Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 151. Ethnographische Modelle.

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Von den einzelne» Ländern haben, wie erwähnt,

Großbritannien und Irland nebst Kolonien

die schönsten Artikel in diesem Zweige geliefert. Die in der Abtheilung der schönenKünste aufgestellte prächtige Sammlung bestand aus einer großen Anzahl kleiner inWachs inodcllirter Figuren, die sich ebensowohl durch die lebendige und geistreicheAuffassung, als durch die sorgfältigste Ausführung und durch den artistischen Ge-schmack, der sich in Stellungen und Gruppirungen kund gab, auszeichneten. Siestellte» die Bewohner von Meriko, die Weißen sowohl als die Indianer, i» ihrenverschiedenen Kostümen und Beschäftigungen dar und zeichneten das Leben diesesLandes mit einer Treue, Wahrheit und Genauigkeit, die iu der That überraschendwar. Wir erwähnen unter andern die Darstellung eines Indianers, der im Begriffeist, seinen weißen Feind zu skalpiren, der gebunden zu seinen Füßen liegt. Mit teuf-lischer Lust weidet er sich an der Verzweiflung seines Schlachtopfers, dessen Qnalcner mit wilder Grausamkeit zu verlängern sucht. Diese Gruppe, obwohl eine» fastscheußliche» Gegenstand darstellend, zeigt nichtsdestoweniger einen hohen Grad arti-stischer Vollendung. Nicht weniger ausgezeichnet ist eine aus drei Figuren bestehende,»uter der Benennung „der Beichtstuhl" aufgeführte Gruppe, welche übersprudelt vongutem Humor. Noch verdient der „Aqnador" oder Wasserträger und der „Rcmendor"oder Schuhsticker in seiner zerlumpten Kleidung genannt zu werden, sowie eine Gruppevon halbcivilisirten Indianern, mit den Produkten ihrer Industrie beladen, wildeIndianer, MccoS genannt, zwei Indianische Frauen, die den Faudango tanzen, wäh-rend ein Mann dazu Guitarre spielt, und zahlreiche andere Darstellungen. Der Aus-steller dieser interessanten Sammlung war N. Montanari, Upper Charlotte Street,Fitzroy Sguare, London , dem die Jury die Preismedaille zuerkannte.

Die Figuren iu der Ostindifchcn Abtheilung, wie es scheint von mehreren Aus-stellern eingesendet, waren entweder von Thon oder Gyps geformt, oder auch ausHolz geschnitzt, und mit den dem dargestellten Gegenstände eigenthümlichen Farbenbemalt. Die größte Gruppe, von Mausfield, einem Civilbeamten der OstindischenKompanie, ausgestellt, war das Modell eines „Jamma Bundi" oder des Lagerseines StcuererheberS auf seiner jährlichen Reise durch de» Distrikt. Die Figurenwaren von Gyps und das Gebäude von Holz. Der Steuereinnehmer hat sein geräu-miges Zelt in der Nähe eines Indischen Dorfes aufgeschlagen, in welchem er, um-geben von dem Manlctdar und anderen niederen Steuerbeamten, sich niedergelassenhat. Zu dem Eingänge des Zeltes drängen sich verschiedene Stcuerpstichtige, die umeinen theilwciscn Erlaß ihrer Zahlungen nachsuche». DaS Ganze besteht aus unge-fähr 300 Figuren von Menschen und Thiere», und gewährt ein höchst lebendigesBilv des Jütischen Lebens. Einige der Eingebornen liegen müßig unter den Bäu-men, andere füttern einen Elephanten, »och andere drängen sich, um die Vorstellun-gen eines Schlangenbeschwörers anzusehen, während wieder andere geschäftig dieDorfschreiber oder (innlleuittoos umstehen, um sich ihre Petitionen und Beschwerdenschriftlich aufsetzen zu lassen. Das Dorf, in dessen Nähe das Lager aufgeschlagenworden, ist mit einem befestigten Walle umgeben und im Durchschnitt dargestellt;man sieht zahlreiche Kramläve» und Reihen von Wohnungen, in denen die Bewoh-ner ihren häuslichen Beschäftigungen nachgehen.

Die am besten ausgeführten und am meisten instruktiven Modelle der IndischenSamnilung sind jedoch die in Kishuaghur verfertigte» Thonfiguren, welche die ver-schiedenen Kaste» und Gewerbe der Hindus darstellen, der Zahl nach gegen sechzig,darunter Gruppen von mehreren Figuren. Die kunstreiche» Maschinen der Euro-päischen Industrie gaben zu interessanten Vergleichen mit den einfachen WerkzeugenAnlaß, deren sich der Hindu bedient. Welcher Kontrast zwischen den dampfgctriebc-