622 XXIX. Klasse. Verschiedene Fabrikate und kurze Waaren.
beigefügt. Außerdem war die Quantität, in welcher derselbe i» Liverpool eingeführtwird,, der Ort der Verschiffung und endlich seine Verwendung in den Gewerben undKünsten angegeben.
Wenn man die mannigfaltigen hier vereinigten Gegenstände mit Anfmerksamkeitbetrachtet, so kann man sich des Gedankens nicht erwehren, wie nützlich und interessantes für jeden gewerbtreibenden Bezirk und jede größere Handelsstadt sein müßte, eineähnliche Sammlung zu besitzen, namentlich wenn nicht allein die wirklich in Masseimportirten Rohstoffe, sondern auch andere Produkte darin aufgenommen werde»,deren Verwendung für gewerbliche Zwecke bereits bekannt, oder doch wenigstens wahr-scheinlich ist. Die Errichtung und Leitung derartiger Museen von Rohstoffen müßtefreilich, wenn sie ihre volle Wirksamkeit auf die Entwickelung und Ausbreitung desHandels und der Gewerbe äußern sollte, Männern anvertraut werden, die gleichbefähigt sind, die Bestimmung solcher Institute von dem wissenschaftliche» sowohl, alsauch von dem merkantilischcn Standpunkte aus richtig aufzufassen. Vielleicht giebtdie Londoner Ausstellung zur Gründung solcher Museen in verschiedenen LänvernVeranlassung. Bereits hat die Königliche Komniission sehr bcachtenswerthe Schrittein dieser Richtung gethan. Es wäre dies nicht das geringste der Resultate, welchewir von dem welthistorischen Unternehmen des Jahres l85l erwarte».
Das Verdienst, die Samnilung aus Liverpool zn Stande gebracht zu haben,gebührt dem dasigen Lokal-Kommittre und namentlich dem von letzteren, damit beauf-tragten Th. C. Archer, der nicht weniger als zehn Monate angestrengter Thätig-keit der Erreichung dieses nützliche» Zweckes opferte und alle Hindernisse, die ihmbeschränkte Krämervorurtheile in den Weg legten, glücklich besiegte. Die Koste »betrugen 400 Lstr., eine geringe Summe, wenn man den Umfang des Unternehmensund den Nutzen des Resultates in Betracht zieht; Archer versichert, daß, hätte»ihm die nöthigen Fonds gleich Anfangs zu Gebote gestanden, er für einen nurgeringen Mehrbetrag im Stande gewesen wäre, eine zehnmal reichhaltigere Samm-lung herzustellen. Eine detaillirte Liste der einzelnen in der Sammlung vorhandenenGegenstände findet sich S. 803 — 8l7 des Offiziellen Jllustrirten Katalogs und wirenthalten uns daher, auf eine nähere Beleuchtung derselben einzugehen, indem wirauf den angegebenen Ort verweisen. Archer wurde für seine Bemühungen diePreiSmedaille zuerkannt.
Die Sammlung der Einfuhrartikel von Hüll, gleichfalls von, dortige» Lokal-Koinmittee ausgestellt, war von derselben Art, wie die von Liverpool, aber bei Wei-tem nicht so reichhaltig. Es liegt dies in der Natur der Sache, in so fern Hüllkeineswegs die kommerzielle Bedeutung hat, wie Liverpool, indem sich sein Handelhauptsächlich auf die nördlichen Länder, namentlich auf die Küsten des BaltischenMeeres beschränkt. Flachs, Eisen, Talg, Gctraive, Leinsaanicn und Leinkuchen sinddeshalb die Hauptbestandtheile dieser Sammlung. Im Ganzen sind gegen 120 ver-schiedene Artikel, sämmtlich mit ihren wissenschaftlichen und kommerzielleu Namenbezeichnet, ausgestellt, und auch hier sind die Quantitäten angegeben, in welchen dieverschiedenen Artikel in Hüll eingeführt werden. Ei» detaillirteö Verzcichniß derSammlung findet sich S. 8l7 des Jllustrirten Katalogs. Dem ausstellenden Lokal-Kommittoe wurde die PreiSmedaille zuerkannt.
Die Indische Ausstellung brachte eine außerordentlich uinfassende Samnilung vonMineralien, vegetabilischen und animalischen Substanzen, wie sie von den Eingebor-nen von Indien entweder in ihren Gewerben oder als Arzneimittel benutzt werden.Der größte Theil der Rohstoffe war von vr. I. ForbeS Royle während seinesAufenthaltes in Indien in den BazarS der Präsidentschaft Bengalen aufgekauft wor-den, zu denen weiter eine Reihe von Artikeln kam, welche vr. Falconer inKaschemir und vr. Stocks in Scinde gesammelt hatten.