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XXX. Klasse. Werke der schönen Künste.
4. Verschiedene Arten der Druckerei.
Franz von Kvbcll, Professor zu München (Nr. 85.), hat eine Weise, vonihm Galvanograph ie genannt, erfunden, nm Tuschbilder und Zeichnungen durchauf galvanischem Wege erzeugte Knpfcrplatten in Druck zu vervielfältigen. Zu die-sem Behufe werden über solche Zeichnungen, welche mit enkanstischcr Farbe oderlithographischer Kreide ausgeführt sind, galvanische Knpfcrplatten gebildet, welche dieZeichnungen vertieft wiedergeben, so daß mithin Abdrücke von ihnen genommen wer-den können. Als Belag z» dieser Erfindung hat Franz Hanfstängl , von der litho-graphischen Anstalt zu München , zwei galvanographische Kupferplatten, Patrize,Matrize, und einen Abdruck ausgestellt, welcher sich durch große Gleichmäßigkeit,Kraft und Klarheit auszeichnet. Ehrenvolle Erwähnung.
r. Dachsen.
rV. Gegenstände der Plastik.
Die Skulptur im großen Maßstabe.
Ernst Rietschcl, Dresden (Nr. 186.). Dieser ausgezeichnete Künstler, einerder vorzüglichsten Schüler Rauch'S , hatte drei Gegenstände ausgestellt, welche seinTalent in verschiedenen Beziehungen darthnn: a. der Leichnam Ehristi, von Mariabetrauert, Gypöabgnß eines Modells, welches der Künstler für Se. Majestät denKönig von Preußen in Marmor ausführt. Der Körper Christi ist von eben sowahren als edlen Formen, und der Ausdruck des schönen und würdigen Antlitzeszeigt in milder Verklärung die überstaudeuen Todesqualen. In der Maria, vontrefflichem Gewände, ist im Kopfe wie in den Hände», der tiefste, aber doch gotter-gebene Seelenschmerz ausgedrückt. Die Ausführung entspricht durchaus der Erfin-dung; 6. der Christengcl. Sehr erhabenes Relief in Marmor. In der Gestalteines zarten Jünglings schwebt er, das Christkind auf den Armen, von zwei KeinenEngeln begleitet, herab. Die Schönheit der Köpfe und Gestalten, die Grazie derBewegungen, das Augenblickliche in den Motive» der Gewänder, die meisterliche,zarte Ausführung des Marmors, mache» dieses Werk in einem hohen Grade anzie-hend; e. Amor auf einem Panther, welcher den Lauf desselben, indem er seine»Hals mit der größten Anstrengung umklammert, zu bändigen sucht. Die geistreicheErfindung im antiken Sinne ist hier durch den Künstler auf das Lebendigste zurAusbildung gelangt. Preismedaille. Nnserer Ueberzeugung nach hätte dem Künstlerdie große Verdienstmedaille gebührt.
6. Gegenstände der Zeichnung auf der Fläche.
Cmailen auf Porzellan.
Heinrich Bucker, Dresden (Nr. (76.). Unter der reichen Zahl von Email-gemälden, welche der Künstler ausgestellt hat, begnüge ich mich, hier die Kopie nachdem berühmten Gemälde, Christus mit dem JinSgroschen von Tizian , in der Kö-niglichen Galerie zu Dresden , anzuführen, welche sowohl die Charaktere, als die klareund tiefe Färbung desselben in großer Treue wiedergiebt. Zugleich zeichnen sich dieArbeiten dieses Künstlers durch ihre verhältnißmäßige Wohlfcilheit aus. Preis-medaille.
Gustav Walther, Dresden (Nr. 177.), zeigt sich in sechs, nach bekanntenBildern der Dresdner Galerie ausgeführten Emailen, ebenfalls als ein verdienterKünstler in diesem Fache. Ehrenvolle Erwähnung.
ck. Württemberg.
-k. Gegenstände der Plastik.
Die Skulptur im größeren Maßstabe.
L. von Hofer, Bildhauer zu Stuttgart (Nr. 105.), die Portraitbilduiigen vonzwei Arabischen Vollblutpferden, aus dem Marstalle des Königs von Württemberg ,