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§. 186. Allgemeiner Charakter der Haupt-Industrie».
Auf Seiten Deutschlands hat vor Allem dessen Kunstsinn in denausgestellten Gegenständen manchen Triumph gefeiert. Es hat sich fernerherausgestellt, daß die Deutsche Industrie in verschiedenen wichtigen Zwei-gen nicht nur auf gleicher, sondern in manchen selbst auf höhererStufe hinsichtlich der Güte und der Wohlfeilheit der Erzeugnisse steht,wie die anderer Länder. Die Eröffnung netter Absatzwege ist oben berührt:die Theilnahme des Gewcrbestandes, selbst unter ungünstigen Zeit-verhältnissen, ist ein erfreuliches Zeichen herrschender Regsamkeit. Daszollvereinte und nördliche Deutschland mit mehr als einem Zehntel dersämmtlichen Aussteller, stellt uns hinsichts der Intensität der Theilnahmeunmittelbar hinter Großbritannien selbst. Die Vcrgleichung mit den Er-zeugnissen der übrigen Völker ließ allerdings auch manche schwache Seiteerkennen.
Die Grundlagen des Deutschen Kunst-und Gcwcrbcfleißes, eineallgemein verbreitete tüchtige Schulbildung, bei höher Gebildeten zu wissen-schaftlicher Erkenntniß und technischer Virtuosität entwickelt, ein feiner Sinnfür das Schöne und ein hingebender, mit mäßigem Lohne zufriedener Fleißreichen, wie es sich auch hier zeigte, zur Lösung der höheren Aufgaben derjetzigen Gewerbe nicht mehr aus. Für die weiteren Bedürfnisse unsererIndustrie, namentlich für einen stärkeren Zufluß von Kapitalien zu denindustriellen Anlagen, sowie für eine umfassendere Benutzung der Ma-schincnkraft und der besten Werkzeuge, zu welchem Zwecke sowohl Regie-rungskommissarc als anwesende Fabrikanten wichtige Ankäufe für Ge-werbeschulen, Museen und Fabriken machten, wird gewiß diese Neben-einanderstellung der Deutschen Fabrikation mit der der konkurrirendenVölker, und die in dieser Weise noch nie dargebotene Anschauung des Eng-lischen Maschinenwesens ihren Einfluß nicht verfehlen.
Wenn hinsichtlich der gemusterten Waaren die Vortheile, welche an-dere Völker von den Musterkompositioncn ihrer Künstler und vonihren Mustergesetzen haben, schmerzlich vermißt wurden, so trat dagegeneine um so erfreulichere Neberlcgenheit bei Instrumenten, Buch- und Stein-drucken, Typen, Kunstgüssen und andern mit höherer Bildung der Produ-zenten im Zusammenhange stehenden Zweigen hervor.
Aus den zuerkannten Preisen und den Juryberichten erhellt, daßauch von Seiten der Jury die Vorzüge der Deutschen Fabrikate im Allge-meinen entsprechende Anerkennung fanden.
Demnach erscheint die Hoffnung gerechtfertigt, daß die Vortheile,welche der Deutschen Industrie in vielfacher Beziehung schon jetzt erwuch-sen, allgemeiner und bleibender Natur sein werden.
Der Charakter der Oesterreichischen, Belgischen und SchweizerischenIndustrie zeigte sich dem der Deutschen mehr oder weniger verwandt.
Für die Französische Industrie war der Zeitpunkt zur Darlegungihrer höchsten Meisterwerke nicht minder ungünstig, wie bei uns. Diepolitischen Unruhen der beiden Vorjahre hatten manches bedeutende Etablis-