Band 
Dritter und letzter Theil.
Seite
755
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§. 182. Vorschlag zur Verwendung des AuöstellungsfondS. 755

In Betreff des ersten Punktes ist cS kein Geheimniß, daß die zwischen denMännern der Wissenschaft und der praktischen Gewerbe immer bestehende Grenzmauernnd ein gegenseitiges Mißtrauen oder Mißverstehen ihres Werthes sie großer Vor-theile, welche Einer von des Andern Arbeiten hätte erlangen können, beraubt hat.Es ist wahr, daß in vielen Zweigen der Wissenschaft, wie in der Chemie, Geologiennd Botanik, diese Schranke zum großen Theil durchbrochen ist; der Praktiker hatdie Förderung, welche die allgemeinen Begriffe der Wissenschaft ihm bringe», erkanntund der Theoretiker ist gezwungen worden, die Thatsachen, auf welche er seineTheorieen gründen will, in Bergwerken und Fabriken zu suchen; so werden die bei-den Klassen angetrieben, zusammen zu arbeiten und sich unter einander zu verstehen.Doch bleibt noch immer zu viel von der früheren Verachtung für „Theorie" undvon dem übertriebenen und eingebildeten Werthe der „Fakta" und der „Praxis" zurück.

In keinem Zweige wird dies weiter getrieben, wie unter den wissenschaftlichenund den praktischen Mechanikern, und doch verlangt der geistige Prozeß, durch welchendie Theile einer zusammengesetzten Maschine ini Geiste des Erfinders ersonnen undgeordnet werden, in hohem Grade den wissenschaftlichen oder mathematischen Ileber-blick, d. h. die Kraft, im Geiste die Verhältnisse der räumlich zusammengesetztenFiguren zu begreifen, so daß in Wahrheit ein Mann, der von der Natur die Anlagezum Maschinenbauer hat, auch zu einen, wissenschaftlichen Mechaniker geschickt ist.Der unwissende Erfinder, welcber seine Begriffe von einer neuen Maschine zu ver-wirklichen ringt, übt die von ihm so verachtete mathematische Wissenschaft unvollkommen und unbewußt aus, welche, wenn er ihre NnfangSgründe erlernt hätte, ihmsogleich gezeigt haben würde, wie er seine Idee» ordnen und zum Ziele bringenkönnte.

Denn das System der Mathematik, wie es jetzt besteht, ist das durch viele Jahr-hunderte gesammelte Resultat der Arbeiten von Männern, die von der Natur mitAnlagen für diese Wissenschaft ausgestattet waren, nnd der Mann, welcher jetzt beiAnwendung dieser innern Kraft znr Zusammensetzung einer Maschine vorgiebt, dies„selbst anSgedacht" zu haben, handelt in dem Vorurtheil, daß er allein vom Anfangwieder anfangen »nd die Arbeiten der großen Geister, welche so lange für die Nach-welt ein System vorgearbeitet haben, entbehre» könne. Diese Arbeiten nicht zu beach-te», ist sehr vermessen und eine Verschwendung des Geistes, welche sich im Zeitver-lust und in der Unvollkommenheit des Resultates bestraft. „Selbstansdcnke»" indiesem Sinne absichtlicher Verwerfung der früheren Arbeiten Anderer, weit entfernt,eine Quelle der Stolzes und der Belohnung zu sein, ist, um den mildeste» Aus-druck z» gebrauchen, eine Thorheit, wenn es vermieden werde» konnte, und ein be-klagenSwerthcs Unglück, wenn keine Gelegenheit zur Erlernung dessen, was vonAndern schon in derselben Sache bewirkt »nd vorbereitet war, sich darbot.

Ebenso verhält es sich mit Personen, welche eine» Stolz darauf setzen, schwereArbeiten mit Werkzeugen, die zu dem Zwecke nicht geeignet sind, auszuführen, wiebeispielsweise seine Schnitzereien, von denen uns gesagt wird, sie seien ganz „miteinem gewöhnlichen Federmesser gearbeitet." Die Erfahrung der Schnitzer aller Jahr-hunderte zeigt aber, daß es gewisse Arten von Beuteln und Hohlmessern giebt, welchesich für diese Arbeit weit besser eignen, nnd ein verständiger Mensch wird deshalbseine Zeit nicht verschwenden nnd ein Instrument wählen, das gerade zu diesemZwecke am wenigsten geeignet ist. Statt zu bewundern, sollten wir die Eitelkeitund Thorheit dieser Darstellung bedauern, und noch mehr, wenn der Werth derArbeit natürliche Anlagen des Arbeiters zeigt, denn eS ist gewiß, daß, wen» er miteinem schlechten Werkzeug gute Arbeit macht, er mit einem gute» noch bessere liefernwürde."

Mr. Bazlcy, Präsident der Handelskammer in Manchester , sagt in seinemVortrage über Baumwolle als Stoff der Industrie Folgendes:

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