf dem Reifen des Leuchters vertheilt waren, darstellte. Die Physiognomieenund Stellungen der einzelnen Musiker bethätigen aufs Neue den guten Humor desKünstlers, den wir bereits bei Gulliver kenne» gelernt halten, und die ganze Kom-position, die natürlich nur für einen bestimmten Zweck hergestellt sein konnte, fandvielen Beifall,

Sachsen hatte nur einige wenige Zinnfiguren eingesendet; die ausgebreitete Holz-spielwaaren-Mannfaktur dieses Landes war ganz »»vertreten.

Die Beiträge aus Bayern bestanden hauptsächlich aus einer von Eichucrgelieferten Sammlung von Fuhrwerken mannigfacher Art, aus welche wir bei Auf-zählung der Preise zurückkommen. Recht hübsch und sinnreich ausgedacht warenjedoch auch die von I, M, Jßmayer ausgestellten magnetischen Spiele, BeideSammlungen waren von Nürnberg eingesendet, das seit undenklichen Zeiten großeQuantitäten von Spielwaarcn verfertigt und erportirt. Noch hatten sich zwei andereFabrikanten, der eine mit Puppen, der andere mit geschnitzten Spielwaaren, an derAusstellung bctheiligt, die wir hier nur erwähnen wollen.