§. 175. Schluß der Ausstellung. 7ZZ
nehme». ihr Aufschlüsse über die Anordnung der Ausstellung zu geben, und über-haupt die Arbeiten der Jurys, welche die Gruppe bildeten, zu erleichtern.
Weiter wurde durch Ihrer Majestät Kommissare bestimmt, daß die Präsidentender Jurys, welche zu gleicher Zahl aus Britischen Unterthanen und aus Ausländernbestehen sollten, eine» Rath bildeten. Die Aufgabe dieses Rathes sollte sein: dieBedingungen für die Zuerkennung der Preise i» Uebereinstimmung mit den allge-meinen. im voraus von Ihrer Majestät Kommissaren niedergelegten Grundsätzen,festzustellen, Regeln zur Leitung der Arbeiten der Jurhs zu entwerfen, und so weitals möglich Gleichförmigkeit in die Ergebnisse ihrer Verhandlungen zu bringen.
Dieses sind die Hauptzüge des Systems, auf Grund dessen die Jurys organisirtwurden. Ich will jetzt in Kürze auf den Gang ihrer Thätigkeit eingehen.
Der Präsidentenrath stieß, indem er znr Erfüllung seiner Pflichten überging,gleich im Anfange anf eine ernste Schwierigkeit. Ihrer Majestät Kommissare hattendie Absicht, daß das Verdienst überall, wo es sich zeigte, belohnt werden möchte,zugleich aber den angelegentlichen Wnnsch ausgesprochen, jede Hervorrnfung einer Kon-kurrenz zwischen den einzelnen Ausstellern zu vermeiden. Sie hatten außerdem entschieden,daß die Preise in drei Medaillen von verschiedener Größe bestehen, nnd diese nicht alserste, zweite und dritte Klasse für verschiedene Grade derselben Art von Gegenständenund Verdiensten zuerkannt werden, sondern Verdienste von verschiedener Gattung undCharakter bezeichnen sollten.
Der Präsidentenrath fand zu seinem Bedauern, daß es unmöglich seinwürde, Regeln für die Vertheilnng der drei Medaillen festzusetzen, durch welchewenigstens der Schein, als bezeichneten sie verschiedene Grade des Verdienstes, unterAusstellern derselben Klaffe von Gegenständen vermieden werden könne. Darumbeantragte er, indem er den Kommissaren Ihrer Majestät diese Schwierigkeiten vor-trug, als eine Maßregel, durch welche sie bedeutend vermindert wurden, daß eine derMedaillen weggelassen werde. Hinsichtlich der übrigen beiden schlug er vor, daß dieeine, die Preismedaille, da, wo ein gewisser Grad von Auszeichnung in denProdukten oder der Arbeit — Nützlichkeit, Schönheit, Wohlfeilhrit, Brauchbarkeit fürbesondere Handelsplätze, nnd andere verdienstliche Eigenschaften, je nach der Naturder Gegenstände — dargelegt war, zu geben, und daß diese Medaille von den ein-zelnen JnryS, jedoch mit Bestätigung der Gruppen, zuzuerkennen sei.
In Betreff der anderen, der größeren Medaille, empfahl der Präsidenten-rath, eine wichtige neue Erfindung oder neue Anwendung in den Stoffen oder imVerfahren bei den Gewerben, oder eine Originalität verbunden mit großer Schönheitder Form als Bedingung festzusetzen; dagegen sollte diese Medaille nicht für diebloße Vorzüglichkeit in der Arbeit oder in der Produktion, wenn sie auch noch sobedeutend wäre, gegeben werden: diese Medaille sollte nur vvm Präsidentenrathauf die Empfehlung der Jury, von deren ganzer Gruppe unterstützt, vertheilt wer-den. Diese Grundsätze erhielte» den Beifall der Kommissare Ihrer Majestät, nndwurden in einem dem Präsidentenrath zugestellten Beschlusse genauer festgesetzt. ')
Die Ausführung dieser Vorschriften war jedoch nicht ohne Schwierigkeiten,vorzüglich in Betreff der ausländischen Preisrichter. Viele von ihnen waren beiden Nationalausstellungen Frankreichs und Deutschlands betheiligt gewesen; dercharakteristische Unterschied der beiden Medaillen und die Vermeidung aller Verdienst-grade bei der Zuerkennung der Preise war ihnen neu, nnd wich von ihrem gewohntenVerfahren ab, da einer der Hauptzwecke der Nationalausstellungen des Kontinentsder war, die verschiedenen Grade des Erfolges zu unterscheide», welche die rivalisi-renden Aussteller erreicht hatten. Deshalb konnte man erwarten, daß in einzelnenFällen die größere Medaille als der höhere Preis für Aussteller beantragt wer-den würde, deren Ansprüche nur etwas größer waren, als die Anderer, denen die