§. 162. Italien und Spanien . tztzg
L. Bigotti, Lucca , (Nr. 95.). Ornamente in Elfenbein geschnitzt zeigen einenguten Geschmack und eine fleißige Ausführung. Ehrenvolle Erwähnung.
c. Zeichnungen auf der ebenen Fläche.
Eingelegte Arbeit in harten Steinen (pietre äure). Von dieser Kunst-art, welche in Tcskana seit so langer Zeit in so großer Vollkommenheit ausgeübt wird,daß in dieser Art gearbeitete Tische und Schränke einen Hauptgegenstand unter denPrachtmöbeln in den Schlössern von ganz Europa bilden, war zwar nichts vonerstem Range vorhanden; dessenungeachtet waren einige Tischplatten von G. Bianchiniin Florenz (Nr. 119.), durch Geschmack in den Mustern, wie durch die Ausführungso ausgezeichnet, daß sie sowohl von der Klasse XXX. als von der Klaffe XXVII.die Preismedaille erhalten haben.
Skulptur im größeren Maßstabe.
Auch hier ist es lebhaft zu bedauern, daß die ausgezeichnetsten Bildhauer, na-mentlich Teuerani, der größte unter den lebenden Bildhauern Italiens , sich ander Ausstellung nicht betheiligt haben, denn zwei Gruppen eines kleinen Mädchensmit einem Hunde, deren eine das Kind darstellt, wie es dem Hunde einen Dorn aus-zieht, die andere, wie der Hund, welcher eine Schlange getödtet, die das schlafendeKind bedroht hat, dasselbe aufzuwecken sucht, von G. M. Bciizoni (Nr. 16.) sindzwar in der Erfindung anziehend, in der Ausführung in Marmor fleißige Arbeiten,indeß doch keineswegs von der Bedeutung, um die Skulptur unserer Tage einer Stadtwie Rom auf eine würdige Weise zu vertreten. Preismedaille.
I. Engel aus Ungarn . (Süd-Transept Nr. 15.). Eine Gruppe in Marmor,welche einen Vorgang aus der Muthe der Argonauten und Amazonen vorstellt. DieKomposition ist nicht glücklich in den Linien, und die Charaktere wenig im Geisteder Mythe; doch ist die Ausführung sorgfältig. Obwohl der Urheber kein Italienervon Geburt ist, hat er doch als Künstler seine Bildung in Italien erhalten, so daßer hier am Schicklichsten erwähnt wird. Ehrenvolle Erwähnung.
Kameen in Muscheln geschnitten.
Diese so beliebte und in Rom mit so »»gemeinem Erfolg betriebene Kunstweiseist durch eine Reihe von Kameen des bekannten Savalini (Nr. 21.), deren meh-rere nach den anziehendsten Werken des berühmten Englischen Bildhauers Gibsonkopirt sind, angemessen vertreten. Ehrenvolle Erwähnung.
Mosaiken.
Ungleich reicher und würdiger war dieser Kunstzweig, worin Rom seit so langerZeit die erste Stelle in Europa einnimmt, und so Außerordentliches hervorgebrachthat, vertreten.
Barberi (Nr. 15.). Eine Tischplatte, welche berühmte architektonische Ansich-ten verschiedener Städte Italiens, als von Rom, Florenz, Venedig, Pisa u. s. w.enthält, die um den äußeren Rand herumlaufen, während der Himmel die Mitte bil-det, gehört durch die Wahl der Gegenstände, durch die außerordentliche Kraft undFeinheit der Ausführung zu den gelungensten Werken dieser Art. Nur die Orna-mente des äußersten Randes sind in Form und Farbe nicht glücklich im Geschmack.Obgleich dieses Werk von der Klaffe XXVII. mit der großen Verdienstmedaille be-dacht worden, haben wir es doch für erforderlich erachtet seiner auch hier, als einesausgezeichneten Werkes der Kunst, zu gedenken.
Die Mosaik-Anstalt der Peterskirche hat zwei ihrer würdige Werke vonR. Castellini ausgestellt ^ Nr. 23.). Das kolossale Brustbild des PabsteS