7I4 Verlauf, Beendigung und Gesammtergcbnifse.
Preismedaille gegeben war, ohne von anderer Art zn sein. I» solchen Fällenwnrde es die Pflicht des PräsidcntenrathS, seine Genehmigung zur Ertheilung derRathSmedaille zu verweigern, ohne jedoch das angeführte Uebergewicht des Artikels,für welche sie gefordert wurde, zu bestreiten. Andererseits sind Fälle vorgekommen,wo das Konzil sich bewogen sah, den Anspruch zu einer großen Verdienstmedaille zubestätigen, trotzdem, daß der Artikel, für den sie beansprucht wurde, an und für sichweniger Werth in Bezug auf Ausführung oder Arbeit zeigte, als andere Gegenständederselben Klaffe, Der Empfang der RathSmedaille giebt deshalb nicht nothwendiger-weise kund, daß der Empfänger ein besserer Arbeiter oder Fabrikant sei, wie die-jenige», welche die Preismedaille empfingen. Es ist nur ein Zeichen einer neuenErfindung oder einer Eigenthümlichkeit, von der man erwarten kann, daß sie einenauSgebreiteteren und wichtigeren Einfluß auf die Industrie haben wird, als die bloßeAuszeichnung der Arbeit,
Dies darf nicht unbeachtet bleiben, wenn man die Liste der Znerkennuugen be-trachtet, welche ich die Ehre habe, vor Ew, Königl, Hoheit niederzulegen, und dannwird man, nach meiner Ueberzeugung, finden, daß es den Jurys gelungen ist, denAusstellern aller Nationen und Klaffen Gerechtigkeit widerfahren zn lassen, unddaß sie in keinem wesentliche» Punkte von der Vorschrift der Kommiffare Ihrer Ma-jestät abgewichen sind.
Eine der ersten Hinweisunge» des Präsidentenraths a» die Preisgerichte war,daß die Preise ohne Ansehung des Vaterlandes der Aussteller vertheilt würden, dadie Ausstellung in dieser Hinsicht keinen Unterschied der Nationen anerkannte,
ES freut mich hinzufügen zn können, daß die Preisrichter aller Länder vonHerzen mit diesem Grundsätze übereinstimmten, und daß trotz der unvermeidlichenMeinuugsverschiedenheiten, eine ununterbrochene Einigkeit während des Fortgangsihrer Arbeiten unter ihnen herrschte. Es ist nicht zu kühn, wenn wir die Hoff-nung aussprecheu, daß der glückliche Einfluß dieses Zusammenwirkens sich weiter,als das augenblicklich vorliegende Geschäft ausbreite», und eö noch lange über-dauern wird.
ES ist nicht nöthig, daß ich Ew, Königl. Hoheit und die Kommissare IhrerMajestät mit einer Aufzählung aller voni Präsiventenrath getroffenen Anordnungenzur Leitung der Preisgerichte, oder mit einem iws Eiuzclue gehenden Berichte ihresVerfahrens bei der Erfüllung ihrer eigenen Pflichten aufhalte.
Die Zahl der vertheilten Preismedaillen beträgt 2918, die Zahl der Raths-medaillen 170,
ES ist wichtig zu bemerken, daß keinem Aussteller in einer Klaffe mehr als eineder Medaillen gegeben wnrde, obgleich er zu der Klaffe mehr als einen der Beloh-nung würdigen Gegenstand geliefert haben konnte.
Die JuryS fanden es angemessen, bei der Abfassung ihrer Berichte ehren-volle Erwähnungen einzelnen Ausstellern, deren Leistungen sie nicht zu einerMedaille berechtigten, zuzuerkennen. Einige dieser Aussteller haben Proben von Roh-materialien geliefert, welche, obgleich sie selten und lehrreich sind, doch dem Aus-steller kein besonderes Verdienst geben, und Andere haben gewerbliche Arbeiten ge-liefert, welche, ohne einen besonderen Grad von Auszeichnung zn erreichen, doch alsBeispiele des gewerblichen Verfahrens oder des jetzige» Zustandes der betreffendenHandelszweige ein besonderes Interesse darbieten.
Ehe ich schließe, möge mir die Bemerkung erlaubt sein, daß eS schwer seinwürde, die Zeit und die Arbeit genügend zu schätzen, welche die Preisrichter demStreben einer treuen Erfüllung der ihnen anvertrauten wichtige» Pflicht geopferthaben. Die Zahl der Aussteller beträgt ungefähr 17000. Diese Menge, deren Jedernur einmal in dem Kataloge knrz aufgeführt war, lieferten eine Masse verschiedenerGegenstände, welche oft in die Gebiete verschiedener Jurys hineinreichten, während