Band 
Dritter und letzter Theil.
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620
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620 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.

nen Spinn- und Webemaschinen, welche in dem «»gränzenden Raume arbeiteten, unddem einfachen Bogen zum Reinigen der Baumwolle in den Händen einer Bengali-schen Frau, dem kunstlosen Spinnrade, auf welchem eine zweite sie verspinnt, undendlich dem primitiven Wcbstuhl eines Indischen Webers, wie sie uns diese Figurenzeigen! Unweit Nasmyth's mächtigem Dampfhammer sahen wir den „Kstamar"oder Bengalischen Grobschmied mit seinem einfachen Blasebalge am Ambos in sei-ner Schmiedewerkstatt, und dicht neben unsern Europäischen landwirthschaftlichenGeräthen und Maschinen standen die Modelle der unbeholfenen Pflüge und Eggendes JndierS, die kein Europäer gebrauchen konnte, und Reismühlen, so roh undschwerfällig, daß die Geduld eines Hindu dazu gehört, sich ihrer zu bedienen. Inderselben Reihe mit der mächtigen Lokomotive, welche unsere Korrespondenzen miteiner Geschwindigkeit besorgt, die noch vor wenigen Jahren sich Niemand hätte träu-men lassen, die aber neben der Gedankenschnelligkeit des elektrischen Telegraphenschon zum Gewöhnlichen geworden ist, sah man die Darstellung eines Ilarvk-iuuneisoder eines Indischen Briefpostboten und des Vawle-bavst^-burctar, eines Boten, derdie Pastete der Königlichen Post durch das Land besorgt, und in unmittelbarer Nähedes aufsichtfuhrendcn Englischen Konstablers standen die Figuren dc» Iloo-zobassceoder des bewaffneten PolizeidienerS und des llkorvkccäao oder Dorswächtcrs. Diessind mir einige Gruppen aus dieser ebenso lehrreichen als gut ausgeführten Samm-lung, die eines genauen Studiums wohl würdig war. Der Beschauer staunte, mitwelch einfachen Werkzeugen der Hindu Operationen ausführt, zu welchen wir kost-barer und mächtiger Maschinen bedürfen. Als Beispiel mag noch die primitive Vor-richtung zum Auspressen des Zuckerrohrs erwähnt werden. Dieselbe besteht ganzeinfach aus zwei rohen hölzernen Walzen, die vermittelst einer Handhabe durch eineneinzelnen Mann gedreht werden, während ein zweiter beschäftigt ist, das Zuckerrohrzwischen die Walzen zu schieben, und ein dritter gleichzeitig den Saft auffängt unddas ausgepreßte Rohr entfernt. Läßt sich auch diese einfache Vorrichtung nicht imEntferntesten mit der riesigeu, durch Dampfkraft getriebenen Zermalmungs-Maschine mitihren drei Cylindern (tllrce-voller cvuskinA milk) in Klaffe VI. vergleichen, so zeigtsie doch, daß die Jndier mit den Prinzipien bekannt sind, aus denen die Konstruktionder letzteren beruht. Für diese schöne Sammlung wurde der Ostindischen Kompaniedie Preismedaille zuerkannt.

Weniger gut ausgeführt als die in Vorstehendem betrachtete» Thonsignren vonKishnaghur, aber gleich interessant, waren die Modelle, die von Gckak eingesendetworden. Sie scheinen nicht für den Verkauf, sondern auf besondere Bestellung ver-fertigt worden zu sein. Die Sammlung begriff ungefähr 40 Nummern, unter denenwir hauptsächlich einen Kattundrucker, einen Töpfer, eine Frau, beschäftigt Mehl zumahlen, einen Bengalischen Wasserträger oder Ilsteestee und eine Waschfrau odervkatiie hervorheben wollen, welche die bezüglichen Indischen Gewerbe und Beschäfti-gungen mit ausgezeichneter Treue darstellen.

Ei» nicht geringeres, wenngleich peinliches Interesse erregten die Darstellungender Indischen Mörderstämme der Thugs und der Art und Weise, wie sie ihre Opfererwürgen. Eine dieser Gruppen zeigt einen arglosen Reisenden, den man eingela-den, sich niederzulassen und eine Pfeife zu rauchen. Während man mit ihm plaudertund dabei seine Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand in der Ferne zu lenken sucht,schlingt ein hinter ihm stehender Thug das verhängnißvolle Tuch um seinen Hals.In einer andern vertheidigt sich ein Reiter mit Erfolg gegen die Angriffe einerThugbande, von welchen bereits einer zu Boden gestreckt ist. Wieder andere Grup-pen stellen dar, wie die Leichen der Gemordeten verstümmelt und in einem Brunnenverborgen und wie Reisende zu Fuß und zu Pferde erdrosselt werden. Als Beweisjedoch, daß auch die wilde Mordgier dieses blutdürstigen Stammes durch die Wohl-