Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
623
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8- 152. Produkten-Sammlungen. 623

Die Sammlung ist schon wegen ihrer außerordentlichen Reichhaltigkeit — sieenthielt zwischen 1100 bis 1200 verschiedene Substanzen, obgleich nur wenige BazareIndiens dazu beigetragen hatten — von großer Wichtigkeit. Die darin enthaltenenRohstoffe werden von den Eingebornen zu den verschiedenartigsten Zwecken benutzt.Einige diene» als Arzneimittel, und wenn auch viele derselben nur in der Einbildungder Jndicr heilkräftige Eigenschaften besitzen möge», so sind auch wiederum einigeals außerordentlich kräftige und nützliche Droguen bekannt, und manche der bis jetztnur selten nach Europa eingeführten dürften vielleicht bei näherer Untersuchung bemer-kenSwerthe Eigenschaften zeigen. Neben Arzneimitteln enthielt die Sammlung einegrößere Anzahl von Artikeln, welche zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden, wiez. B. die verschiedenen Cerealie», Körner und Wurzeln, die eine reiche Ausbeute anStärkemehl u. s. w. geben, oder in mannigfachen industriellen Operationen ihre Ver-wendung finden, als: Oelfrüchte, Harze, Gnmmiarten, Farbstoffe und andere Sub-stanzen animalische» und mineralischen Ursprungs. Wir erkennen aus dieser Samm-lung den Reichthum Indiens an den mannigfaltigsten Erzeugnissen der Natnr, dere« möglich macht, daß die Bewohner dieses Landes schon in den frühesten Periodender Geschichte niit anscheinend geringen Mitteln einen so hohen Grad der Vollkom-menheit in manchen Gewerben erreichen konnten.

Auch in wissenschaftlicher Beziehung ist diese Sammlung von höchstem Interesse,weil ein großer Theil der hier aufgehäuften Substanzen in den verschiedenen medi-zinischen Werken, die noch gegenwärtig in Indien gebraucht werden, hinsichtlich ihrermedizinischen Eigenschaften genau beschrieben und gleichzeitig mit den Namen inPersischer , Arabischer und in der Regel auch in Griechischer Sprache bezeichnet sind.Di< Aufzählung der Synonymen in diesen verschiedenen Sprachen ist dem Umständezuzuschreiben, daß fast alle in Indien gebrauchte Werke über illateria meckica Per-sische Uebersetzungen alter Arabischer Schriftsteller sind, welche bekanntlich vorzugs-weise aus Griechischen Quellen schöpften. Diese Zusammenstellung der Synonyme»gestattet uns häufig, die wichtige Bedeutung mancher in den Schriften der Alten vor-kommenden Worte festzustellen, und Ilr. Royle hat in seinem bi8sa/ ok tkic ^»ti-guit/ ok Ilinckno-äleelioino, sowie in seinen Illiistrations ok llimalajrm Hots»/ indieser Beziehung manche interessante Aufschlüsse gegeben, sowie er denn auch mittelstdieser Synonymentabellen die richtigen Repräsentanten einiger in der heilige» Schriftvorkommenden Pflauzennamen gefunden z» haben glaubt, wie dies in seiner Ab-handlung: Tl>e ülustai'ck - tree and tt>e Il)-8sop ok Lcripture ausführlicher nachge-wiesen ist.

Eine vollständige Liste der in dieser schätzbaren Sammlung enthaltenen Sub-stanzen giebt der Jllustrirte Katalog S. 893 — 907. Wir wolle» daher hier nurerwähnen, daß sie 909 Artikel vegetabilischen, 32 animalische» Ursprungs und 202 ver-schiedene Mineralien umfaßt. Jeder einzelnen Probe war auch hier der wissen-schaftliche und die verschiedenen lokalen Namen, sowie die Angabe des Ursprungsoder Fundorts beigefügt. Die vegetabilische Sektion bestand aus >93 Arten Wurzeln,10 Holzsorten, 202 Rinden, 145 Früchte» und Saamen , 12 Sorte» Gallapfeln und47 Sorten Gummi, Harze und Gummiharze.

Es wäre von der höchsten Wichtigkeit für die Wissenschaft sowohl, als auch fürdie Künste und Gewerbe, daß die Gelegenheit, welche die seltne Bereinigung so vie-ler merkwürdiger Produkte bietet, nicht ungenutzt bliebe. Hier öffnet sich den Unter-suchungen des Chemikers ein weites Feld, auf welchem gewiß höchst schätzbare Resul-tate gewonnen werden könnten. Es ist kaum zu bezweifeln, daß diese Stoffe untergewissen Beschränkungen anerkannten Forschern zur genauen Untersuchung mitge-theilt werden dürfte», und wir glauben daher, den Chemikern einen Dienst zu erwei-sen, indem wir ihre Aufmerksamkeit dieser Sammlung ganz besonders znlenken.