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I. Band.
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von Nidau machte noch einen Versuch, die Seinigen zu größerer Billig-keit zu bewegen. »Wie wäre es," sprach er zu ihnen, "wenn wir nochheute mit denen von Bern in eine Unterhandlung eingingen, damitSchaden und Blutvergießen zu beiden Seiten vermieden bleibe, vielleichtwürden sie beim Anblick unserer großen Macht sich noch bescheiden undunsere Forderungen gewähren, wenn wir nichts Uebertriebenes an siebrachten." Allein Nidau's kluger Rath fand keinen Anklang. "DasVolk von Bern, was wir vor uns sehen, wird noch heute unser eigen,"war das Geschrei der Herren, worauf ihnen Nidau antwortete, dasVolk stelle sich nicht zum fliehen, ihm scheine vielmehr, sie seien gesonnenihre Feinde zu erwarten *).

Indessen hatte von Erlach beim Anblick der großen Ueberzahl desfeindlichen Heeres das seinige an dem Abhänge des Bromberg's in einengedrängten Hecrhaufen gesammelt. Hier aber erhob sich ein edler Wett-streit zwischen den Bernern und den Waldstätten um den gefährlichenKampf gegen die Reiterei, den die Waldstätte, weil sie schon am Mor-garten dieselbe so glücklich besiegt hatten, durchaus auf sich nehmenwollten. Ungern und nur um den Helfern in der Noth ihre unbegrenzteAchtung zu bezeugen, gaben die Berner nach; „billig," stellten sie vor,„hätte er uns gehört, weil der Krieg für uns gefochten wird, alleinwenn euer, unserer getreuen und liebsten Freunde Wunsch dahin geht,so wollen wir gern auf diese Ehre verzichten." Doch wurden ihnen auchdie Solothurner zugetheilt und dabei ausgemacht, daß derjenige Theil,der am meisten bedrängt werde, von den andern Hülfe erhalten solle.Die übrige Mannschaft von Bern, Simmenthal, Hasli und Jnterlakenhingegen, sammt den gedungenen Söldnern, war unter von Erlach's un-mittelbarem Befehl bestimmt, das zahlreiche Fußvolk anzugreifen. Feurigermähnte er seine Schaaren, ihre Waffen tüchtig zur Hand zu nehmenund kräftig zu führen. „Wo sind nun," rief er, "die Gesellen, die zuBern Nacht und Tag auf den Gassen umhertraten, in Federn und Krän-zen, bei Tanz und Spiel vor den Weibern glänzen und immer die fri-schesten sein wollen? Wo sind nun die mit den grünen Reben**)? Tretetjetzt hervor zu mir an den Tanz und stehet wie eine feste Mauer vorder Stadt Banner und bewahret unserer Stadt Ehre." Und alsogleichtraten unverdrossen die Mezger und Gerber hervor mit den Worten:"Herr wir sind hier und wollen tapfer bei euch stehen und als biedereLeute thun, was ihr uns heißet." Auf solche Weise war unter vornehmen

*) krvelium l-suxenso. sjusiinger. Tschudt.

**) Man trug damals weite aufgeschnittene Hosen, und wer sich vor andernaufputzen wollte, der steckte ein grünes Rebschoß mit einer Traube indie Falte. Tschudi. Schodelin.