Sechstes Kapitel. Die Congresse.
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augenblicklich seinen Gesandten von Cambray ab, und schloßdurch den Baron, nachmals Herzog, von Ripperda, in Wienselbst, nach kurzer Unterhandlung, Frieden und Bündniß mit Oest-reich, ganz nach des leztern Wunsch *).
In vier gesonderten Traktaten, wovon einer geheim bleibensollte, jedoch in Bälde bekannt wurde, verglichen Spanien undOestreich sich über allen wechselseitigen Streit. Die Bedingungender Quadruplc-Allianz, insbesondere die Anwartschaft auf Parma,Piacenza und Toskana für Don Carlos, wurden vom Kaiser be-stätigt (was nachmals auch von Reichs wegen in einem eigenenTraktate") geschah). Spanien garantirte die pragmatische Sanktion,gewährte dem östreichischen Handel, insbesondere der ostendischenGesellschaft, große Begünstigung in den spanischen Ländern, undverglich den Titulatur-Streit. Hicrnächst ward ein geheimes Bünd-niß zwischen den beiden Mächten geschlossen, die wechselseitig zuleistende Hilfe für den Fall eines Angriffs bestimmt, und Spaniendie guten Dienste des Kaisers zugesagt zur Wiedererlangung vonGibraltar und Minorka. Nach diesem Wiener-Friedenhatte der Congreß zu Cambray keinen Zweck mehr; auch lösteer sich bald in Stille aus.
Z. 5.
Herrenhäuser Allianz. Traktaten zu Wien und Pardo.
England und Frankreich empfanden über die BefreundungSpaniens mit Oestreich theils Eifersucht, theils Besorgniß. Daherschloffen sie ungesäumt zu Herrenhausen ein Bündniß mitPreußen ^) gegen jenes von Wien, und warben emsig um neueTheilnehmcr ihres Bundes. Dasselbe that der Kaiser, wornach inkurzer Frist Europa sich in zwei einander kriegerisch gegenüber-stehende Hälften theilte. Der König v. Preußen verließ diehannövrische Allianz, und verband sich — gegen Beistands - Ver-heißung zur Erbfolge in Jülich —zu Wusterhausen mit Oest-reich H. Schon hatte dieses einem Dcfensivbund zwischen Ruß-land und Schweden sich angeschlossen ^); u-nd Rußland trat
1) 1735. 30. Apr. 2) 7. Juni und 20. Juli. 3) 1725, 3. Sext.
4) 12. Okt. 1726. 5) 26. Apr.