Band 
Dritter und letzter Theil.
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XXX. Klaffe. Werke der schönen Kunst.

der Darstellung sinnlicher Schönheit, zärtlicher Beziehung der beiden Geschlechter,des Sentimentalen oder des Entsetzlichen. Die Deutschen endlich setzen sich vorzugs-weise die Darstellung tiefer, religiöser Gefühle, des Gemüthlichen und Idyllischen,oder ernster und großartiger Aeußerungen des bewegtesten Lebens zum Ziel. Jededer drei Nationen verfolgt ihre Richtung, wie die namhaftesten der obigen Werke be-weisen, mit ungemeinem Erfolg.

2. Skulptur im kleinen Maßstabe,

a. In Metall.

Unter den Französischen Arbeiten in Silber schließt sich den oben erwähntenWerken des Vechte ein dem Herzog von LuyneS zugehöriger Tafelaufsatz im Ge-schmack des 16. Jahrhunderts, vonFeucheres gearbeitet, von Froment-Meurice ausgestellt, würdig an, und hat daher auch in der Klaffe XXIU. die Preismedailleerhalten (vergl. Seite 213).

Außerordentlich groß war die Anzahl der kleinen Bronzen, Grupven von Men-schen und Thieren der Französischen Ausstellung. Für manche derselben sind dieModelle von ausgezeichneten Künstlern, wie Pascal .(drei Kinder von ihm mitTrauben, für einen Tafelaufsatz, sind sehr anziehend), Fratin, oder dem in derWeise desselben arbeitenden Mene gemacht. Andere sind öfter sehr gute Kopiennach berühmten Werken der ausgezeichnetsten Bildhauer, eines Rüde, Duret,Pradier. Besonders zeichnet sich eine Daphnis und Chlor von Gaylard Vor-theilhaft aus. Eine große Zahl erhebt sich indeß nicht über die Grenze von rechthübschen, aber weniger kunstgemäß ausgebildeten Dekorationen. Es würde zu weitführen, auf diese Klaffe hier im Einzelnen einzugehen.

Wenn hier keine Erwähnung von Medaillen Französischer Künstler gemacht wird,so hat dieses lediglich darin seinen Grund, daß die Französischen Medailleure, unterdenen sich bekanntlich sehr geschickte befinden, keine von ihren Arbeite» zur Ausstel-lung eingesendet haben.

b. Skulptur in Elfenbein.

L. Lautz (Nr. 295.), ein großer Pokal, welcher mit der Vorstellung einerSchlacht geziert ist. Obgleich malerisch in der Komposition und mithin gegen dieplastischen Stylgesetze verstoßend, ist doch das außerordentliche Verdienst guter Zeich-nung und fleißiger Ausführung anzuerkennen. Ehrenvolle Erwähnung.

c. Skulptur in Holz.

M. I. Lienard. Eine in sehr kleinem Maßstabe ausgeführte Schweinsjagdentbehrt zwar alles plastischen StylS, ist übrigens aber in Wahrheit, Zeichnung undAusführung ein kleines Meisterstück. Obgleich dieser Künstler schon von der Jury derKlaffe XXVI. für ein reichverziertes Uhrgehäuse die große Verdienstmedaille erhaltenhat, ist ihm doch auch von der Klaffe XXX. die Preismedaille zuerkannt worden.

Das von A. Collas erfundene Verfahren, Skulpturen auf mechanischem Wegeverkleinert wieder zu geben, hat die Preismedaille erhalten (Nr. 1709.).

6. Gegenstände der Zeichnung auf der Fläche.

1. Neue Arten der Malerei.

Schon seit einer Reihe von Jahren ist in Paris , vornehmlich auf den Betriebdes berühmten Architekten Hittorf, eine Malerei auf Lava ausgebildet worden,welche, so dauerhaft als die Porzellanmalerei, ebenfalls gebrannt wird. Die heiligeFamilie von Raphael, im Louvre, genannt die belle jsrstimere, von I. Devers(Nr. 818.), gab auf der Ausstellung hiervon eine Probe. Die Ausführung ist fleißigund treu, das Fleisch aber etwas schwer und trübe. Preismedaille.