Band 
Dritter und letzter Theil.
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tz. 157. Der Zollverein.

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«. Bayern .

Gegenstände der Plastik.

1. Die Skulptur im großen Maßstabe.

Die Münchener Bildhauerschule verdankt ihre Bedeutung dem leider in derKraft der Jahre hingerafften Schwanthaler, der sich besonders durch eine Füllegeistreicher Erfindungen auf dem Gebiete der antiken Mythologie, des Mittelalters,wie der neueren Zeit mit Recht einen großen Namen erworben hat. Dieselbe warauf der Ausstellung durch eine kleine Zahl von Werken nicht ausreichend vertreten.So gaben die nach Schwanthaler's Modellen von Miller in München (Nr. SO.)gegossenen Statuen der Königin Libuffa und des Königs Georg Podiebrad vonBöhmen von dem Umfange seines Talents nur eine sehr unvollständige Vorstellung,wie sehr sie auch durch die geistvolle Auffassung und die edlen Verhältnisse ansprachen.Da sie nicht im Namen des Künstlers ausgestellt worden waren, konnten sie füreinen Preis nicht in Frage kommen. Auch hat sich der ausgezeichnete BildhauerWidmann leider nicht betheiligt.

Johann Halbig zu München . Ein großer, von Miller meisterlich in einemStück gegossener Löwe (Nr. 90.), welcher zu einem Viergespann der Victoria gehört,die das Siegesthor zu München krönen soll, erschien zwar gut im Motiv, doch zuschwer und massiv in den Formen. Zum Theil mögen diese starken Ausladungenwohl auf die Höhe berechnet sein, in welcher er zur Ausstellung gelangen soll.

Johann Leeb zu München (Nr. 89.), ein junges Mädchen, welches ein Nestmit kleinen Liebesgöttern in ihren Händen betrachtet, ist naiv aufgefaßt und mitSorgfalt in Marmor durchgeführt. Ehrenvolle Erwähnung.

2. Skulptur im kleinen Maßstabe.

Michael Hagen zu München (Nr. 83.). Ein großer Elfenbeinpokal mitspielenden Kindern, im Geschmack des Fiamingo, spricht sowohl durch die stylgemäßeAnordnung, als durch die fleißige Ausführung an. Ehrenvolle Erwähnung.

6. Gegenstände der Zeichnung auf der Fläche.

1. Neue Arten der Malerei.

I. N. von Fuchs, Professor in München , hat für die Malerei auf der Wandeine neue Art, von ihm Stereochromie genannt, erfunden, welche der bisher fürWandmalerei vorzugsweise in Anwendung gekommenen Freskomalerei in verschiedenenBeziehungen überlegen ist. Sie läßt nämlich, gleich der Oelmalerei, ein beliebigesUebermalen zu, und widersteht, besonders durch einen darüber gezogenen Firniß, denEinwirkungen der Luft und des Wetters ungleich sicherer, als jene. Eine in dieserWeise von Muhr, einem Schüler von Kaulbach, gemalte Figur (Nr. 9l.) aufder Ausstellung bot für jene Vortheile einen Belag dar. Preismedaille.

2. Emailen auf Porzellan und Metall.

Otto Wurtlich, in der Kunstanstalt von C. Schmidt zu Bamberg (Nr. 92),das Bildniß Karls IX., welcher in der Bartholomäusnacht auf die Hugenotten ge-schossen, nach einem Bilde des Baron Wappers zu Brüssel , ist durch Wahrheit,Klarheit und Kraft der Färbung, durch gute Haltung und fleißige Ausführung aus-gezeichnet. Preismedaille.

3. Malerei auf Glas.

Stephan Kellner zu Nürnberg (Nr. 86.). Eine verkleinerte Kopie des be-rühmten Volkamerschen Fensters in der Loreuzkirche zu Nürnberg , von 5^ FußHöhe und 3 Fuß Breite, giebt dasselbe in den einzelnen Vorstellungen, wie in denFarben mit großer Treue und in sehr fleißiger Ausführung wieder. Preismedaille.