Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXX. Klaffe. Werke der schönen Kunst.

') Um von einem Werke der Skulptur zu sagen, Laß es Styl habe, sind vor-nehmlich folgende Eigenschaften erforderlich. Der Künstler niuß durch die Weise, wieer seinen derben Stoff (Stein, Metall, Holz ic.) behandelt, bewirken, daß derselbesich dem Beschauer nicht als solcher aufdrängt, sondern vielmehr den Eindruck desjedesmal darin gearbeiteten Gegenstandes, als Fleischtheile, Gewand ic., hervorbringt.Hierzu ist iu den unbekleideten Theilen der menschlichen Figur erforderlich, daß dieeinzelnen Muskeln nichr durch mäßige Vertiefungen innerhalb größerer Flächen, alsdurch einzelne starke Ausladungen, welche jene größeren Flächen unterbreche», ange-geben sind. In den Gewändern gelangt er zu jener Wirkung dadurch, daß die einzelnenFalten ebenso innerhalb größerer, durch die Formen und die Bewegung der Gliederbestimmter, Flächen vermittelst vieler, eng nebeneinander laufender Vertiefungen aus-geführt sind. Der Künstler muß sodann darauf Bedacht nehmen, nicht alle Theilein dem Grade der Naturwahrheit nahe zu bringen, als die Natur seines derbenStoffs zuläßt, sondern von den ihm am wichtigsten, unbekleideten Theilen an, bis zuden mehr oder minder bedeutenden Nebensachen, eine allmählige Zunahme einer kon-ventionellen Behandlung eintreten lassen, indem sonst dadurch, daß in manchendieser Nebensachen in seinem derben Stoff ein höherer Grad von Naturwahr-heit (Illusion) erreicht werden kann, als in den Fleisch theilen, die beabsich-tigte Illusion in den letzteren aufgehoben, oder doch beeinträchtigt wird. BeiRundwerken ist aber außerdem noch die Beobachtung des Schwerpunkts in der Arterforderlich, daß dadurch das Gefühl des fest und sicher auf sich Beruhenden im Be-schauer hervorgerufen wird. Bei Reliefen kommt endlich noch das Gesetz hinzu, daß,nachdem dieselben Hoch-, Mittel- oder Flach-Relief sind, keine einzelnen Theile ausdem jedesmal angenommenen Grade der Erhabenheit hervorragen, sondern sämmtlichinnerhalb der durch den Grad der Erhabenheit gegebenen Fläche gehalten sein müssen.

->) Es ist von ausgezeichneten Männern die Ansicht ausgesprochen worden, daßin der Bemalung das Eisen als Material hätte sollen charakterifirt werden. Auchist dieser als allgemeines Prinzip gewiß richtig, doch in diesem Falle scheint eineAbweichung davon zulässig, denn hierzu wäre ein dunkler Ton unerläßlich gewesen,welcher dem Ganzen ein düsteres Ansehen gegeben haben würde, während die Anwen-dung des Weißen, Blauen und Rothen auf das Glücklichste mit dem leichten, lichten,heitern, zeltartigen Charakter des ganzen Baues übereinstimmte und ungcmein dazubeigetragen hat, jenen wunderbaren und feenhaften Eindruck hervorzubringen, den alleBesucher der Ausstellung empfunden haben.

§. 157 .

DerZollverein.

1. Preußen.

Die Anstrengungen, welche die Könige von Preußen, sowie die Preußische Regie-rung seit dem Jahre 1815 für die Hebung der bildenden Künste durch Errichtungdes Museums und anderer Gebäude, durch Ausführung monumentaler Werke derSkulptur und neuerdings auch der Malerei, für die Ausbildung aller Gewerbe, aufwelche die Kunst einen Einfluß ausüben kann, durch die Gründung des Gewerbe-Instituts unter der kräftigen und einsichtsvollen Leitung des Wirkl. GeheimenrathsBeuth gemacht hat, sind nicht ohne segensreiche Folgen geblieben. Ein Solches zuzeigen hat diese Ausstellung eine erwünschte Gelegenheit gewährt.